FDP: Der CSU fehlt ein Gesamtkonzept für Realschulen

von LeserReporter FDP Augsburg aus Augsburg-Stadt

Angesichts der drohenden Schließung von Schulen der Hermann-Schmid-Akademie (HSA) fordert die FDP die CSU erneut zu mehr Sachlichkeit in der kommunalen Bildungspolitik auf. Die Bemühungen, eine Zukunft für die Rudolf-Diesel-Realschule und anderer Einrichtungen der HSA zu finden, müssen nach Ansicht der Liberalen in ein schulisches Gesamtkonzept, das Schülerströme, die Ganztagssituation und das Übertrittsverhalten im Blick hat, eingebunden sein.

„Noch vor zwei Wochen wollten die von der CSU gestellten Referenten Eva Weber und Hermann Köhler in einer Nacht-und-Nebel-Aktion das Gebäude der HSA kaufen, um das Peutinger-Gymnasium dorthin zu verlagern. Jetzt treibt der scheidende OB Kurt Gribl die nächste schulpolitische Sau durchs Dorf und will die geplante dritte staatliche Realschule in das Gebäude einziehen lassen“, zeigt sich Lars Vollmar, der neu gewählte Stadtrat der Liberalen, irritiert. „Ich vermisse bei der Bildungspolitik der Augsburger CSU ehrlich gesagt inzwischen einen verlässlichen Kompass.“

Die FDP erinnert daran, dass sich der Stadtrat im Herbst 2019 mit gutem Grund für den Augsburger Osten ausgesprochen hat, als er die Stadtverwaltung mit der Suche nach einem geeigneten Grundstück für eine neue staatliche Realschule beauftragt hat. Aus den Stadtteilen Firnhaberau, Hammerschmiede und Lechhausen pendeln derzeit rund 190 Schüler vor allem zu Realschulen in angrenzenden Landkreisen. „Eva Weber hat erst im Februar bei einem Besuch des Bau-Staatssekretärs Klaus Holetschek das Gebäude des ehemaligen Bayernkollegs in Lechhausen als idealen Standort bezeichnet. Nicht einmal einen Monat später soll es jetzt das HSA-Areal in Kriegshaber sein?“

In die notwendige Gesamtbewertung müssten neben den Schülerströmen auch der Bedarf an Ganztagsbetreuung und die Klassengrößen aller bestehenden Realschulen einbezogen werden. Zudem dürften die beiden anderen staatlichen Realschulen nicht aus dem Blick geraten. „Über eine Erweiterung der Heinrich-von-Buz-Realschule in Oberhausen diskutieren wir seit 2014. Und diese ist wegen des Bevölkerungswachstums und der Übertritte auch dringend erforderlich.“

Für die Liberalen kann deshalb die private Rudolf-Diesel-Realschule kein Ersatz für die dritte staatliche Realschule sein. „Wir müssen das eine tun, dürfen aber das andere nicht lassen. Wir müssen gemeinsam mit dem Freistaat und privaten Trägern wie der Lehmbaugruppe alle Möglichkeiten ausloten, um den Schulen der Hermann-Schmid-Akademie eine Zukunft zu geben. Gleichzeitig dürfen wir aber die langfristige Planung der gesamten Realschulsituation in Augsburg nicht aus den Augen verlieren. Was wir nicht brauchen, sind die ständigen schulpolitischen Schnellschüsse der CSU.“

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