Wortschätzle 41 - "Dr Sembf koschd nix egschdra!"

Der erste Gang auf den Augschburger Christkindlesmarkt heuer

Stefan Gruber

Auf dem Christkindlesmarkt kriegt man in Augschburg ja fast alles, von dicken Wollsocken, gelben Pullundern mit braunen Rauten drauf, (wia wiaschd!), bis zum Blaschdig-Chrischdkindle (Plastik-Christkind) in dutzendfacher Ausführung und glitzernde Kugeln. Auch was zum Essen, des hält beim Schwob Leib und Seel zam und der Glühwein die Finger warm. Da geht dann der Urinstikt des Sparens mit dem Schwob durch: „Dia Wurschd is abr deir, dann häd i abr gern dia andere da daneba, dia isch länger firs gleiche Geld! (Diese Wurst ist aber teuer, dann hätte ich aber gerne die andere daneben, diese ist länger für das gleiche Geld!)“, meinte die Frau vor mir, „und a weng mehr Sembf drauf, der koschd nix egschdra.“ (Und etwas mehr Senf darauf, der kostet nichts extra.) Da übermannt den Schwob „da Ruach“, eine Kombination aus Gier und Geiz. Und drängla (drängeln) tun die friedlichen Schwoba mit jedem „Ellaboga, den se han“ (mit jedem Ellenbogen, den sie haben). Den Rat der Bekannten: „Gang an den Schdand, do machens dir d’Dass vollr! (Gehe an diesen Stand, da machen sie Dir die Tasse voller), befolgte ich. Den zweiten Glühwein gab’s vom Stand, wo sie die Tassen nicht so voll machen, der war nicht so „ras“, so sauer. „Liabr zahl i meh ond er schmegd mr bessr.“ Broschd!

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