Wortschätzle 79 - Beidlschneidr ond gruachade Hund

Wer nach Italien fährt, muss kräftig Autobahngebühren bezahlen.

„Dr Schwob war grad a weng im Urlaub, bissle ausschbanna, in da Sida hods mi nazoga“, Urlaub stand an, in den Süden hat es mich gezogen. „Um da Sommr no a bissle zom verlängra“, um den Sommer noch etwas zu verlängern.
„Zuig fr a ordendliche Veschbr fr undrwegs“, die Brotzeit für unterwegs, war gepackt. Abends ging’s los, ab ins Auto, auf nach Sardinien! „Beidlschneidr ond gruachade Hund“, Beutelschneider, Taschendiebe und raffgierig sind sie ja in allen Ländern, ob Schweiz, Österreich oder Italien, überall „darfsch blecha frs Audofahra“, überall darf man bezahlen fürs Autofahren auf den Autobahnen. Nur bei uns ist es noch umsonst. Aber „d’Schweizer ham mir brelld“, aber die Schweizer haben wir geprellt. Wir wären ja bereit gewesen noch eine Vignette dort zu kaufen, aber wir waren nachts unterwegs und es hatte auf unserer Route leider keine einzige Autobahn-Tankstelle in der Schweiz geöffnet, um noch eine zu kaufen. Aber danach haben wir in Italien für jeden Autobahnkilometer zahlen müssen.
Auf dem Heimweg ging es nach dem Motto: „Mir san Schwoba, mir missed schbara“, so wie man es uns nachsagt. Ab dem Brenner fuhren wir nur noch auf Landstraßen Richtung Augschburg – kein Geld für die Österreicher, auch nicht für die Europabrücke. Übrigens: Ich habe keinen einzigen anderen Schwob im Urlaub getroffen, nicht mal Stuttgarter – woran’s wohl lag? An der Sparsamkeit?

Stefan Gruber

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