Wortschätzle 51 - A Guadsle - lädsched ond babbig

Wem alles an „de Fingr babba“ bleibt, der klaut.

Stefan Gruber

Kürzlich im Augschburger Theater hatte ich einen Hustenanfall, meine Nachbarin steckte mir was zu: „a Huschdaguadsle“, ein Hustenbonbon. Schnell ausgewickelt, natürlich hat’s geraschelt, so dass der Herr vor mir sich umdrehte und mich strafend ansah. Das kenne ich, mache ich in einem solchen Fall auch immer.
Fazit: Das „Guadsle“ war wohl schon etwas älter und „lädsched“, schon etwas weich und „babbig“, es klebte in der Einwickelfolie. Manche sagen auch „babbed“ oder „bebbig“. Aber der Effekt ist der gleiche: es klebt überall, am „Eiwiglbabierle“ und dann vor allem an den Fingern. Also rein damit in den Mund und das „Babierle“ wieder zusammengefaltet und weg gesteckt, lautlos ging es leider auch nicht. Was macht man dann? Finger leidlich abschlecken und auf die Pause hoffen, zum Fingerwaschen – es hat noch fast ne Stunde gedauert.
Wenn allerdings über jemanden gesagt wird, „dem is alls an de Fingr babba blieba“, dann hat’s kaum was mit Husten zu tun, denn die eigentliche Aussage ist: Er klaut. Bei mir war es aber wirklich der Husten. Übrigens: Des Guadsle hod mir gar ned gschmegt, war irgendwas mit Anis drin – und gholfa hods au ned.

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