Verzicht auf AVV-Tariferhöhung ist verkraftbar

von LeserReporter FDP Augsburg aus Augsburg-Stadt

Die FDP wendet sich gegen die angekündigte Fahrpreiserhöhung beim Augsburger Verkehrs- und Tarifverbund (AVV) zum 1. Juli 2020. Die vom AVV vorgebrachten Einnahmeausfälle aufgrund des Corona-Virus lassen die Liberalen als Begründung nicht gelten. Im Gegenteil seien die corona-bedingten Belastungen der Bevölkerung ein Grund, auf die Fahrpreiserhöhung in diesem Jahr zu verzichten.

„Dass die Fahrkarten im Jahr 2020 um knapp 5 Prozent teurer werden sollen, wurde schon weit vor Corona festgelegt. Bereits Mite 2019 wurden Faktoren wie Strom- oder Treibstoffpreise und Personalkosten herangezogen, um die neuen Preise zu berechnen. Das heißt, die geschönt ‚Tarifanpassung‘ genannte Verteuerung hat nicht nichts mit Corona zu tun.“

Natürlich erkennt die FDP an, dass die Covid-19-Pandemie für den AVV eine unerwartete Belastung darstellt. Da viele Menschen aus Angst vor Ansteckung öffentliche Verkehrsmittel meiden, muss der AVV monatlich auf 2 Millionen Euro verzichten, die in normalen Zeiten durch Fahrkartenverkäufe als Einnahmen verbucht werden können. Außerdem sind für Hygienemaßnahmen in Bussen, Bahnen, Werkstätten und Büros zusätzliche Kosten entstanden.

Für diese corona-bedingten Belastungen darf der AVV auf Hilfen der Bundesregierung hoffen. „Die Spitzen der Berliner Koalition haben sich letzte Woche darauf geeinigt, für den öffentlichen Nahverkehr 2,5 Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen. Auch, wenn noch nich klar ist, wie diese Summe auf die knapp 120 Tarifverbünde in Deutschland verteilt werden, kommt man für die Region Augsburg rein rechnerisch auf einen zweistelligen Millionenbetrag. Wegen Corona wird also auch in Zukunft keine Fahrpreiserhöhung notwendig.“

Allerdings sind viele Kunden des AVV durch die Folgen der Pandemie finanziell stark getroffen. „Viele Angestellte sind in Kurzarbeit und erhalten nur zwei Drittel ihres normalen Gehalts. Viele Selbständige bangen um ihre Existenz. Vor diesem Hintergrund die Fahrpreise zu erhöhen, obwohl das ÖPNV-Angebot seit Wochen stark eingeschränkt ist, halte ich für ein völlig falsches Signal.“

Die Kosten, die ein Verzicht auf die Tarifanpassung auch in der zweiten Jahreshälfte bedeuten würde, beziffert der AVV auf 2 Millionen Euro für das gesamte Tarifgebiet. In der Stadt Augsburg fällt etwas mehr als die Hälfte an. Diese Summe hält die FDP für verkraftbar. “Die Stadtwerke subventionieren den Nahverkehr aus Erträgen der Energiesparte ohnehin mit knapp 40 Millionen Euro pro Jahr. Gleichzeitig entfallen Sponsoringausgaben für zahlreiche Kultur- und Sportveranstaltungen, die dieses Jahr wegen Corona abgesagt werden mussten. Deswegen halten wir einen einmaligen Verzicht auf die Fahrpreiserhöhung für möglich und notwendig.“

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