Sternheimer schießt AEV zum Sieg gegen Nürnberg

von LeserReporter George Stadler aus Augsburg-Stadt
Im Powerplay läuft's, gerade hat Adam Payerl bei doppelter Überzahl zum 3:2 getroffen.

Wieder musste der AEV ein hartes Stück Arbeit verrichten, bis der Sieg gegen die IceTigers aus Nürnberg feststand. In den ersten beiden Dritteln egalisierten sich der Tabellen-Zehnte (Nürnberg) und der Tabellen-Elfte (Augsburg) weitgehend. Vor allem bei fünf gegen fünf – also die meiste Zeit – präsentierten beide Teams dem ausverkauften Curt-Frenzel-Stadion oft nur Magerkost, entscheidend waren die Special Teams: Für den AEV traf TJ Trevelyan zum 1:1 bei vier gegen vier, Scott Kosmachuk zum 2:1 mit einem Mann mehr sowie Adam Payerl zum 3:2 bei doppelter Überzahl. Nürnberg konnte zweimal ausgleichen, mit einem späten (Eigen)-Tor im ersten Drittel und mit einem Überzahltreffer in der 49. Minute. Nach dem späten Ausgleich fürchteten die Fans schon einen weiteren Punktverlust, dann ließ Marco Sternheimer seine Heimatstadt jubeln. Scott Valentines Schlagschuss-Tor und Drew LeBlancs Treffer ins verlassene fränkische Gehäuse sorgten für endgültige Entscheidung.

Nürnberg egalisiert AEV-Doppelschlag

David Stieler meldete sich einsatzbereit zurück, auf der Tribüne Platz nehmen mussten gegen Nürnberg Mitch Callahan, Jaro Hafenrichter und Alex Lambacher, im Tor vertraute Trainer Tray Tuomie nach dessen Shutout gegen Krefeld wieder Oli Roy. Der AEV hatte gleich zu Beginn eine große Doppelchance auf eine frühe Führung, das erste Tor fiel jedoch auf der anderen Seite. Nürnbergs Topscorer Fischbuch scheiterte an Roy, aber Gilbert stand goldrichtig neben dem Tor und schaufelte den Abpraller per Rückhand ins Netz (3. Minute). Es folgten die ersten Strafen des Spiels, und die nutzten die Schwaben. Erst überstanden sie eine lange und eine kurze Unterzahlsituation, nachdem Nürnbergs Buck ebenfalls für zwei Minuten auf die Strafbank geschickt wurde fiel bei vier gegen vier der Ausgleich: Nürnbergs Torschütze Gilbert passte unfreiwillig in den Slot, Matt Frasers Direktschuss meisterte Torhüter Treutle, aber gegen TJ Trevelyans Abstauber hatte er keine Chance. Im folgenden Powerplay legte der AEV nach: Schmölz passt scharf vors Tor, Scott Kosmachuk trifft aus kurzer Distanz – innerhalb einer knappen Minute drehen die Panther das Spiel. Statt gegen die nach dem Doppelschlag sichtlich verunsicherten Nürnberger nachzulegen, verfällt der AEV in den zuletzt bei Führungen oft gesehenen Defensiv-Trott und kassiert kurz vor der Pause den unglücklichen Ausgleich: John Rogl fälschte einen Pass von Gilbert ins eigene Tor ab. 

Das Mitteldrittel begannen beide Teams eher vorsichtig, schöne Spielzüge und große Chancen blieben Mangelware. Die Augsburger Fans wurden in der 27. Minute fürs Trotzdem-Anfeuern entschädigt: Zwei Franken saßen Strafen ab, drei Schwaben passten schnell und präzise durchs Angriffsdrittel, bis David Stieler am Ende des freien Passwegs zwischen Verteidiger Schulze und Goalie Treutle Adam Payerl sieht, der frei neben dem Tor auf den Puck wartet – 3:2.

Marco Sternheimer erlöst das Curt-Frenzel-Stadion

Jetzt zog sich der AEV nicht zurück, es folgte ein ansehnlicheres Eishockeyspiel, das aber bis weit in den Schlussabschnitt torlos blieb. Erst eine unglückliche Strafe gegen Daniel Schmölz brachte die IceTigers zurück ins Spiel: Kosmachuk hatte Schmölz‘ Schläger gelupft und der traf Brandon Buck im Gesicht – Nasenbluten, vier Minuten Strafbank. Gut zwei Minuten hatten die vier Augsburger gut verteidigt, die Schiedsrichter sahen übereinen sechsten Nürnberger Spieler gnädig hinweg, dann schlug Nürnberg zu: Daniel Fischbuch schlenzte durch viel Verkehr den Puck aufs Tor, Rylan Schwarz fälschte vor Roy anhaltbar ab – der Ausgleich in der 49. Minute. Aber bevor das große Zittern vor einem weiteren Punktverlust losgehen konnte, erlöste ein Augsburger Eigengewächs Team und Fans: Scott Kosmachuk passte quer übers ganze Feld, Marco Sternheimer zog Richtung Tor und schlenzte den Puck in den Winkel. Einen besseren Zeitpunkt für den ersten DEL-Treffer der Saison hätte sich das Eigengewächs nicht aussuchen können: Mitten in Nürnbergs Drangphase die erneute Führung für den AEV! Die Franken drängten jetzt noch mehr auf Roys Tor, bis ein Entlastungsangriff zum 5:3 führt. Adam Payerl führt den Puck vom eigenen Drittel hinters gegnerische Tor, behauptet ihn gegen Fischbuchs Gestocher und passt auf den zentral völlig freistehenden Scott Valentine, der ihn ins Tor hämmert. Die Herausnahme von Treutle für einen sechsten Feldspieler führt zum sechsten Treffer durch Drew LeBlanc und zur endgültigen Entscheidung.

Schwerer Spielplan:
Sieben Auswärtsspiele und zuhause gegen Schwenningen

Damit pirscht sich der AEV auch beim Torverhältnis an die Playoffplätze heran: Nur noch drei Punkte und vier Tore liegen sie jetzt hinter Nürnberg. Aber die Aufholjagd wird zunächst schwer, denn der Spielplan meint es nicht gut mit Augsburg: Es folgen sieben Auswärtsspiele in Iserlohn, Berlin, Straubing, Wolfsburg, Bremerhaven, Köln und Mannheim bei nur einem Heimspiel am 10. Januar gegen den ERC Schwenningen.

Weitere Bilder

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben

 

Neueste Kommentare

Herbstsammlung
1 Woche 3 Tage
Erntedank
2 Wochen 5 Tage
Erntedank
2 Wochen 5 Tage
Streifzug durch das schöne Augsburg
2 Wochen 6 Tage
Erntedank
3 Wochen 22 Stunden


X