Wohnen im Alter: Alterssimulationsanzug macht Beschwerden erlebbar

von Leserreporter Günther Krafzikaus Augsburg-Stadt
Dr. Stefan Kiefer mit Senioren-Simulationsanzug

Augsburg: Evangelisches Forum Annahof, Hollbau EG | Augsburg, 02.11.2017: „Am schrecklichsten war, dass ich fast nichts sehen konnte. Gehört habe ich auch nichts und ich hatte ständig Angst, zu fallen.“ So oder ähnlich klang das Fazit der Testpersonen, die den Alterssimulationsanzug GERT letzte Woche ausprobierten.

Angeführt von Dr. Stefan Kiefer, Augsburgs drittem Bürgermeister, testeten die Teilnehmer der Veranstaltung „Wohnen im Alter“, wie es sich anfühlt, im Körper eines alten Menschen zu stecken. Dafür wurde durch Manschetten, Gewichte, Latexhandschuhe, Kopfhörer und Brillen simuliert, wie eingeschränkt eine ältere Person sich bewegt, sieht oder hört. Diese Erfahrung am eigenen Körper zu spüren ist relevant, um die Bedürfnisse älterer Menschen zu verstehen.

Dass Produkte und Dienstleistungen für Ältere immer wichtiger werden, zeigt die städtische Statistik, denn wie in ganz Deutschland wächst auch in Augsburg die Zahl der Menschen im Rentenalter. In Augsburg ist jeder Fünfte über 65 Jahre (rund 60.000 Personen), davon wiederum ist rund die Hälfte bereits über 75 Jahre (30.000 Personen) und über 8.000 Personen sind bereits 85 Jahre oder älter, so Dr. Kiefer. Die Stadt unterstützt diese Personengruppe u.a. durch die Finanzierung der Seniorenfachberatung.

„Ambulant vor stationär“ heißt dabei immer die Devise, denn die meisten Menschen möchten so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden wohnen bleiben. Um das zu ermöglichen, brauchen wir spezielle Services wie z.B. ambulante Kranken- und Altenpflege, Hausnotruf, hauswirtschaftliche Dienstleistungen uvm.

All dies bietet die ARGE24, ein Zusammenschluss aus 16 Sozialstationen und ambulanten Pflegediensten in Augsburg und Umgebung. Geschäftsführerin Doris Krafzik, die die neue Kommunikationskampagne zum Hausnotruf vorstellte, betont: „Uns unterscheidet, dass wir bei einem Hausnotruf nicht automatisch einen Krankenwagen schicken, sondern eine Pflegekraft kommt und individuell entscheidet, welche Hilfe benötigt wird. Dieser persönliche Kontakt ist ein großes Plus der ARGE24.“

Der moderne Hausnotruf ist ein Alleskönner: Zusätzlich zur Hilfe auf aktiven Knopfdruck kann eine Sicherheitsuhr alle 24 Stunden eine Bestätigung abfragen, ein optionaler Fallsensor bemerkt Stürze und kann einen Notruf auslösen, ein Rauchmelder kann integriert und ein Zugsensor für die Dusche zusätzlich installiert werden. Gut zu wissen: Wer während des Kampagnenzeitraums bis 24.12.2017 einen Hausnotruf bucht, bekommt die Anmeldegebühr von 49,- Euro geschenkt.

Altern ist nichts für Feiglinge, soviel steht für die Probanden nach dem Test fest. Gut, dass die Sozialstationen und Pflegedienste es mit ihren Angeboten Senioren ermöglichen, so lange wie möglich gut versorgt im eigenen Zuhause wohnen zu bleiben.

Über die ARGE 24 Sozialstationen gemeinnützige UG Im Verbund der ARGE Caritas und ökumenischen Sozialstationen gestalten qualifizierte Pflegedienste individuelle Betreuungsangebote. Insgesamt haben sich 16 caritative und diakonische Sozialstationen in Augsburg und den Landkreisen Augsburg-Land und Aichach-Friedberg zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen.

Ziel ist die gemeinsame Förderung der Alten- und Gesundheitshilfe, insbesondere die ambulante Versorgung von pflegebedürftigen Mitbürgern. Dazu betreibt die Gesellschaft derzeit einen Pflegenotruf für die Patienten der Gesellschafter sowie einen gemeinsamen Hausnotrufdienst in der Stadt und im Landkreis Augsburg sowie im Landkreis Aichach-Friedberg. Momentan nutzen etwa 1.800 Senioren den eigenen Hausnotruf-Service, rund 5.000 betreute Personen sind es insgesamt.

Mehr Informationen zum Hausnotruf: www.hausnotruf-jetzt.de
Mehr Informationen über die ARGE: www.arge24.de

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