AEV in Ingolstadt: Ein Punkt nach verbissenem Kampf

von LeserReporter George Stadler aus Augsburg-Stadt

Gästeblock in rot-grün-weiß: Choreographie der AEV-Fans vor dem Spiel.

Es war kein sportlicher Leckerbissen, den die Fans in der ausverkauften Saturn-Arena erlebten, dafür sahen sie einen spannenden Fight im schwäbisch-oberbayerischen Derby. Das erste Drittel dominierte der AEV, der seine gut 500 mitgereisten Fans in der 15. Minute noch lauter jubeln ließ, im Mitteldrittel konnte Ingolstadt das Spiel drehen und die gut 4.000 Oberbayern gut gelaunt in die Pause verabschieden. Aber Augsburg kam mit Drew LeBlancs 2:2 gleich zu Beginn des Schlussabschnitts zurück ins Spiel, das fünfundzwanzig Minuten lang verbissen geführt wurde. Die Leistungen glichen sich, keinem unterlief der entscheidende Fehler - und nach regulärer Spielzeit und fünf Minuten Verlängerung stand es immer noch 2:2. Das Penaltyschießen musste entscheiden, wo Collins seinen Blau-Weißen den Zusatzpunkt sicherte.

Für den kurzfristig operierten Oli Roy steht für den Rest der Hauptrunde Markus Keller im Tor; der Kanadier soll zu den Playoffs wieder einsatzfähig sein. In Ingolstadt machte er seine Sache mit 39 Saves recht gut, etwas leichter wurde ihm das Toreverhindern gemacht durch den Einsatz von Henry Haase. Der Verteidiger mit der Nummer 4 ist mit einem Vollvisierhelm wieder einsatzfähig, die Konsequenzen des Checks gegen den Kopf sind vier Spiele Sperre gegen Mannheims Hungerecker und eine gebrochene Nase von Haase, wegen der befürchteten Gehirnerschütterung gaben die Ärzte Entwarnung. 

Stieler belohnt die lauten Fans

Der AEV versuchte es mit konsequenter Vorwärtsverteidigung, so dass die Schanzer gar nicht erst in die Nähe des Augsburger Tores kamen. Das funktionierte im ersten Drittel bis auf eine zweiminütige Unterzahl-Situation sehr gut, denn die restlichen achtzehn Minuten dominierte Tray Tuomies Team das Geschehen auf dem Eis und die AEV-Fans die Stimmung in der Halle. In der 16. Minute belohnte David Stieler seine Mannschaft und die unermüdlich anfeuernden Fans: Adam Payerl hatte sich über rechts an der Bande durchgesetzt, war hinter Reimers Tor gekurvt und hatte dann kurz auf T.J. Trevelyan gepasst. Augsburgs Publikumsliebling passte schnell weiter vors Tor, wo Stieler bereitstand und einschieben konnte. 

Der ERCI dreht das Spiel...

Im Mitteldrittel konnte der AEV das hohe Tempo nicht halten, wurde durch Strafzeiten zusätzlich geschwächt - und der ERCI konnte das Spiel drehen. Erst traf Topscorer Wayne Simpson in der 25. Minute nach einem Lucky Bounce - der Puck war von der Bande wieder vors Tor geprallt und Markus Keller unterwegs zur anderen Seite seines Tores - vier Minuten später war es Brandon Mashinter, dem in Überzahl das 2:1 gelang. Die Schwaben fingen sich wieder und kämpften sich ins Spiel zurück, aber auch im Powerplay blieb ihnen der Ausgleich versagt.

... aber Drew LeBlanc überrascht die Schanzer

Die Fans der Schanzer holten sich zufrieden in der zweiten Pause ein Bier, verschluckten sich aber kurz nach Wiederbeginn daran: Schon der erste AEV-Angriff brachte den Ausgleich! Drew LeBlanc führte die Scheibe ins Angriffsdrittel und passte hart vors Tor zum vorgesprinteten  Scott Kosmachuk. Der US-Amerikaner scheiterte zwar aus kurzer Distanz an Reimer, aber LeBlanc schnappte sich den Abpraller und versetzte den Gästeblock hinterm Tor in Extase. Nach nur 24 Sekunden im Schlussabschnitt war das Spiel wieder offen.

Beide Teams kämpften die weiteren neunzehneinhalb Minuten erbittert um jeden Zentimeter Eis, vermieden dabei so gut wie jeden Fehler und mussten deshalb Überminuten schieben. Aber auch die fünfminütige Verlängerung brachte keine Entscheidung, der Gewinner wurde im Penaltyschießen ermittelt. Und auch das dauerte etwas länger: Von den je drei ersten Schützen legte Kris Foucault für den ERCI vor, David Stieler glich als letzter Schütze für den AEV aus. Die Trainer versuchten es jetzt immer wieder mit den beiden erfolgreichen Spielern, aber sowohl Stieler als auch Foucault scheiterten bei ihren zweiten und dritten Versuchen. Scott Kosmachuck versagte auch im zweiten Anlauf, so dass Wayne Simpson die Partie für Ingolstadt entscheiden konnte.

Noch ein Sieg gegen Iserlohn, Schwenningen oder Köln für die Playoff-Qualifikation

Durch den Punktgewinn hat der AEV vor den letzten drei Spielen nach oben (Nürnberg und Wolfsburg) sieben Punkte Distanz, dasselbe gilt nach unten: Der 11. aus Köln hat zwar die letzten beiden Spiele nach seiner beispiellosen Niederlagenserie gewinnen können, auf Augsburg und Platz 10 fehlen den Haien trotzdem noch sieben Punkte sowie 19 Tore. Eine erfolgreiche Aufholjagd ist nicht ganz ausgeschlossen, es ist aber trotzdem unwahrscheinlich, dass sich am 10. Platz des AEV noch etwas ändert. Mit einem Dreier, zum Beispiel am Sonntag gegen Iserlohn, wäre Augsburg sicher Zehnter und damit qualifiziert. 

Als Zehnter hat man es in der ersten Playoff-Runde übrigens mit dem Siebten zu tun. Dort steht gerade ausgerechnet Ingolstadt...

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