Mehr Licht und Streetworker: Wie die Stadt Augsburg den Elias-Holl-Platz wieder attraktiver machen will

Auf dem Elias-Holl-Platz treffen sich zu später Stunde gern Jugendliche. Deren Lärm und Hinterlassenschaften stören die Anwohner. Foto: Monika Grunert Glas

Mehr Streetworker braucht die Fuggerstadt: Darüber waren sich die Teilnehmer eines Workshops, die über Lösungen grübelten, wie man mit dem Problem feiernder Jugendlicher auf dem Elias-Holl-Platz unterhalb des Rathauses umgehen soll, einig. Wie Ordnungsreferent Dirk Wurm nun im Ordnungsausschuss der Stadt erklärte, gebe es in Augsburg lediglich neun Streetworker. Das seien sehr wenige angesichts von rund 300 000 Einwohnern.
Die Stadt diskutiert das Platz-Problem mit den empörten Anwohnern, die über Lärm und Müll klagen. Sie können nicht schlafen, wenn Jugendliche auf dem Areal feiern, grölen, Alkohol konsumieren. Wildpinkeln und Müllablagerungen sind weitere Punkte, die die Bürger monieren. Das große Ziel ist klar definiert: Jeder soll sich, unabhängig von der Tageszeit, gern auf dem Platz aufhalten und dabei kein ungutes Gefühl haben.
Wenn die Stadt sich die Berichte über die Zustände auf dem Elias-Holl-Platz anhört, gibt es einen Haken: Die Jugendlichen sind nicht dabei. Und vermutlich lesen sie auch nicht in der Zeitung, wie sich ihr Verhalten auf andere Menschen auswirkt. Wie also soll man ihnen das klar machen? Man setze auf Gespräche. Nur, wenn die Kids sich einsichtig zeigten, werde sich etwa ändern, meint Dirk Wurm. Deshalb will man die Präsenz der Streetworker erhöhen. Auch die Mitarbeiter des Ordnungsamts, die nachts auf Streife gehen, werden noch stärker den Platz kontrollieren, als bisher schon. Für Lärm nach 22 Uhr kann beispielsweise ein Bußgeld von 50 Euro erhoben werden. "Es ist auch der Fluch der guten Tat. Die Anspruchshaltung der Bevölkerung steigt, wir müssen personell nachbesetzen", so der Ordnungsreferent.

Areal soll kein stiller Platz werden

Die Workshops regten zudem an, Toilettenmöglichkeiten vor Ort zu schaffen. Aus verschiedenen Gründen der Bürokratie ist das nicht so einfach, wie man glauben könnte. Nun will man umliegende Gaststätten darauf ansprechen, ob sie sich an dem Konzept "Nette Toilette" beteiligen würden. Dann dürfte jemand bei ihnen das Örtchen aufsuchen, auch ohne dort Gast zu sein.
Eines, so Wurm, solle das Areal jedoch nicht werden: "Ein stiller Platz". Als man ihn vor einigen Jahren neu gestaltete, hatte man schon geplant, ihn für Veranstaltungen wie etwa einen Markt am Wochenende zu nutzen. Demnächst könnte dort sogar vorübergehend ein Parkplatz entstehen. Die Sanierung einiger Tiefgaragen in der Altstadt steht an, die Nutzer könnten währenddessen ihre Autos auf dem Elias-Holl-Platz abstellen.

Bessere Beleuchtung für besseres Sicherheitsgefühl?

Möglichst zügig will man den Platz besser beleuchten, das sorge für ein besseres, subjektives Sicherheitsgefühl der Bürger, erklärte Wurm. Dieses stehe übrigens im Gegensatz zum objektiven Sicherheitsempfinden, denn auf dem Areal ist die Anzahl der Straftaten im Vergleich zu anderen Plätze in der Innenstadt sehr gering "Eventuell vertreibt das Licht die Jugendlichen", sagt Wurm. Dann aber werden sie sich vermutlich wo anders treffen und das Problem sich verlagern. Denn es fehlt beispielsweise ein Jugendzentrum in der City. Regina Stuber-Schneider meinte, man brauche ein allgemeines Konzept für alle Plätze der Stadt. Sie sah ähnliche Schwierigkeiten auf den in der Entstehung begriffenen Flößerpark in Lechhausen zukommen.
Am Montagabend gibt es in der Hollstube des Rathauses erneut ein Gespräch zwischen Anwohnern und der Stadt.

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