Zum Jahreswechsel blicken wir auf 2019 zurück

Welterbe, was noch? In unserem Alphabet lassen wir das vergangene Jahr Revue passieren, und blicken auf das kommende.

Das war 2019: In unserem Alphabet lassen wir das vergangene Jahr Revue passieren. Augsburg und die Region von A bis Z. von Janina Funk und Markus Höck

A wie Aserbaidschan „Wir sind Welterbe!“ Augsburg hat es tatsächlich geschafft: Die Wasserwirtschaft der Stadt wurde in diesem Jahr in die Liste des Unesco-Welterbes aufgenommen. Vor acht Jahren begann die konkrete Bewerbung um diese Auszeichnung. Im Juli durfte Augsburg die verdienten Früchte der jahrelangen Bemühungen endlich ernten: In der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku brauchte es nur zehn Minuten, bis das Unesco-Welterbekomitee die Fuggerstadt zur Wasserstadt machte.

B wie Bond, James Bond. "Gooooldfinger" – der Shirley-Bassey-Ohrwurm begleitete das Justiz-Jahr, denn der Fall der Steuerhinterziehung in ganz großem Stil, der 2019 in Augsburg vor Gericht landete, ist nach dem Bond-Film „Goldfinger“ benannt, zu dem die Grande Dame der Filmmusik den Titelsong beisteuerte. Genauer gesagt, bezeichnen die Ermittler jene Methode als „Goldfinger-Masche“, mit der Münchner Anwälte mehreren Superreichen geholfen haben sollen, hunderte Millionen an Steuern zu hinterziehen. Ein Urteil ist wohl noch nicht allzu bald zu erwarten. Allen Wirtschaftskriminellen dieser Welt wünschen wir mit einem abgeänderten weiteren Bassey-Titel aber „Haftstrafen are forever – forever – forever“. C wie Champions League Die Königsklasse im Fußball war es freilich nicht, an der heuer ein Augsburger Team teilnehmen konnte. Von der Champions League ist der FCA wohl genauso weit entfernt wie die Stadt Augsburg von einem Haushalt ohne Schulden. Die Augsburger Panther hingegen schafften die Qualifikation für die Champions Hockey League (CHL) und den Sprung ins Halbfinale der DEL-Playoffs. So erfolgreich ist der Eishockeyverein nur einmal zuvor in seiner Geschichte gewesen, 2010 als er Vizemeister wurde. Gegen München war im DEL-Halbfinale heuer dann leider Schluss. Dennoch ging das Erfolgsjahr weiter: In der CHL kamen die Panther in der zweiten Jahreshälfte bis ins Achtelfinale. D wie Dreißig Prozent Teuer, teurer, Augsburger Mieten: Um der Kostenexplosion auf dem Wohnungsmarkt Einhalt zu gebieten, rang sich der Augsburger Stadtrat im Juli zu einer Quote für sozialen Wohnungsbau durch. Bis auf Weiteres werden nun Investoren verpflichtet, in neuen Baugebieten mindestens 30 Prozent geförderte Wohnungen zu schaffen. Endgültig ist die Entscheidung allerdings nicht. Der Stadtrat wollte noch 2019 über einen Grundsatzbeschluss zum Wohnungsbau entscheiden. Tat er aber nicht. Die Quote bleibt daher vorerst noch in der Schwebe.

E wie Ersteigerte Engel Für den stolzen Preis von 2,5 Millionen Euro ersteigerte die Stadt Augsburg im Mai zwei kleine Putten im Auktionshaus Sotheby’s in Paris. Die putzigen Bübchen sind nämlich waschechte Augsburger. Der Meistersteinmetz Hans Daucher hatte sie im 16. Jahrhundert für die Fuggerkapelle der Annakirche geschaffen. Die Putten waren nach Umbauarbeiten verloren gegangen und erst nun wieder aufgetaucht. Zum Glück musste die Stadt nicht allein für die Engelchen bezahlen. Die Ernst von Siemens Kunststiftung, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters, die Kulturstiftung der Länder sowie die Stadt Augsburg konnten sie im Zuge eines gemeinschaftlichen Engagements erwerben.

F wie Freistaat, übernehmen Sie! Horst Seehofer hatte als bayerischer Ministerpräsident mit seinem inzwischen schon zu den Augsburger Stadtlegenden gehörenden Eintrag ins Goldene Buch: „Die Uniklinik kommt!!!“ den Grundstein gelegt. Zehn Jahre später, zum Jahreswechsel 2019, wurde es dann Wirklichkeit. Das Augsburger Klinikum ging in die Trägerschaft des Freistaats über und wurde zur Uniklinik – für den Landesvater a.D. gab es dafür im März die Ehrenbürgerwürde.

Theatersanierung: Ein Schlag ins Wasser

G wie Grundwasserspiegel Als regelrechter Schlag ins Wasser erwiesen sich die Planungen für den Neubau hinter dem Großen Haus des Staatstheaters Augsburg. Der intern als Bauteil 2 geführte Gebäudekomplex sollte eine zweite Spielstätte, Werkstätten, Probebühnen und Lagerflächen beherbergen – unter anderem in vier Kelleretagen. Doch ein gestiegener Grundwasserspiegel machte die Architektenpläne hinfällig, denn das vierte Untergeschoss würde nun zur Hälfte im Wasser stehen – technisch machbar, aber viel teurer. Statt 72 Millionen Euro wären es plötzlich 125 Millionen Euro geworden, dabei ist selbst die Sanierung des Großen Hauses aktuell mit „nur“ 113 Millionen Euro veranschlagt. Es muss also abgespeckt werden, denn insgesamt darf die Sanierung nur 186 Millionen Euro kosten.

H wie Hiobsbotschaft Ein ums andere Mal erreichten Augsburger Arbeitnehmer heuer katastrophale Nachrichten: Ob Premium Aerotec, Kuka oder MT Aerospace, überall wurde Stellenabbau angekündigt. Roboterbauer Kuka eröffnete dabei das erneute Jahr der schlechten Wirtschaftsmeldungen im Januar (Abbau von 350 Stellen) und beendete es entsprechend: Im Dezember teilte der Konzern mit, er müsse wieder Arbeitsplätze streichen. Bis zu 255 Jobs sollen jetzt unter anderem am Hauptsitz in Augsburg wegfallen.

I wie Immer noch Für viele Umland-Bewohner dürfte es inzwischen schon ganz normal sein, dass es bei ihnen zuhause immer mal wieder riecht wie im Hallenbad. Der Grund: In mehreren Gemeinden wird das Trinkwasser gechlort. Das geschieht freilich zum Schutz der Bürger. In Gersthofen etwa fanden sich Keime im Wasser, doch die Ursache konnte nicht gefunden werden. Darum wird seit Ende Oktober Chlor beigemischt, das alle Keime abtötet. Die Gersthofer befinden sich in guter Gesellschaft. Auch im Gemeindegebiet Dinkelscherben und in Diedorf dürfen die Bürger immer noch Schwimmbadluft schnuppern – beide hoffen aber, schon bald aufs Chlor verzichten zu können.

J wie Juristische Nachspielzeit Man kann ihn wohl inzwischen getrost als Skandal-Fußballer bezeichnen, den Ex-FCA-Spieler Caiuby Francisco da Silva. Nach einigen beruflichen Eskapaden trieb er es im Augsburger Nachtleben endgültig zu wild und musste sich dafür im September vor Gericht verantworten. Das Amtsgericht zeigte Caiuby die Rote Karte und verurteilte ihn wegen Körperverletzung. Andere Gerichtsprozesse in diesem Jahr eignen sich indes nicht für einen launigen Jahresrückblick: So wurden 2019 unter anderem der Prostituiertenmörder, der Mann, der eine Neunjährige auf einer Schultoilette missbrauchte, und der Jäger, der in Königsbrunn zwei Hunde erschoss, verurteilt.

K wie Konstant kompliziert Die AVV-Reform trat zwar schon zum Januar 2018 in Kraft, doch auch in diesem Jahr wurde viel über die – für viele missglückte – Tarifanpassung diskutiert. Im Sommer 2019 gab es daher ein Reförmchen der Reform. Es wurde die Wochenkarte wieder eingeführt, Abonnenten, die eine Zonengrenze überfahren, müssen nunmehr nur einmal zustempeln und es wurden neue Kurzstreckenzonen geschaffen. Das alles macht den AVV-Tarif nicht übersichtlicher, im Gegenteil. Unkompliziert ist es nur in Gersthofen. Dort gibt es seit diesem Jahr ein Jahresticket für 360 Euro. Die Fahrkarte gilt für ganz Augsburg plus die Nachbarstadt selbst. Um das Ticket kaufen zu können, muss man allerdings Gersthofer sein.

Wolfsangst und Feuerteufel

L wie Lykophobie Die Angst vor dem Wolf, übrigens nicht zu verwechseln mit Lykanthropie, der Verwandlung eines Menschen in einen Werwolf, steckt tief in den Leuten. Das belegen viele Märchen und Sagen. Im Landkreis Augsburg erhielt diese Furcht vor Meister Isegrim neue Nahrung, als im April ein Wolf bei Biberbach ein Lamm riss. Genanalysen bestätigten das. Die Aufregung war groß. Doch zum Glück war es dann eben doch nur ein Wolf, der danach auch nichts mehr von sich hören ließ – hätte ja auch ein Lykanthrop sein können. Oder gibt es die nur im Märchen?

M wie Miau Was gibt es Beruhigenderes, als eine schnurrende Katze zu streicheln? Nun, Allergiker werden das sicher anders sehen, aber die Studenten der Uni Augsburg waren dankbar für die Zerstreuung, die eine Katze, genannt Campus Cat, ihnen in Hörsälen, Seminarräumen und auf dem Campus bot. Die Samtpfote war dermaßen beliebt, dass nach einem Autounfall der Katze die Studenten gar per Petition erreichen wollten, dass Campus Cat vom Freistaat Bayern zum Dienstkater befördert wird – so wären etwa künftige Unfälle entsprechend versichert. Doch der Landtagsausschuss für Personal enttäuschte die Katzenfreunde: Aus der Beamtenkarriere auf vier Pfoten wurde nichts.

N wie Nichtschwimmer Das sind immer mehr Kinder in ganz Deutschland, wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) beklagt. Schuld daran sind die fehlenden Wasserflächen für ausreichend Schwimmsport, in Vereinen und in den Schulen gleichermaßen. 17 Vereine aus Augsburg und Umgebung mit fast 20 000 Mitgliedern haben sich daher zur Arbeitsgemeinschaft „50-Meter-Hallenbad für Augsburg“ zusammengeschlossen, um mit ihrem namensgebenden Projekt die fehlenden Wasserflächen in Augsburg zu erreichen. Der geballte Zorn der Vereine traf einen überraschten Sportreferenten Dirk Wurm und dessen eigenes Sport- und Bäderkonzept. Wurm aber gab die Idee der Arbeitsgemeinschaft kurzerhand an die Verwaltung zur Prüfung weiter. Was daraus wird, entscheidet sich erst im kommenden Jahr.

O wie Objektiv Positive Bilanz zog die Polizei bereits im Juli nach einem halben Jahr Kameras am Kö. Die Überwachung per Objektiv führte auch dazu, dass nach dem Totschlag am Königsplatz im Dezember die Tatverdächtigen sehr schnell gefasst werden konnten. Objektiv betrachtet muss man zum Nachgang der Tat festhalten, dass mehr Sachlichkeit und weniger Hysterie der medialen Berichterstattung gut getan hätte.

P wie Pyromane Eine Brandserie scheuchte im Sommer Gessertshausen auf. Ein zunächst unbekannter Feuerteufel steckte immer wieder große Mengen an Strohballen in Brand. Dabei vernichtete er auch die Futtervorräte der Tierklinik in der Gemeinde. Die Polizei kam schließlich im November einem 17-Jährigen aus der Gemeinde auf die Spur. Der mutmaßliche Täter legte ein umfangreiches Geständnis ab. Übrigens war er offenbar selbst Mitglied in der dortigen Freiwilligen Feuerwehr. Zu den Hintergründen ermittelt die Polizei.

Ein Bürgermeister geht, ein anderer geht baden

Q wie Queraussteiger Mit diesem Schritt überraschte Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl im März (fast) die ganze Stadt: Der politische Quereinsteiger tritt nach zwei Amtsperioden nicht mehr bei der Kommunalwahl 2020 an. Bis auf wenige Ausnahmen hatte er diese sehr persönliche Entscheidung geheim gehalten. Überrascht waren vor allem auch die politischen Gegenspieler. Offenbar hatte man sich schon darauf eingerichtet, gegen einen starken Amtsinhaber nicht viele Chancen zu haben. Doch mit Gribls Ankündigung kam viel Bewegung in die politische Landschaft Augsburgs. Und nun wollen neben den etablierten Parteien gleich mehrere Bürgervereine mit einem eigenen OB-Kandidaten punkten. Geht es nach OB Gribl selbst, dann ist die Nachfolge schon geklärt: Eva Weber soll es werden, aber da haben die Wähler in Augsburg noch ein Wörtchen mitzureden.

R wie Rotgesehen Es war eine Geschichte wie gemacht für das Sommerloch: Wochenlang strich ein Unbekannter im Wittelsbacher Park immer wieder Bänke neu an. Die meisten Sitzgelegenheiten färbte er dabei rot ein. Die Stadt Augsburg erstattete Anzeige, doch dem unbekannten Bank-Streicher kam man nicht auf die Schliche. Anders erging es einem älteren Herren, der im März in der Innenstadt rotsah. Er übermalte Graffiti an einem denkmalgeschützten Gebäude auf eigene Faust großflächig mit roter Farbe. Die Polizei ermittelte den „Best Ager aus der unmittelbaren Nachbarschaft“. Das Motiv des Mannes: Er interpretierte den Graffiti-Schriftzug „ZOPS“ als ein Abbild eines männlichen Glieds und störte sich daran.

S wie Schock am Morgen Es war ein sonniger Morgen im März, als sich im Augsburger Rathaus plötzlich die Angst ausbreitete. Per E-Mail war eine Bombendrohung eingegangen, Rathaus und Verwaltungsgebäude wurden evakuiert, der Rathausplatz gesperrt. Nach drei Stunden gab es dann Entwarnung: Bombenspürhunde hätten keine Bombe gefunden. Die Drohungen, so stellte sich heraus, wurden an mehrere Städte geschickt. Wer hinter den Schreiben steckte, wurde nie aufgeklärt.

T wie Transrapid „In zehn Minuten!“ wollte Edmund Stoiber einst vom Hauptbahnhof München zum Flughafen Charles de Gaulle äääh Franz Josef Strauß. Doch der Transrapid war für Bayern zu teuer. Aber nun, über zehn Jahre nachdem das Flughaupthafenbahnhof-Projekt endgültig eingestellt wurde, wird wieder über eine Magnetschwebebahn sinniert. Diesmal entlang der A8. Kosten für eine solche Verbindung von Dasing nach Pasing – geschätzt – 1,5 Milliarden Euro. Günstiger sind da andere Verkehrsmittel- und -projekte, die dieses Jahr Schlagzeilen machten, etwa die elf neuen Straßenbahnen des Typs „Tramlink“, die die Augsburger Stadtwerke in Auftrag gaben, die verlängerte Linie 3, deren Bau heuer offiziell genehmigt wurde, oder das Projekt Fahrradstadt, das die Augsburger Parteien eine Zeitlang zum Wahlkampfthema Nummer eins stilisierten. Ach, und dann waren da ja auch noch die E-Scooter, jene Elektroroller, die seit Sommer in Augsburg per App ausgeliehen werden können – die einen hassen sie, die anderen fahren total darauf ab. Soviel ist sicher: Der Wettstreit der Verkehrsmittel wird auch in den kommenden zehn Minuten äääh im kommenden Jahr weitergehen.

U wie Unterm Kessel Zu laut und zu belastend für die Natur im Wittelsbacher Park – nach viel Hin und Her zog das Jugendfestival Modular auf das Gaswerk-Gelände um und fand heuer dort zum ersten Mal statt. Das Fazit: Ganz so schlimm war es dann doch nicht, wie von vielen vorher geunkt wurde. Eigentlich kam das neue Festival-Gelände mit den markanten Gebäuden, allen voran der Gaskessel, sogar richtig gut an. Die Karten für das Modular 2020 werden wieder schnell weg sein, so viel scheint sicher.

V wie Verflixte Technik Der technische Fortschritt ist ja meist etwas Schönes, etwas, das das Leben leichter macht. Doch wenn Maschinen Menschen ersetzen sollen, sollte man genauer hinschauen – aber wenn der Roboter dann sooo schöne Augen hat. Die Rede ist vom Pflegeroboter „Pepper“, den Studenten im Sommer in Augsburg vorstellten. Die Maschine mit den großen Augen soll in halbferner Zukunft eingesetzt werden, um das Personal zu entlasten – böse Zungen sagen: zu ersetzen. Auf der anderen Seite kann es in der Pflege ja so viel schlechter nicht mehr werden. Auch in diesem Jahr gab es in Augsburg wieder Pflegeskandale: Im Sommer wurden erhebliche Missstände in einem Augsburger Heim eines privaten Betreibers bekannt, im Herbst ermittelte die Staatsanwaltschaft wegen bandenmäßigen Betrugs gegen mehrere Pflegedienste. W wie Winterausstellung Zuletzt waren einfach die Besucher ausgeblieben und ein neues Konzept musste her: Die traditionsreiche Verbrauchermesse Afa wurde dieses Jahr verkürzt auf fünf Tage – und in den Januar verlegt. Da passt nun der eigentliche Name Augsburger Frühjahrsausstellung nicht mehr ganz so gut, aber zumindest gibt es nun keine Überschneidungen mehr, etwa mit dem Osterplärrer. Die Veranstalter jedenfalls glauben an das geänderte Konzept. Auch 2020 wird es eine Awa geben, eine Augsburger Winterausstellung im Januar.

X wie XS-Schulsanierung 300 Millionen sind nicht genug, das wurde den Augsburger Stadträten im Juni klar. Seit 2014 versucht die Stadt mit dem Projekt „300 Millionen für unsere Schulen“ dem Sanierungsbedarf selbiger gerecht zu werden, doch das eingeplante Geld reicht vorne und hinten nicht aus. 2019 mussten einige Millionen Euro außerplanmäßig nachgeschoben werden. An vielen Stellen wird abgespeckt, Vorhaben für einzelne Schulen werden in die Zukunft vertagt. Und so wird das einstige Mammutprojekt zur Minimum-Sanierung.

Y wie Yggdrasil Was würde die Weltenesche aus der nordischen Mythenwelt wohl dazu sagen, wie an Lech und Wertach mit ihresgleichen umgesprungen wird? Obwohl in Augsburg ausgerechnet ein Grüner den Posten des Umweltreferenten bekleidet, fallen immer wieder Bäume der städtischen Motorsäge zum Opfer. Freilich immer mit gutem Grund, wie etwa jüngst von einem Pilz befallene Birken im Stadtteil Pfersee. Ein ganz anderer Baum wurde im April gefällt, FCA-Trainer Manuel Baum, aber das ist ein anderes Thema. Dennoch wäre es mal interessant zu erfahren, was denn so ein echter Baum über die Axt im Walde denkt. Immerhin gibt es in Augsburg seit August das erste „sprechende“ (so beschrieb es die Stadt Augsburg) Gehölz Bayerns. Doch die verkabelte und mit Sensoren ausgestattete Rotbuche sendet leider nur Messdaten zu ihrem Wachstum, Vitalfunktionen und Wasserhaushalt ins Internet. Also doch Yggdrasil fragen? Z wie Zerkarien-Alarm Medienwirksam sprang der Zusmarshauser Bürgermeister Bernhard Uhl – mit roter Badehose, trotz CSU-Parteibuch – im Juli in den Rothsee. Kurz zuvor hatte das Gesundheitsamt in dem Gewässer Zerkarien festgestellt. Mit dem Sprung vom Badesteg wollte der Bürgermeister seinen Mit-Baderinnen und Mit-Badern beweisen, dass man im Rothsee trotz lästiger Entenflöhe schwimmen kann. Ein Beweis indes, dass die toten Hunde vom Mandichosee an Blaualgen starben, blieb lange aus. Anfang August verendeten die Tiere am Ufer der Lech-staustufe 23. Knapp zwei Wochen lang wurde gerätselt, ob nun Giftköder oder Cyanobakterien schuld am Tod der Hunde sind. Wiederholte Wasserproben ergaben schließlich: Tychonema war der Auslöser für die Vergiftungen – eine äußerst seltene Art von Blaualgen.

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