Wortschätzle 35 - Es ist Zeit für Zwetschgendatschi

Stefan Gruber

»Habt's au so wenig Zwetschga des Joar?« »Habt Ihr auch so wenig Zwetschgen dieses Jahr?« Aussortiert waren es gerade mal fünf Kilogramm - vergangenes Jahr waren es viel mehr vom gleichen Baum. Na ja, für gut zwei Bleche »Datschi«, Blechkuchen, reicht's. Der ist ja ein Muss für den echten »Datschiburger«, den Augsburger, und auch für die sonstigen Schwaben. Und dazu gibt es Kartoffelsuppe, so wie man es auch früher schon gegessen hat - in der einen Hand den Datschi, in der anderen den Suppenlöffel - das wird fein. Den Datschi aber mit »Heffadoig«, Hefeteig, und sonst nix drauf, keine Streusel, keine Nüsse und so Firlefanz.

Auch sonst war's kein tolles Gartenjahr. Selbst die »Rote Riab«, die Rote Beete, sind nur ganz »kleune Butza«, kleine Dinger. Kürzlich schrieb mir ein Leser, dass meine Schreibweise von kleu nicht korrekt sei. Anstatt des »eu« sei doch für diesen Laut das »oi« besser geeignet. Ich bin in mich gegangen und gebe ihm Recht. Lieber Leser, danke für diesen Hinweis. Also bitte nicht durcheinander bringen lassen, wenn ich nun auf die Schreibweise mit »oi« und somit »kloi« für klein wechsle. Unsere »Rote Riab« waren somit alle nur »kloine Butza«. Aber »oins gibt's no zum Datschi dazua«, aber eines gibt es noch zum Datschi dazu: Schlagsahne, aber geht's mr zua mit der aus dr Dos, i mog a echte zum Datschi und Kaffee.

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