FC Augsburg mit Auftaktniederlage nach der Corona-Pause

von LeserReporter Christian Maniccia aus Augsburg-Stadt

Ungewohntes Bild die WWK Arena leer ohne Publikum. Die Normalität in der Corona-Zeit

Seit Mitte März ruhte der Ball in der Bundesliga und nach mehr als zwei Monaten Pause rollt er ab heute endlich weiter. Auf dem Programm stand das Heimspiel des 26. Spieltags gegen den Vfl Wolfsburg. Wolfsburg fand nach der langen Pause und vor einer Geisterkulisse besser ins Spiel und ging verdient in der ersten Halbzeit durch Steffen (43.) in Führung. Aus der Kabine kam der FCA aber deutlich entschlossener und belohnte sich mit dem Eigentor von Brooks (54.). Beinahe hätten die Fuggerstädter das Spiel gedreht, doch Uduokhais Kopfballtreffer wurde wegen einer Abseitsstellung von Niederlechner nach Videobeweis zurückgenommen. Die Niederlage gegen die Wölfe kam durch ein spätes Tor in der Nachspielzeit durch Ginczek.

Vor dem Spiel gegen Wolfsburg sorgte der neue Trainer des FCA, Heiko Herrlich, für Schlagzeilen, als er in einem Interview zugab, gegen die Quarantäne-Regeln des Hygiene-Konzepts der DFL verstoßen zu haben. Als Konsequenz für sein Fehlverhalten leitete der FCA-Coach bereits seit Freitag nicht mehr das Mannschaftstraining und saß zunächst auch nicht auf der Bank. Herrlich verfolgte das Spiel seiner Mannschaft nur aus einer Loge im Stadion und wurde von seinem Co-Trainer Tobias Zellner vertreten. Der neue FCA Trainer änderte die Mannschaft, die vor der Corona-Unterbrechung gegen die Bayern verloren hatte, auf zwei Positionen. Für Abwehrchef Gouweleeuw, der noch Trainingsrückstand hat, begann überraschenderweise Suchy und für Iago begann Vargas. Max rückte dadurch eine Position nach hinten. Genauso wie zuletzt unter Martin Schmidt erhielt Luthe vor Koubek den Vorzug im Tor.

 

Das letzte Spiel von Wolfsburg war die Europa-League-Niederlage gegen Schachtar Donezk. Somit war die Pause für die Werks-Elf etwas kürzer und die Wölfe sammelten Erfahrung in Sachen Geisterspiele. Während Trainer Heiko Herrlich fast den ganzen Kader zur Verfügung hatte, musste Trainer Oliver Glasner auf Gerhardt (Gesichtsfrakturen), Weghorst (5. Gelbe Karte) und Knoche (Bank) verzichten.  Dafür rückten Pongracic, Mbabu und Joao Victor in die Startelf.

 

Wolfsburg mit verdienter Führung

 

Die erste Halbzeit begann alles andere als berauschend. Beide Mannschaften taten sich schwer ins Spiel zu kommen. Das Spiel erinnerte mehr an ein Sommertestspiel als an ein Bundesligaspiel. Das Spielniveau und der Spielfluss blieben überschaubar, waren aber nach der langen Pause und ohne Zuschauer nachvollziehbar. Beide Mannschaften brauchten knappe 15 Minuten um sich zurechtzufinden. Den ersten und einzigen Abschluss des FCA aufs Tor in der ersten Halbzeit hatte Vargas (16.). Nach einer Flanke von Max konnte der Schweizer auf das Tor der Wolfsburger abschließen. Nach einer kleinen Unsicherheit konnte Casteels die Kugel im Nachfassen sichern.

Danach übernahm Wolfsburg immer mehr die Kontrolle und hatte deutlich mehr Spielanteile. Zunächst kam aus dem vielen Ballbesitz aber nichts Konkretes heraus. Außer einem Abschluss von Otavio  (25.), der das Tor weit verfehlte und einem harmlosen Kopfball von Steffen (31.), konnte Wolfsburg seine Überlegenheit nicht in Torchancen ummünzen. Die gefährlichste Aktion bis dato hatte Jedvaj, der sich bei einem Klärungsversuch den Ball selbst an den Arm schoss.

Doch trotzdem ging Wolfsburg kurz vor der Halbzeit (43.) in Führung.  Nach einer Flanke aus dem Halbfeld von Otavio verlor Suchy seinen Gegenspieler aus den Augen. Der alleinstehende Steffen köpfte die Kugel aus knapp 15 Metern unhaltbar ins linke Eck. Insgesamt eine verdiente Führung der Wolfsburger, die deutlich mehr für das Spiel gemacht hatten.

 

Ausgleich durch Eigentor

 

In der Kabine muss Co-Trainer Tobias Zellner die richtigen Worte gefunden haben, denn der FCA kam deutlich zielstrebiger aus der Halbzeit. Bereits nach wenigen Minuten verzeichnet Richter den ersten Abschluss (49.). Doch Wolfsburgs Keeper Casteels ließ sich nicht überraschen und hielt die Kugel im Nachfassen fest. Kurz darauf belohnte sich der FCA  für den mutigen Auftritt in der zweiten Halbzeit (54.). Einen scharfen Freistoß von Max in den Sechzehner verlängerte Brooks unfreiwillig Richtung Tor. Wolfsburg Keeper Casteels wurde von der Verlängerung überrascht und versuchte den Ball abzuwehren. Die Kugel rutschte dem Keeper durch die Finger und fand über die Unterkante der Latte den Weg über die Linie. Sicherheitshalber drückte Jedvaj die Kugel mit dem Kopf ins Netz.  

 

Die zweite Halbzeit war spielerisch deutlich besser auch weil die Fuggerstädter jetzt deutlich mehr Spielanteile hatten und nach vorne mehr taten. Nach dem Ausgleich drückte Augsburg weiter und hätte beinahe das Spiel gedreht. Und wieder sorgte Max nach einer Standardsituation für Gefahr (67.). Uduokhai, der kurz davor eingewechselt worden war, nickte eine Max-Hereingabe aus kurzer Distanz ein. Nach einem Hinweis des Videoassistenten sah sich aber Schiedsrichter Felix Brych die Szene noch einmal an und nahm den Treffer richtigerweise zurück. Niederlechner stand beim Kopfball von Uduokhai im Abseits und in der Schusslinie und nahm dadurch Casteels die Sicht. Kaum hatte sich Wolfsburg vom Schrecken erholt, wurden sie auch wieder gefährlicher. Mehmedi nahm eine Flanke von Otavio mit der Brust an und knallte den Ball an den Pfosten (71.).

 

Last-Minute-Treffer von Ginczek

 

In der Schlussviertelstunde drückte Wolfsburg auf den Sieg. Die Werks-Elf legte noch einen Gang zu, während den Augsburgern langsam die Puste ausging.  In der 82. Minute die nächste Chance für Mehmedi, der nach einem schönen Angriff zu zentral abschloss und Luthe sich mit den Füßen rettete. Als sich alle bereits mit einem Remis abgefunden hatten, stach der Joker Ginczek in der Nachspielzeit (90.+1) zu.  Mbabu der das ganze Spiel auf seiner rechten Seite viel Dampf gemacht hatte, wurde von Iago zu passiv angegangen. Der Schweizer düpierte die Augsburger Abwehr und drang in den Strafraum. Dort passte er vor das Tor, wo Ginczek am zweiten Pfosten nur noch die Kugel einschieben musste. Augsburg konnte in den verbleibenden Minuten nicht mehr reagieren und kassierte das nächste späte Tor und riskierte sogar noch eines in der Nachspielzeit durch Ginczek zu kassieren. Doch der Wolfsburger Stürmer verzog freistehend (90.+2). Am Ende konnte Wolfsburg noch einen Zahn zulegen und gewann verdient das erste Spiel nach der Corona-Unterbrechung. Der Vorsprung des FCA auf die Abstiegsränge schmilzt weiter.

 

Der FC Augsburg ist dann am Sonntag in Gelsenkirchen auf Punktejagd gegen die angeschlagenen Schalker, die auch ihr erstes Spiel verloren haben. Wolfsburg hingegen empfängt am Samstag um 15:30 Titelkandidat Borussia Dortmund und träumt weiter von Europa.

 

 

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