„Todgeweihte“ in der Fuggerstraße: Baum-Allianz fordert Stadt auf, die Linden wieder in das Baumpflege-Programm aufzunehmen

Knapp 50 Linden in der Fuggerstraße sollen im Zuge der Umgestaltung zum Fuggerboulevard gefällt werden.

Die Linden in der Fuggerstraße werden seit Jahren ihrem Schicksal überlassen. Sie wurden aus dem städtischen Baumpflegeprogramm gestrichen, als der geplante Fuggerboulevard beschlossen wurde. In den Plänen der neuen Prachtstraße zwischen Königsplatz und Theater sollen die Linden auf jeder Straßenseite jeweils zwei neuen Baumreihen weichen. Ursprünglich sollte das Projekt 2020 starten, doch im Finanzausschuss der Stadt Augsburg im Dezember vergangenen Jahres wurde die Umgestaltung zum Boulevard vorerst verschoben.

Die sich eintrübende Konjunktur sorgt dafür, dass Augsburg heuer mit weniger Gewerbe- und Einkommenssteuereinnahmen rechnen muss. Im Ausschuss hieß es aus diesem Grund, dass bereits begonnene Projekte fortgesetzt werden, allerdings im Grundsatz bereits beschlossene und noch nicht begonnene Projekte bis auf weiteres aufgeschoben werden. So also auch der Fuggerboulevard. Frühestens im Jahr 2023 soll das erste Geld für die zehn Millionen teure Umgestaltung der Fuggerstraße fließen.

„Wir fordern die Stadtregierung auf, die bestehenden 47 Linden sofort wieder in das städtische Baumpflege-Programm aufzunehmen“, sagt hierzu die Vorsitzende der Baum-Allianz, Susanne Altmann. Die Initiative geht davon aus, dass die Stadt die Linden in den vergangenen Jahren nicht mehr pflegte, da diese ohnehin bald gefällt werden sollten. Das dauert nun aber noch einige Jahre. Deshalb erklärt die Baum-Allianz in einer Pressemitteilung: „Es ist jetzt dringend geboten, diesen wertvollen und stadtbildprägenden Identifikationsbäumen die Pflege angedeihen zu lassen, die sie verdienen“

Als die Stadt im Jahr 2015 beschloss, die Linden zu fällen, lautete die Begründung: „Die Größe der Kronen für Linden dieses Alters sind stark unterentwickelt“. Um mehr über die Bäume zu erfahren, veranstalteten Mitglieder der Baum-Allianz Ende Oktober vergangenen Jahres eine Baumführung, an der auch das Grünamt teilnahm. Dieses erklärte den Teilnehmern, dass die bestehenden Linden „zu einem akzeptablen Preis“ und der Durchführung verschiedener Maßnahmen wie beispielsweise dem Ausschwemmen von Streusalz sowie dem Einbringen von Nährstoffen in den Boden durchaus noch gerettet werden können und keine „Todgeweihten“ bleiben müssen, wie sie die Baum-Allianz nannte.

„Diese Bäume sind Eigentum der Bürger dieser Stadt, die ein Recht darauf haben, dass ihr Eigentum gepflegt wird“, sagt Bruno Marcon, Vorstandsmitglied der Baum-Allianz, und fordert die Stadtregierung auf, sich um die Bäume zu kümmern.

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