Die Tierärztin rät*: Reisekrankheiten von Hunden

* Tonia Olson ist Ihre Tierärztin im Tierheim Augsburg

Auch Hunde können sich auf Reisen mit Infektionskrankheiten anstecken. Besonders groß ist die Gefahr im südlichen Ausland, vor allem im Mittelmeerraum. Zu den häufigsten dieser Hunde-Krankheiten zählen Leishmaniose, Babesiose und Ehrlichose, die alle über einen speziellen Bluttest nachgewiesen werden können.

 

Bei der Leishmaniose übertragen dämmerungsaktive Schmetterlingsmücken beim Blutsaugen einen Gewebeparasit auf den Hund. Dieser erkrankt nach mehreren Wochen, in Einzelfällen bis zu 18 Monate später, schwer. Betroffen sind hauptsächlich Leber, Milz, Nieren und Lymphknoten. Auffällig sind zunächst typische Hautveränderungen vor allem im Kopfbereich sowie Fieberschübe. Grundsätzlich ist die Leishmaniose nicht heilbar, doch kann sie mit lebenslanger Gabe von Medikamenten behandelt werden.

 

Eine weitere Reisekrankheit ist die Babesiose, die sogenannte „Hundemalaria“. Sie wird von Zecken übertragen. Wenige Tage bis Wochen nach dem Kontakt mit der infizierten Zecke, verursachen die Blutparasiten eine Zerstörung der roten Blutkörperchen. Es kommt zur Ausscheidung rötlich-braunen Urins sowie zu hohem Fieber, Mattigkeit, Gewichtsverlust und Blutarmut. Die Erkrankung ist für den Hund lebensgefährlich, jedoch meist heilbar, wenn sie rechtzeitig behandelt wird.

 

Auch die für Ehrlichiose verantwortlichen Bakterien werden durch Zecken übertragen. Kurze Zeit nach der Infektion kommt es zu hohem Fieber, vergrößerten Lymphknoten, Gewichtsverlust sowie Augen- und Nasenausfluss. Die Symptome können in eine chronische Form übergehen, die insbesondere durch eine erhöhte Blutungsneigung gekennzeichnet ist. Behandelt werden kann die Ehrlichiose mit Antibiotika.

 

Bevor Sie eine Auslandsreise mit Hund antreten, informieren sie sich bitte gründlich, wie Sie Ihr Tier wirksam gegen die Übertragung von Krankheiten schützen können. Am wirksamsten sind Halsbänder, Spot-Ons oder andere Präparate, die gegen Zecken schützen und Sandmücken abwehren. Gegen die Leishmaniose gibt es eine Impfung, die jedoch lediglich nach einer eventuellen Infektion die Symptome mildert. Ihr Tierarzt gibt fachkundig Auskunft und berät Sie gerne.

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