Überwintern von Schildkröten

Rückzug - zum Jahreslauf einer Schildkröte gehört die Winterruhe in der kalten Jahreszeit

Die Tierärztin* rät

*Tonia Olson ist Ihre Tierärztin im Tierheim Augsburg

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen fallen, so mancher Mensch kramt bereits die Winterjacken aus dem Keller hervor. Doch was tun eigentlich Reptilien, Schlangen, Echsen, Kröten, Fische und Frösche in der kalten Jahreszeit? Ganz einfach: Sie suchen sich für die Kälteperiode einen frostfreien Ort, entweder unterirdisch oder am Grund eines Gewässers.

Diese Überlebensstrategie ist kein „Winterschlaf“. Denn die Tiere schlafen keineswegs, sie verfallen eher in eine Art Energiesparmodus. Sie werden schwerfällig und langsam und nehmen ab einer gewissen Temperatur auch keine Nahrung mehr auf, leben also quasi nur von ihren Reserven.

Für Landschildkröten, die auch in Deutschland als Haustier sehr beliebt sind, ist diese Winterruhe (Hibernation) sogar sehr wichtig für ein gesundes Panzerwachstum. Jedoch sollten Schildkrötenbesitzer darauf achten, dass nur gesunde und parasitenfreie Tiere überwintert werden. Ein vorheriger Tierarztbesuch ist hier anzuraten.

Meist zeigt die Schildkröte selbst an, wenn sie bereit ist für die Winterruhe. Wird die Schildkröte im Freien gehalten, lässt etwa ab Oktober die Aktivität des Tieres nach. Es frisst weniger, bewegt sich langsamer und beginnt, sich zu vergraben. Lebt das Panzertier im Terrarium, sollten im Herbst die Temperaturen manuell langsam gesenkt und die Beleuchtungszeiten verringert werden. Daraufhin sollten sich auch hier erste Anzeichen der Winterruhe einstellen.

Die eigentliche Ruheperiode findet dann beispielsweise in einer Überwinterungsbox statt, die mit ausreichend Substrat gefüllt ist und an einem kühlen Ort steht. Wichtig ist hierbei, das Tier vor und während der Winterruhe regelmäßig zu wiegen.

Nach etwa vier Monaten beendet die Schildkröte ihren „Winterschlaf“ in der Regel von selbst. Tut sie das nicht, kann es sanft helfen, die Überwinterungsbox in einen wärmeren Raum zu stellen. Warme Wasserbäder bringen den Kreislauf und die Peristaltik der Tiere wieder in Schwung. Nun kann auch wieder Futter angeboten werden, auch wenn vielleicht in den ersten Tagen nur sehr wenig gefressen wird.

Wer sich die Überwinterung von Schildkröten, Reptilien und Amphibien nicht selbst zutraut, kann sich an sogenannte „Reptilienhotels“ wenden, in der fachkundiges Personal die Schützlinge betreut.

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