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FC Augsburg dreht das Spiel in der zweiten Halbzeit

von LeserReporter Christian Maniccia
Im Bild Andre Hahn der an zwei von drei Augsburger Tore beteiligt war

Am 26. Spieltag trat Augsburg daheim gegen Hannover 96 in der WWK Arena an. Beide Mannschaften brauchten unbedingt Punkte im Abstiegskampf. Nach einer schwachen ersten Halbzeit der Fuggerstädter war Hannover zurecht mit Weydandt (8.) in Führung gegangen. Nach der Halbzeitpause drehte Augsburg das Spiel mit den Toren von Cordova, Schmidt und Hahn (65., 78., und 86.) und hat somit nun bereits 5 Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz.

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Der FCA Trainer Baum nahm gegenüber dem 0:0 in Leipzig vier Wechsel vor. Torjäger Alfred Finnbogason war nach über einem Monat wieder einsatzbereit sowie der zuletzt stark aufspielende Don-Wong Ji. Andre Hahn war nach seiner gelbsperre auch wieder in der Startelf zu finden. FCA Trainer Baum musste nur auf Gregoritsch wegen einer Erkältung verzichten. Für Teigl, Jensen und Cordova war nur noch Platz auf der Bank.

Auch Hannovers Trainer Thomas Doll wechselte nach der 2:3 Niederlage gegen Leverkusenn auf drei Positionen. Sorg Müller und Weydandt durften von Beginn an starten.

Kobel patzt

Nach den zuletzt positiven Ergebnissen der Schwaben und den negativen von Hannover hatten alle mit einem rasanten Start der Augsburger gerechnet und wurden eines besseren belehrt. Die Niedersachsen traten mutig auf und es entwickelte sich von Beginn an ein offener Schlagabtausch mit Vorteilen für Hannover. Bereits in der dritten Minute musste Danso in höchster Not einen gefährlichen Schuss von Jonathas blocken. Zuvor hatten die Augsburger wegen einen rustikalem Einsatz von Sorg gegen den Isländer Finnbogason protestiert, doch die Pfeife des Schiedsrichters blieb stumm. Die Entscheidung vom Schiedsrichter Manuel Gräfe war in diesem Fall aber vertretbar. Hannovers Trainer Doll war insgesamt mit der Leistung des Schiedsrichters nicht einverstanden und sah in dem Referee den Schuldigen: “Deinetwegen haben wir verloren, deinetwegen haben wir verloren.“

Doch zunächst ging Hannover in Führung nach einem groben Patzer des FCA Keepers Kobel in der 8. Minute. Der Augsburger Torwart der zuvor in den letzten Spielen ein souveräner Rückhalt für seine Mitspieler war, klärte den Ball mit der Faust außerhalb des Strafraumsviel zu kurz. Der umstrittene Schiedsrichter Gräfe ließ zunächst weiterspielen. Den Heber von Maine konnte Khedira in höchster Not noch klären, doch auch er war machtlos als Weydandt den Ball aus 13 Metern über Kobel mit dem Kopf in die Maschen drosch.

Nach der überraschenden Führung ließ die Reaktion des FCA nicht lange auf sich warten. Bereits in der 11. Minute hatte Ji den Ausgleich auf den Fuss. Doch sein Schuss verfehlte das Tor von Keeper Esser. Die Hannoveraner beflügelt von der Führung, hätten sogar die Möglichkeit gehabt ihren knappen Vorsprung ausbauen zu können. Jedoch stand in der 12. Minute Keeper Kobel im Weg, der einen tückischen Schuss von Weydandt stark parierte. Während zwei Minuten später Müller kläglich scheiterte als er elf Meter vor dem Tor völlig freistehend den Ball verstolperte.

Nach einer knappen Viertelstunde hatte Augsburg mehr vom Spiel war aber vorne nicht zwingend genug, es fehlte die Durchschlagskraft. Torjäger Finnbogason blieb blass. Ihm war die lange Verletzungspause sichtlich anzumerken und wurde in der zweiten Halbzeit für Cordova ausgewechselt. Ein paar Mal brannte es im Strafraum der Gäste, wie zum Beispiel in der 22. Minute. Jedoch war der Abschluss von Kapitän Baier zu harmlos und zentral um den Gästekeeper Esser in Verlegenheit zu bringen. Hannover versuchte nur noch den Vorsprung zu verwalten. Sinnbildlich hierfür war die gelbe Karte für Torhüter Esser bereits in der 31. Minute wegen Zeitspielens. Sogar die Statistiken machten die Überlegenheit des FCA deutlich. Zeitweise hatten die Augsburger 80% Ballbesitz. Doch der FCA konnte die klare Überlegenheit nicht in Tore ummünzen. Nur der Südkoreaner Ji hatte vor der Pause noch eine Abschlusschance (34.). Viel gefährlicher waren da die gezielten Nadelstiche der Doll-Elf. Kurz vor der Pause tauchten die Niedersachsen zweimal gefährlich vor dem Tor von Kobel auf. Doch Jonathas verfehlte beide Male das Augsburger Tor.
Zu Pause ging es mit einem verdienten 1-0 für die Gäste. Insgesamt hatten die 96er die besseren Chancen und wirkten vor dem gegnerischen Tor zwingender, während Augsburg mit den vielen Ballbesitz oft nichts anzufangen wussten.

Der Joker sticht

Trainer Baum muss in der Kabine die richtigen Worte gefunden haben, denn der FCA kam deutlich zielstrebiger aus der Kabine. Jedoch hatten sie zunächst Riesendusel als ein Freistoß von Haraguchi aus 18 Metern an die Querlatte donnerte (52.). Doch danach spielte sich alles nur noch vor Hannovers Tor ab. Zunächst scheiterte noch Richter (53.) und Danso (55.) am Keeper Esser. Doch auch dieser war in der 65. Minute machtlos. Andre Hahn nahm eine Eckballhereingabe mit vollem Risiko per Direktabnahme ab und zimmerte den Ball aber an den Pfosten. Als schnellster reagierte, der gerade seit nicht einmal 10. Minuten eingewechselte Cordova, und staubte mit dem Kopf ab.
Nach dem Ausgleich war Augsburg die klar bessere Mannschaft und drängte auf den Führungstreffer. Zunächst scheiterte noch Ji mit einem Kopfball, der nur Zentimeter das Tor verfehlte (75. Minute) ehe schließlich Schmid das Tor erzielte (78.). Der FCA Spieler überwand Torwart Esser mit einem frechen direkten Freistoß aus ca. 25 Metern aus halblinker Position. Der 96er Keeper machte dabei keine gute Figur, da der Ball ins kurze Eck landete.

Hahn krönt seine Leistung

Den Deckel endgültig zu, machte Matchwinner Hahn in der 86. Minute als er einen Konter eingeleitet vom sicheren Danso abschloss. Auch in diesem Fall sah der Keeper der Gäste nicht gut aus. Hahns Schuss aus knapp 15 Metern rutschte nämlich dem Torhüter unter den Armen durch ins Netz.

Augsburg drehte mit einer starken zweiten Halbzeit das Spiel. Mit dem Sieg sind die Fuggerstädter an Schalke 04 vorbeigezogen und machen einen weiteren Schritt in Richtung Klassenerhalt, während Hannover 96 dem Abstieg entgegentaumelt. Nach der Länderspielpause spielt der FC Augsburg in Nürnberg. Hannover empfängt am Sonntag daheim den nächsten Abstiegskandidaten Schalke, für womöglich die letzte Chance zum Klassenerhalt.

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