Herrlicher 0:3-Auswärtssieg des FC Augsburg auf Schalke

von LeserReporter Florian Handl aus Augsburg-Stadt

Nach seinem verpassten Einstand gegen Wolfsburg feierte Augsburgs neuer Trainer Heiko Herrlich in der Veltins Arena auf Schalke am 2. Spieltag der wiederaufgenommenen Bundesliga-Geisterspiel-Saison sein Debüt auf der Bank. Dank dreier Tore von Eduard Löwen, Noah-Joel Sarenren-Bazee und Sergio Cordova konnte Herrlich auch gleich seinen ersten Sieg bejubeln.

Beide Teams hatten zuletzt mit schlechten Ergebnissen zu Kämpfen und dementsprechend wichtig war die Partie. Schalke wollte mit einem Sieg an den internationalen Plätzen dranbleiben und Augsburg brauchte die drei Punkte dringend um den Abstand zum Relegationsplatz, den derzeit die Fortuna aus Düsseldorf innehat, wieder zu vergrößern. Im Vergleich zur Niederlage gegen Wolfsburg veränderte Herrlich die Startformation auf zwei Positionen. Uduokhai und Gruezo kamen anstelle von Suchy und Baier. Mit der Rotation schonte der Trainer Augsburgs Kapitän Baier schonmal für das wichtige Heimspiel gegen den Tabellenletzten Paderborn am kommenden Mittwoch 20.30 Uhr.

Löwens Kunstschuss sorgte für die frühe Führung

Die Partie begann aus Augsburger Sicht perfekt. Bereits in der 6. Minute zirkelte Eduard Löwen einen perfekt geschossenen Freistoß aus 25 Metern zentraler Position unhaltbar für Schalkes jungen Keeper Markus Schubert ins linke Eck. In der Folge übernahm Königsblau die Spielkontrolle und hatte das Gros an Ballbesitz. Herrlich hatte die Augsburger Mannschaft taktisch aber blendend auf ihren Gegner eingestellt. Sie ließ die Schalker in der eigenen Hälfte hin und her passen, sobald die Mannen von David Wagner aber über die Mittellinie kamen, attackierten die in rot spielenden Augsburger ihre Gegenspieler mit aggressivem Pressing und störten so den Spielaufbau. Dagegen fanden die Gelsenkirchener nur selten ein Mittel und wenn sich doch einmal eine Lücke auftat, wie in der 28. Minute als Matondo über die linke Schalker Seite auf das Augsburger Tor zusprintete, war Luthe zur Stelle, streckte gelassen den linken Fuß raus und wehrte so die Kugel ab. So führte Augsburg zur Halbzeit verdient.

In der Anfangsphase der zweiten Hälfte hat sich das Spiel kaum verändert. Schalke mit viel Ballbesitz, Augsburg macht mit vielen kleinen Sprints das Spielfeld klein und hält so Schalke weit vom eigenen Tor fern. Fünf Minuten nach Wiederanpfiff hätte Niederlechner den Verlauf vom Spielbeginn beinahe sogar gespiegelt. Sein Schuss aus spitzem Winkel wurde von Schubert jedoch problemlos abgewehrt.

Schalke wird nervös

Je länger die Partie andauerte, desto nervöser und fahriger wurden die Schalker im Spielaufbau. Immer wieder unterliefen den Hausherren kapitale Fehler, die in Augsburger Kontern mündeten. So hatte Richter in der 62. Minute das 2:0 auf dem Schlappen, als er nach einem desaströsen Fehlpass von Ozcipka Richtung Schalker Tor marschierte. Doch sein Schuss aus 18 Metern war nicht platziert genug. Nur 6 Minuten der nächste Schalker Fehler. McKennie verlor den Ball in der eigenen Hälfte und konnte sich dann nur mit einem Foul helfen. Ähnliche Freistoßsituation wie vor dem 1:0 für Augsburg. Diesmal trat Philipp Max an, doch sein ebenfalls gut platzierter Versuch wurde von Schalkes Schlussmann pariert. Glück für Schalke.
Außer einem Fernschuss von Caligiuri in der 64. und einem Kopfball des ehemaligen FCA-Spielers Michael Gregoritsch in der 71. Minute war von den Knappen wenig zu sehen im zweiten Durchgang.

In der 76. Minute hatten die Gastgeber ihr Glück dann aufgebraucht. Schalkes Sané klärte einen weiten Ball von Framberger unzureichend. Der eingewechselte Sarenren Bazee reagierte gedankenschneller und erwischte die Kugel vor Kenny. Der Joker machte es dann klasse, legte sich den Ball an Sané vorbei und schlenzte ihn zum Abschluss präzise ins rechte Eck zum 0:2.

Auch der 2. Joker sticht - Cordova zum 0:3

Das war die Vorentscheidung. Von Schalke kam in der Schlussphase nichts mehr - es wurde sogar noch schlimmer für Königsblau: Dem eingewechselten Youngster Mercan unterlief als letztem Mann bei der Ballannahme ein Fehler, der eiskalt vom ebenfalls eingewechselten Cordova ausgenutzt wurde. Der Angreifer sprintete allein aufs Tor zu, umkurvte den Schalker Keeper und schob zum 0:3-Endstand ein (90.+1). Diesen Treffer hatte sich Cordova, der seit seiner Einwechslung permanent die Schalker Verteidiger im Spielaufbau unter Druck setzte, auch selbst erarbeitet.

Mit Ellenbogen-Shakes bejubelten die Augsburger-Spieler und Trainer den Auswärtssieg und das Ende der schwarzen Serie, mit zuzletzt vier Niederlagen in Folge. Schalkes Trainer David Wagner setzte nach Spielsschluss schnell seinen Mundschutz auf und war sicher froh, dass dieser seinen ärgerlichen Gesichtsausdruck halbwegs verdeckte.

 

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