FC Augsburg: Wichtiger Sieg im Abstiegskampf

von LeserReporter Christian Maniccia aus Augsburg-Stadt

Matchwinner Niederlechner traf mit seinem goldenen Tor bereits nach 43 Sekunden.

Am 31. Spieltag war zwischen dem 1. FSV Mainz 05 (Tabellenplatz 15) und dem FC Augsburg (Tabellenplatz 14) Abstiegskampf pur angesagt. Beide Mannschaften waren nach dem Sieg von Werder Bremen über Paderborn unter Zugzwang, denn die Abstiegsplätze näherten sich bedrohlich. Auf dem Rasen entwickelte sich ein kampfbetontes Spiel, welches durch das Blitztor von Niederlechner nach nur 43 Sekunden entschieden wurde. Trotz wütender Angriffe verlor die Augsburger nicht die Ordnung und konnten letztendlich den Sieg über die Zeit retten.

Trainer Heiko Herrlich wechselte gegenüber dem 1-1 daheim gegen Köln nur auf einer Position. Jedvaj (Bank) machte in der Innenverteidigung Platz für Gouweleeuw, der unter Herrlich zum ersten Mal in die Startelf rückte. Auf der anderen Seite sah der Mainzer Trainer Achim Beierlorzer keine Notwendigkeit, seine zuletzt siegreiche Mannschaft zu verändern. Nach dem Motto: „Never change a winning team“ vertraute er exakt der Mannschaft, die vor einer Woche auswärts bei Eintracht Frankfurt 2-0 gewonnen hatte.

FC Augsburg mit Traumstart

Der FC Augsburg begann sofort mit viel Zug nach vorne, doch niemand, auch nicht der optimistischste aller Fans, hätte sich einen besseren Start ausmalen können. Nach knapp 43 Sekunden zappelte das Leder im Mainzer Tor. Nach einem zu kurz geklärten Einwurf verlängerte Gruezo per Kopf in den Strafraum genau in den Lauf von Niederlechner. Der Stürmer im Dienste des FCA, der seit vier Monaten eine Durststrecke hatte und letzte Woche sogar einen Elfmeter verschossen hatte, setzte seinen Körper geschickt ein und traf volley per Aufsetzer. Nach seinem Spiel sagte Niederlechner im Interview über sein Tor: „Letzte Woche war ich der Depp, diese Woche bin ich der Held, so ist es halt im Fußball.“  Nach dem Führungstor überließen die Fuggerstädter weitestgehend dem Mainzer das Spielgeschehen. Doch im Mittelfeld ging es, wie es sich im Abstiegskampf gehört, robust zu. So trugen Max und Öztunali sichtliche Blessuren (8.) von ihrem aufeinandertreffen davon.

Bangen um Awoniyi

Kurz darauf wurde es ernst im Augsburger Strafraum. Nach einer Flanke von links setzte Taiwo Awoniyi einen Kopfball knapp neben das Augsburger Tor (17.). Zunächst sah die Szene aus wie ein „normaler“ Luftzweikampf. Doch der Nigerianer war in der Luft mit Augsburgs Felix Uduokhai zusammengeprallt und ausgeknockt worden. Der Mainzer Spieler prallte ohne Körperspannung und ungebremst auf den Rasen und blieb danach regungslos am Boden liegen. Erst nach mehreren Minuten der Behandlung konnte er schließlich mit der Trage vom Platz gebracht werden und wurde vorsorglich ins Krankenhaus gefahren. Nach dem Spiel gab der Mainzer Trainer Entwarnung, dem Spieler gehe es besser er bleibe aber zur Beobachtung im Krankenhaus mit Verdacht auf eine schwere Gehirnerschütterung.   

Nach dem Blitztor und der Auswechslung von Awoniyi war Mainz sichtlich geschockt und bekam trotz viel Ballbesitzes nicht viel zustande. Der FC Augsburg zog sich teilweise tief zurück und setzte gekonnt Nadelstiche. So hätte beinahe Niederlechner nach einem starken Solo-Auftritt von Richter aus wenigen Metern die Führung ausbauen können (29.), doch St. Juste rettete in letzter Sekunde vor dem freistehenden Augsburger. Kurz darauf die Riesenchance für Vargas (32.) nach einem Ballverlust der Mainzer. Der Schweizer schaltete schnell um und kam frei aus 16 Metern zum Abschluss. Sein Schuss aber verfehlte knapp das Gehäuse.

Nach der ersten halben Stunde fing sich Mainz wieder und kam selber zu einigen Torchancen, auch weil Augsburg seiner enorm hohen Laufleistung Tribut zollte. So klärte Max einen Schuss von Mateta kurz vor der Linie (39.), nachdem der Mainzer bereits den FCA-Schlussmann Luthe umkurvt hatte. Kurz danach scheiterte Onisiwo, der für den verletzten Awoniyi eingewechselt wurde, an einer Fußabwehr von Luthe (43.). Schlussendlich rettete Luthe die knappe Führung über die Zeit als er einen Kopfball von Mateta in der Nachspielzeit (45+3) über die Latte lenkte.

FC Augsburg erkämpf sich den Sieg

Auch in der zweiten Halbzeit kam der FCA besser aus den Startlöchern. Die erste gute Chance hatte Vargas (48.) als sein abgefälschter Schuss knapp außerhalb des Strafraums die Latte leicht touchierte. Aber auch Mainz blieb gefährlich. Nach einer Ecke versuchte es Onisiwo mit der Hacke (51.), doch FCA-Torwart Luthe blieb aufmerksam. Die Mainzer versuchten nun den Druck zu erhöhen, doch Augsburg stand kompakt und bot wenig Angriffsfläche. Öztunali hatte in der 53. Minute eine gute Abschlussmöglichkeit, nachdem ihn Quaison angespielt hatte. Doch auch hier war die Abwehrreihe des FCA präsent und konnte den Schuss abblocken. Auf der anderen Seite lauerte die Augsburger immer wieder auf Konter. Die beste Chance der zweiten Halbzeit hatte Vargas (61.) nach einem Zuspiel von Sarenren-Bazee, der erneut aus aussichtsreicher Entfernung das Gehäuse nicht traf.

Danach begann das Wechselkarussell auf beiden Seiten. Worunter vor allem der Spielfluss litt. Das konnte den Fuggerstädter nur recht sein, denn so lief die Uhr gnadenlos runter. Die Mainzer rannten weiter gegen die tiefstehenden Augsburger an, ließen jedoch an Durchschlagskraft vermissen, auch weil die zwei Innenverteidiger Gouweleeuw und Uduokhai nichts anbrennen ließen. Und wenn mal einer durchrutschte, war Luthe zur Stelle. Trotz langer Nachspielzeit wurde Mainz nicht mehr gefährlich und auch Augsburg konnte die sich bietenden Räume nicht nutzen.

Der FCA siegte somit gegen den direkten -Tabellen-Konkurrenten und ist mit einem Bein gerettet. Die Augsburger können beruhigt am Mittwoch in Sinsheim gegen die TSG 1899 Hoffenheim antreten. Mainz hingegen rutscht immer näher an die Abstiegsränge und trifft am Mittwoch auf Dortmund.

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