Penalty-Sieg gegen Bremerhaven: Roy sichert den Zusatzpunkt

von LeserReporter George Stadler aus Augsburg-Stadt

Ein brisantes Spiel mit Vorgeschichte konnte der AEV für sich entscheiden: Vor zwei Wochen checkte Bremerhavens Chris Rumble Arvids Rekis ins Krankenhaus. Das Foul war nicht mit einer Sperre belegt worden, so dass jeder Puckkontakt des Kopf-Checkers ein Pfeifkonzert auslöste – Augsburgs Fans forderten ihr Team zur Selbstjustiz auf. Dass es dazu abgesehen von einigen fairen Checks nicht kam lag an der Tabellensituation und am Spielverlauf: Die Fischtown Pinguins waren am Freitag in der Tabelle am AEV vorbeigezogen und das Spiel war stets knapp, so dass eine Strafzeit zu Punktverlusten hätte führen können. Zwei Punkte sind besser als gestillte Rachegelüste.

zur Bildergalerie Das seit Donnerstag in der Kabine grassierende Noro-Virus hatte am Freitag in München zu vielen Ausfällen geführt, zwei Tage später war das Team weitgehend kuriert: Alle Kranken waren zurück, nur die drei Verletzten Valentine, Rekis und Ullmann sind weiter nicht einsatzfähig. Das AEV-Tor hütete Olivier Roy, der schon am Freitag überzeugt hatte. Bei Bremerhaven stand Tomas Pöpperle im Tor, verließ dieses jedoch bereits nach dem ersten Schuss, für ihn sprang Jaroslav Hübl ein – und musste gleich den ersten Puck kassieren. Brady Lamb hatte die Scheibe ins Drittel geführt, war Richtung Tor gezogen und hatte den Puck über Hübls Schulter in den Winkel geschlenzt – 1:0 nach nur 71 Sekunden. Das zog vorerst den vielen norddeutschen Fans – via Sonderzug begleiteten über 600 ihre Pinguins – vorerst den Stecker. Es dauerte bis zur 15. Minute, dann wurden sie wieder laut, denn William Weber glich aus. Die mangelhafte Chancenverwertung hatte sich gerächt, denn die AEV-Stürmer scheiterten immer wieder auch bei aussichtsreichen Situationen. Entweder störte im letzten Moment noch eine gegnerische Schlägerspitze (Gill vor dem leeren Tor) oder der nach dem ersten Schuss herausragende Hübl ließ LeBlanc und Co. verzweifeln.

AEV verzweifelt an Hübl

So ging es unentschieden ins Mitteldrittel, in dem man den Augsburgern die gerade überstandene Krankheit anmerkte: Bremerhaven hatte jetzt etwas mehr vom umkämpften Spiel, konnte sich immer wieder in Augsburgs Verteidigungsdrittel festsetzen und mit breit vorgetragenen Kontern für Gefahr sorgen. Einem sah man die überstandene Magen-Darm-Geschichte überhaupt nicht an: Olivier Roy hielt wie in München sein Team im Spiel und stand Hübl in nichts nach. Auch der Deutsch-Tscheche konnte immer wieder ein Körperteil zwischen Puck und Netz bringen – zum Beispiel den großen Zeh gegen LeBlanc aus kürzester Distanz oder gar den Fanghandschuh, unter anderem gegen Matt White. Mehrere Strafzeiten gegen beide Teams ließen das Spiel zerfahren wirken, und da vorerst keine Mannschaft aus der Überzahl Nutzen ziehen konnte, blieb es auch nach vierzig Minuten beim 1:1.

Im Schlussabschnitt fielen wieder Tore, und zwar im Powerplay. Bremerhavens Verlic legte vor, er fälschte mit dem Oberkörper einen Jensen-Schuss unhaltbar ab. Disziplinlosigkeiten der Norddeutscen brachten den AEV zurück ins Spiel: Verlic musste sich wegen Beinstellen auf der Strafbank ausruhen, zu ihm gesellte sich bald Alex Friesen, der wegen eines harten Bandenchecks gegen Matt Fraser mit 2+10 Minuten sanktioniert wurde. Zu fünft gegen drei Gegner, oft hatte das nicht geklappt in dieser Saison, Augsburgs gute Powerplay-Quote basiert auf vielen Treffern mit nur einem Mann mehr. Heute nicht: Lamb und Sezemsky rochieren, Sezemsky wartet mittig auf den Pass von Matt White und knallt die Scheibe ansatzlos in die Maschen – bei diesem Knaller war Hübl machtlos. Bremerhaven also wieder zu viert und gleich wieder sehr gefährlich, aber Roy verhindert den Shorthander.

Nur kurz sieht es so aus, als würden sich die Teams jeweils in die Verlängerung retten wollen, aber schnell wird das Spiel wieder intensiver und seine beiden Hauptdarsteller Hübl und Roy müssen bis zum Schluss Fleißarbeit verrichten – dann geht es weiter mit drei gegen drei: Verlängerung.

Kontrollierte Offensive in der Overtime

Hier sehen die über 5.200 Fans einen überlegt auftretenden AEV, der mit Puckbesitz und sicheren Wechseln Angriffe der Pinguins verhindert. Aber die Augsburger sind auch torgefählich, trotz dieser kontrollierten Offensive: Trevelyan trifft den Außenpfosten, White den Pfosten nach einem Zuckerpass von LeBlanc. Es sind bereits mehr als die Hälfte der fünf Minuten gespielt, da kommt es zum ersten Kurzangriff der Pinguins – aber der Puck landet an Roys Blocker und von dort im Fangnetz hinter dem Tor. Ein letzter Schuss hat es in sich: 4,9 Sekunden vor der Sirene pflückt Roy einen Hammer von Urbas aus der Luft, dann geht es ins Penaltyschießen – für Mike Stewarts Team ist es das erste in dieser Saison. Mit viel Glück und Können halten Roy und Hübl die ersten sechs Penalties, in der zweiten Runde scheitert  erst MacMillan an Roy, dann heißt das Duell Jaroslav gegen Jaroslav, Deutsch-Tscheche gegen Deutsch-Tschechen, Hafenrichter gegen Hübl – und Hafenrichter tunnelt Hübl und sichert dem AEV den Zusatzpunkt.

Ausverkaufte Derbys gegen Ingolstadt und Nürnberg

Am kommenden Freitag gastiert der ERC Ingolstadt im Curt-Frenzel-Stadion zum nächsten Sechs-Punkte-Spiel, sonntags geht es zur DEG. Das Derby gegen die Schanzer ist wie auch das Gastspiel der Nürnberger in zwei Wochen bereits ausverkauft.

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