Sechs-Punkte-Wochenende: Der AEV startet durch

von Leserreporter George Stadleraus Augsburg-Stadt
Die Scheibe landet gleich oben links im Winkel. Simon Sezemsky (nicht im Bild) brauchte nur zwölf Sekunden bei doppelter Überzahl fürs 1:1. Acolatse (liegend), Connolly und Adam Payerl können nur zusehen, wie Sebastian Vogl die kurze Ecke zumacht, dabei aber die lange Ecke freigibt.

Aufs 2:0 gegen Düsseldorf setzten die Augsburger Panther zwei Tage darauf einen überzeugenden Sieg gegen die diesjährige Überraschungsmannschaft aus Straubing. Nach zaghaftem Beginn und 0:1-Rückstand dreht Tray Tuomies Team das Spiel: Einem Überzahltreffer noch im ersten Drittel folgt einer der besten Spielabschnitte der Saison; von einem Doppelschlag in den ersten beiden Minuten erholen sich die Niederbayern nicht mehr, das 4:1 gegen Drittelende ist fast schon die Entscheidung. Erst in den letzten Minuten geht Straubing nach dem Anschlusstreffer „All in“, aber die Schwaben retten den ersten Saisonsieg gegen die Niederbayern über die Ziellinie.
Coach Tuomie vertraute natürlich auch gegen Straubing auf den Matchwinner vom Freitag, Oli Roy stand auch am Sonntag im Tor. Und Oli the Goalie hatte gleich viel zu tun, denn es sah aus als wäre das Heimteam lange im Stau gesteckt und stand dann mit wacklingen „Busbeinen“ auf dem Eis. Zum Aufwachen brauchte die Mannschaft ein Gegentor – das fiel in der neunten Minute im Powerplay für die Niederbayern. Große Konfusion im Torraum, wo Schütz lag und von Rogl weiter bearbeitet wurde. Vor Roy stand auch noch Mike Connolly, der dem Augsburger Keeper soweit die Sicht nahm, dass er einen Acolatse-Schuss aus dem Hinterhalt nur in eine Bogenlampe verwandeln konnte, die hinter ihm ins Tor plumpste.

Wer dachte, dass der AEV jetzt richtig einbrechen würde, der hatte zum einen nicht mit der Taktikumstellung – neben konsequentem Forechecking und zuende gefahrenen Checks stellte man auf kurze und vor allem präzise Aufbaupässe um – und auch nicht mit den nächsten beiden Strafen gerechnet: Straubings Tor war nach einem Beinstellen von Henry Haase gefallen, und der Ausgleich fiel nach denselben Vergehen durch Schütz und Laganière. Man hätte alle drei Aktionen nicht unbedingt bestrafen müssen, aber der AEV nahm die Fünf-gegen-drei-Überzahl dankend an und Simon Sezemsky zimmerte den Puck bereits nach zwölf Sekunden in den Winkel. Die Kulisse war sofort da und übertönte die nicht leisen Niederbayern in einem jetzt offenen Schlagabtausch.

Ein kurioser Trevelyan-Treffer und zwei Tore von Simon Sezemsky

Es ging beim Stand von 1:1 in die erste Pause, und im Mitteldrittel schaltete der AEV noch einen Gang höher. Die Folge: Ein kurioses Tor nach 23 Sekunden. Ex-Panther Mike Connolly wollte es verhindern und riss das Tor aus der Verankerung, erst danach passierte der Puck die Linie. Nach langem Videobeweis überraschten die Schiedsrichter die meisten Fans im Stadion: Nach Regelbuch zählte T.J. Trevelyans Treffer, da das Tor absichtlich vom verteidigenden Team verschoben wurde. Damit nicht genug: Weitere fünfzig Sekunden später traf erneut Simon Sezemsky, diesmal war es das mustergültige Ende eines Bilderbuch-Konters. Während der folgenden knapp zwanzig Minuten verhinderten die beiden Torhüter und kompakte Abwehrreihen weitere Treffer. Erst zum nächsten psychologisch tollen Zeitpunkt – kurz vor Drittelende – konnte Augsburg wieder einnetzen. Vorher hatten sowohl die Niederbayern als auch die Schwaben je ein Powerplay ungenutzt gelassen, beim zweiten Mal für den AEV traf Payerl aus spitzestem Winkel und unter Mithilfe eines Straubinger Verteidigers zum 4:1. Beteiligt mit seinem dritten Assist des Abends war Spielmacher Drew LeBlanc.

Der Schlüssel zum Erfolg:
Wieder kein Gegentor in Unterzahl

Eines der besten Drittel der Saison endete mit einer Hinausstellung von Thomas Holzmann, der deshalb die ersten 1:58 Minuten im Schlussabschnitt fehlte. Die Penaltykilling-Unit überstand auch dieses letzte Powerplay für Straubing – seit sieben Spielen und bei 23 Strafen blieb das ehemals schlechteste Unterzahlteam der Liga jetzt schon schadlos. Erst T.J. Mulocks Shorthander machte die letzten sechs Minuten noch ein wenig spannend, aber eine dumme Strafe gegen Marcel Brandt verhinderten zwei Minuten lang ein Anrennen der Niederbayern und auch das Ersetzen von Sebastian Vogl durch einen weiteren Angreifer brachte hauptsächlich Gefahr fürs Straubinger Tor. So blieb es beim 4:2 und München kann kommen.

„Heimspiele“ in München und gegen Krefeld

Oder umgekehrt: Das nächste „Heimspielwochenende“ startet bereits am Donnerstagabend beim sportlich leicht kriselnden EHC RB München (1:5-Niederlage gegen Wolfsburg; nur noch drei Punkte vor Mannheim), bevor es am Sonntagnachmittag im Curt-Frenzel-Stadion gegen das weiterhin finanziell kriselnde Krefeld geht. Spielbeginn ist um 14:00 Uhr.

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