Augsburger Zoo darf nicht pleite gehen

von LeserReporter FDP Augsburg aus Augsburg-Stadt

Die Medienberichterstattung rund um eine drohende Insolvenz des Münchner Tiergartens Hellabrunn aufgrund der Infektionsschutzmaßnahmen in der Corona-Krise ist für die FDP Anlass, um auch die finanzielle Situation beim Augsburger Zoo intensiv zu beleuchten. Über die Fraktion Bürgerliche Mitte hat FDP-Stadtrat Lars Vollmar deshalb eine Anfrage an die Oberbürgermeisterin gestellt, um offene Fragen frühzeitig zu klären und Unterstützungsmaßnahmen auf den Weg zu bringen.

„Die öffentliche Stellungnahme des Direktors des Münchner Tierparks, Rasem Baban, dass Hellabrunn bereits im September Insolvenz anmelden müsste, wenn die aktuellen Corona-Beschränkungen nicht gelockert werden, muss ein Weckruf sein“, macht Vollmar deutlich. „Wir müssen uns rechtzeitig die finanzielle Situation beim Augsburger Zoo anschauen und gegebenenfalls handeln.“

Die Geschäftsführerin des Augsburger Zoos, dessen Träger und Hauptgesellschafter die Stadt Augsburg ist, hat gegenüber den Medien bestätigt, dass gegenüber dem Vorjahr bereits 1,8 Millionen Euro Verlust aufgelaufen sind. Hauptgrund für die Verluste sind die aktuelle Deckelung der Besucherzahlen auf 2.000 am Tag und die Tatsache, dass nur ein Teil der Attraktionen angeboten werden können. Da Raubtierhäuser und Volieren geschlossen bleiben, zahlen Besucher einen ermäßigten Eintrittspreis.

Vor diesem Hintergrund ist Vollmar vom bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger enttäuscht, der finanzielle Hilfen für Zoos bisher kategorisch ausschließt. Aber auch von der Stadt Augsburg müsse kurzfristig mehr Unterstützung kommen. „Wenn ich lese, dass die Stadt als Gesellschafterin bislang lediglich der jährliche Betriebskosten-Zuschuss bereitgestellt wird und der Zoo sich nur aufgrund privater Spenden über Wasser hält, dann ist das ein Ruhmesblatt für unsere Bürgerschaft, aber nicht für die Stadtregierung.“

In einer Anfrage an die Oberbürgermeisterin fordert die Fraktion Bürgerliche Mitte nun Aufklärung. Sie will wissen, wie hoch die besucherabhängigen Einnahmen des Zoos seit Inkrafttreten der Corona-Beschränkungen im Durchschnitt pro Tag seien. Darauf basierend soll eine Hochrechnung aufgestellt werden, zu welchem Zeitpunkt bei Fortschreibung dieser Zahlen die Zoologischer-Garten-Augsburg-GmbH in eine Insolvenz geraten würde.

Basierend auf den Zahlen müsse schnell über Unterstützungsmaßnahmen entschieden werden. „Der Augsburger Zoo ist als Freizeit- und Bildungseinrichtung für die Region zu wichtig, um die Existenz zu riskieren“, macht Vollmar deutlich. „Wir müssen jetzt handeln, damit wir nicht im Herbst vor der Situation stehen möglicherweise unsere neuen Elefanten verkaufen zu müssen, um den Zoo im Gesamten retten zu können“, mahnt er abschließend.

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