Die Themen „Artenvielfalt und Landwirtschaft“ und „SOLAWI“ erweisen sich als Magnet

Foto: Claudia Klemencic, glückliche Kälber

Bericht: Claudia Klemencic

Fotos: Claudia Klemencic und Helmut Meier

Die Themen „Artenvielfalt und Landwirtschaft“ und „SOLAWI“ erweisen sich als Magnet

Viele Interessierte kommen zum „Januar-Offenen Treffen“ der Ortsgruppe Augsburg des BUND Naturschutz in Bayern e.V. (BN) ins Ana-Café

Die beiden Ehrenamtliche des BN, Irene Kuhn und Peter Häußinger, vertreten die Ortsgruppe Augsburg des BN an diesem Dienstagabend, am 28. Januar 2020, im gut gefüllten Kaffeehaus in der Augsburger Innenstadt.

 

Irene Kuhn hat konkrete Zahlen mitgebracht, wenn es um Artenvielfalt und Landwirtschaft geht. Da wird schnell klar, in Bayern haben wir eine Überproduktion an Milcherzeugnisse und eine Unterproduktion von Obst und Gemüse. Was kann der Einzelne tun und welche Systemänderung ist sinnvoll? Der BN vertritt den Standpunkt und Irene Kuhn spricht ihn aus: „Die Agrar-Subventionen müssen verändert werden: Es darf keine pauschalen Flächenprämien mehr geben! Stattdessen müssen die landwirtschaftlichen Leistungen viel besser honoriert werden, die viel für den Artenschutz bringen. Besonders wichtig dabei sind die artenreichen Wiesen. Wir brauchen kein „Grünland“, sondern blühende Wiesen, die Garanten von Artenvielfalt an Insekten. Die Bauern sollen wieder zufriedener werden, von ihrer Arbeit leben können.“

Was kann der Einzelne tun?

Dazu Irene Kuhn: „Zum einen sollen wir wieder unsere Nahrungsmittel wertschätzen und weniger wegwerfen. Wir leben gesünder und nachhaltiger, wenn wir weniger Fleisch essen und wieder mehr Gemüse und Obst aus dem jahreszeitlichen heimischen Angebot kaufen.“

 

Das ist dann die passende Überleitung zum Augsburger genossenschaftlich organisierten Vertrieb von Lebensmittel namens SOLAWI. Peter Häußinger vom BN hat sich für diese Form stark gemacht und freut sich, dass unter den Gästen des Abends Fachleute von SOLAWI von ihren direkten Erfahrungen seitens der Bauern und der Kunden erzählen können und sein Wissen ergänzen können.

So erfahren die Zuhörer: Bei der „Solidarischen Landwirtschaft“ werden die Lebensmittel nicht mehr über den Markt vertrieben. Die VerbraucherInnen organisieren und finanzieren mit. Auf Grundlage der geschätzten Jahreskosten der landwirtschaftlichen Erzeugung verpflichten sich Privatpersonen, jährlich im Voraus einen festgesetzten (meist monatlichen) Betrag an den Solawi-Betrieb zu zahlen. Somit sichert diese innovative Landwirtschaft ein kalkulierbares Einkommen der Bauern, die regionale Lebensmittel herstellen. Die Abnehmenden erhalten im Gegenzug die gesamte Ernte sowie weiterverarbeitete Erzeugnisse wie Brot, Käse etc. - sofern der Solawi-Betrieb diese herstellt. Der persönliche Bezug macht die gegenseitige Verantwortung bewusst. Wesentlich ist also, dass eine Gruppe von Menschen die Abnahme der Erzeugnisse garantiert und die Ernte bzw. alles, was notwendig ist, um diese zu erzeugen, vorfinanziert. Alle teilen sich die damit verbundene Verantwortung, das Risiko, die Kosten und die Ernte. Untereinander können die Nutzer ihre Lebensmittel auch nach den eigenen Bedürfnissen tauschen. Wer da mehr erfahren will, findet weitere Infos hier:

https://www.solidarische-landwirtschaft.org/startseite/

 

Das Offene Treffen des BN findet in der Regel einmal im Monat statt. Die Termine werden hier veröffentlicht:

https://augsburg.bund-naturschutz.de/veranstaltungen.html

 

 

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