Wie wir unsere Schulen bei der Digitalisierung unterstützen können

von LeserReporter FDP Augsburg aus Augsburg-Stadt

OB-Kandidat Lars Vollmar

Die FDP fordert mehr Tempo beim Aufbau einer zentralen städtischen IT-Servicestelle für die 70 öffentlichen Schulen in Augsburg. Die zwei vom Bildungsausschuss des Stadtrats seit Oktober 2019 gewünschten Planstellen müssten endlich eingerichtet werden, damit die Augsburger Schulen rasch Fördermittel aus dem „Digitalpakt Schule“ beantragen könnten. Wie eine Anfrage der FDP-Landtagsfraktion ergeben hat, wurden von den 778 Millionen Euro, die der Bund Bayern zur Verfügung stellt, erst sieben Millionen beim bayerischen Kultusministerium beantragt.

„Als Liberale wollen wir eigentlich, dass die einzelnen Schulen mehr Entscheidungen selbst treffen können. Aber beim Aufbau einer digitalen Infrastruktur ist es schlichtweg nicht effizient, wenn wir in Augsburg im Extremfall 70 Insellösungen aufbauen", erklärt der Oberbürgermeisterkandidat der Augsburger FDP, Lars Vollmar. Deswegen soll eine zentrale städtische Stelle auf eine einheitliche Lösung für Augsburg hinwirken.

Die städtische Servicestelle soll den Schulen nach Vorstellungen der FDP auch bei der Wartung und Instandhaltung der IT-Systeme unter die Arme greifen. „Es sind heute vor allem Lehrkräfte mit IT-Kenntnissen, die viel Zeit und Mühe darauf verwenden, die digitalen Endgeräte an ihrer Schule am Laufen zu halten und um anderen Kollegen zu helfen, wenn mal ein Programm hängt oder das WLAN nicht funktioniert. Aber auch die IT-Spezialisten unter den Lehrkräften müssen ihre Unterrichtsstunden ableisten und können dann nicht mal eben nebenan aushelfen.“

Vollmar kritisiert deshalb die Politik der bayerischen Staatsregierung: „In jeder Firma und jeder Behörde gibt es Verantwortliche, die sich in Vollzeit darum kümmern, dass die IT funktioniert. Aber an unseren Schulen soll es ausreichen, dass eine Lehrkraft neben ihrer Unterrichtstätigkeit und mit kaum Anrechnungsstunden diese Systeme am Laufen hält?“

Für die Liberalen ist es eine wesentliche Schwachstelle des von Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) verantworteten Antragsverfahrens zum „Digitalpakt Schule“, dass die Kommunen als Sachaufwandsträger allein verantwortlich für die Einrichtung und Unterhaltung der IT-Infrastruktur sind. Der Freistaat fördere zwar die Anschaffung der Infrastruktur. Laufende Kosten für den Betrieb, Wartung und IT-Support sind im Förderprogramm ‚Digitalpakt Schule‘ explizit nicht förderfähig.

Vollmar kritisiert dabei die Freien Wähler: „Ich hätte erwartet, dass sich die Freien Wähler als selbst ernannter Anwalt der Kommunen der Forderung des Bayerischen Städtetages angeschlossen hätten, der auf eine entsprechende Änderung des Bayerischen Schulfinanzierungsgesetzes drängt, damit der Freistaat den Kommunen auch die laufenden Kosten ersetzen kann.“

Doch so lange der Freistaat sich hier nicht bewege, müsse die Stadt Augsburg das ihr Mögliche tun. „Die Stadt hat viel Erfahrung mit dem Aufbau und der Wartung von IT-Systemen. Dieses Know-how wollen wir unseren Schulen zur Verfügung stellen. Wenn die Bayerische Staatsregierung sich hier einen schlanken Fuß macht, muss die Stadt als Sachaufwandsträger dafür sorgen, dass Kinder und Jugendliche in Augsburg bestmöglich auf ein Leben in einer digitalisierten Welt vorbereitet werden können.“

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