Kommentar: Die Römer-"Vision" Eva Webers ist nicht mehr als ein Trostpflaster

Wie geht es in Augsburg weiter mit dem Erbe der Römer?

Peinlich ist es mittlerweile, dass Augsburg es seit Schließung des Römischen Museums vor nunmehr ziemlich genau sieben Jahren nicht geschafft hat, einen Neubau voranzubringen.

Finanziell nicht realisierbar, lautet das wohl zugkräftigste Argument, das Förderer des römischen Erbes zu hören bekommen. Im Kulturbereich hat sich Augsburg mit der Sanierung des Theaters eine gigantische Millionen-Last auf die Schultern geladen, daneben gibt es keinen Spielraum mehr. Doch genau das ist ein Versäumnis der städtischen Finanzpolitik, die eben auch Eva Weber zu verantworten hat.

Es gab genügend mahnende Stimmen zum Megaprojekt „Theatersanierung“, die vor der Überlastung des Haushalts gewarnt hatten. Noch immer ist fraglich, ob der Kostendeckel von knapp 190 Millionen Euro wirklich gehalten werden kann. Die Leidtragenden sind jedenfalls auch die Römer.

Nun weiß Eva Weber freilich, dass den Augsburgern die eigene Stadtgeschichte durchaus am Herzen liegt und so ist es nicht verkehrt, das Thema in den Wahlkampf einzubringen. Leider setzt sie aber genau das fort, was die Stadt seit sieben Jahren tut: Sie vertröstet die Römerfreunde auf unbestimmte Zeit. Als Trostpflaster soll es eine Minipräsentation geben – natürlich dem Zeitgeist entsprechend mit digitalen Stationen und viel Interaktionsmöglichkeiten. Sicher schön anzusehen, aber bitte nicht im Glaspalast, sondern in einem eigenen Raum in einem neuen Römischen Museum am Predigerberg.

Die eine Million Euro, die Weber für die Umsetzung ihrer „Vision“ investieren würde, wären besser aufgehoben in Bemühungen, ein neues Museum zur Realisierungsreife zu bringen. So muss geklärt werden, wie es mit der Berufsschule und deren Turnhalle weitergeht, die dem Neubau im Weg sind. Und dann muss sich der Stadtrat einigen, was das neue Römermuseum alles zu leisten hat.

Steine gäbe es also genug aus dem Weg zu räumen, dafür sollten sich Eva Weber und die übrigen OB-Kandidaten stark machen. Augsburg vermisst seine Römer!

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