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von LeserReporter George Stadler aus Augsburg-Stadt
Gefeiert wie Sieger: der magische Augsburger Eislaufverein.

Die Ausgangsposition hätte etwas besser sein können, wenn der EHC Biel-Bienne nicht im Schlussdrittel des Hinspiels noch zum 2:2 hätte ausgleichen können. Trotzdem fuhren etwa 1.500 Fans mit in die Schweiz, um dort das nächste internationale Panther-Wunder feiern zu können - oder zumindest die historische Reise ihrer Helden kreuz und quer durch Europa bis zum Schluss mitzuerleben. Zur großen Bildergalerie des Spiels gegen Biel/Bienne

Oh AEV!

Wieso hast Du nicht getroffen in der Anfangsphase? Jaroslav Hafenrichter hatte die größte Chance bei einem Break in Unterzahl, scheiterte aber am wieder sehr guten Paupe im Bieler Tor. Kurz darauf brach er schon wieder durch, diesmal von links, und wieder war Paupe auf dem Posten, auch gegen Adam Payerls Nachsetzen. Direkt dahinter brüllten die  650 AEV-Fans im vollgestopften Plexiglas-Käfig und nochmal fast doppelt so viele auf den Sitzplätzen ihre Lieblinge weiter nach vorn, und die setzten nach. Aber so erfolgreich sie beim Penaltykilling wieder waren - die Quote von 93,10% ist die beste in der Geschichte der CHL -, so erfolglos blieb das Powerplay. Zwar hatte Thomas Holzmann eine Möglichkeit aus kurzer Distanz, aber an Paupe und der vielbeinigen Schweizer Defensive gab es keinen Weg vorbei. Auch LeBlancs Schuss aus dem Bullykreis landete erst an der Schulter des Goalies und danach nicht bei den vorm Tor postieren Trevelyan und Holzmann. Die zweite Powerplay-Formation um Gill und Payerl agierte ebenso glücklos, so dass es 0:0 in die erste Pause ging. 

Das Mitteldrittel dauerte keine zwei Minuten, dann fiel das erste Tor für die Hausherren. Kesslers Treffer schockte weder Tuomies Team noch die vielen AEV-Fans - im Gegenteil, jetzt wurde es richtig laut in der Arena. Bei den vielen Standing Ovations für Vorstöße der Panther und Paraden von Oli Roy konnte man gut erkennen, wie viele Schwaben sich an einem Dienstagabend ins Berner Land aufgemacht hatten, und richtig eskalierte die Stimmung beim Ausgleich kurz vorm Drittelende. Assistent Henry Haase gab nach dem Spiel zu, dass er "nur" eine Anweisung seines Trainers umgesetzt und "einfach mal" aufs Tor geschossen habe. Dass dort Drew LeBlanc in Position fahren und diesen Schuss unhaltbar ablenken würde, das hatte er gehofft, aber nicht gewusst. Egal, der Puck war drin, und zur Pause stand es wieder unentschieden

Wie bist Du schön!

Im Schlussabschnitt zeigten die Panther, dass sie nicht nur mithalten konnten mit den schnellen und passsicheren Bielern, sondern diese im besten Drittel ihrer an Highlights nicht armen Champions-League-Saison richtig unter Druck setzen konnten. Das hochklassige Spiel nahm noch mehr an Fahrt auf, und "schuld" daran war hauptsächlich der AEV und seine ununterbrochen anfeuernden Fans. Die Partie wogte hin und her, aber die beiden Torhüter waren unbezwingbar, jedenfalls nicht von Pucks. Doch in der 54. Minute unterbrachen die Schiedsrichter das Spiel: Olivier Roy hatte sich bei einer schnellen Abwehrbewegung verletzt und musste, gestützt von Mitspielern und dem Physiotherapeuten, vom Eis. Für ihn kam Markus Keller ins Tor, und der hatte gleich mächtig zu tun. Bei Pfostentreffern half ihm das Glück des Tüchtigen, aber dann  rettete sein nach Roys Verletzung erst sichtlich schockiertes Team durch die Schlussphase, wo auch die Augsburger noch ein paar Mal den Siegtreffer auf dem Schläger hatten.

Nach dem 2:2 in Augsburg endete das Spiel in Biel nicht mit 1:1, jetzt musste der Sieger in der Verlängerung ermittelt werden. 

Wir fahren überall hin nur um Dich zu seh'n!

Oh AEV, wir wären noch viel lieber weiter mit Dir gereist, nochmal nach Schweden zum Dauersieger der CHL, den Frölunda Indians aus Göteborg. Die Seiten der Fluggesellschaften waren auf vielen Handys schon gespeichert, mit ein paar Klicks wäre die nächste Reise schnell gebucht gewesen. Aber dort fährt jetzt der EHC Biel-Bienne hin, der aufs Tor drückte, erst am Gestänge und mehrmals an Markus Keller scheiterte, in der 64. Minute aber eine Unaufmerksamkeit des AEV ausnutzte. Von großem Vorteil für die laufstarken Bieler erwiesen sich die nur jeweils drei Feldspieler, es gibt also viel Platz  fürs Team in Puckbesitz und oft keine Möglichkeit fürs verteidigende Team zu wechseln. Matt Fraser, David Stieler und Brady Lamb waren den drückenden Schweizern schon eine Weile zu lang ausgesetzt. Lamb hatte einen Vorstoß gewagt, dabei den Puck verloren und musste einem Bieler  zurück ins eigene Drittel hinterherrennen. Die drei ausgepumpten Augsburger sahen eine Chance und dachten, Biel würde kollektiv wechseln und wandten sich Richtung Bank. Als Rajala das bemerkte, änderte er seine Richtung und stürmte auf Keller zu. Augsburgs Goalie warf sich ihm entgegen, wurde ausgespielt und der Puck landete neben dem Pfosten im Tor.

Aus.

Augsburgs atemberaubender Ritt durch Europas Eisstadien starb den Sudden Death. Jubel beim Bieler Anhang, kurze Stille beim Gästepublikum - doch dann ging es wieder los, die vielen Augsburger begannen während des Handshakes ihre Verlierer zu feiern. "Europas wahre Liebe" drehte eine kurze Runde, blieb dann vor dem Gästeblock stehen und wurde bejubelt, als hätte sie gerade gewonnen. Biels Spieler klatschten auf dem Weg zur Kabine in Richtung der Rot-Grün-Weißen, ein solches "Heimspiel" hatten sie selbst in den Derbys gegen Bern noch nicht erlebt.

Durch die erstmalige Qualifikation für die Champions Hockey League hat sich Augsburg auf die europäischen Eishockey-Landkarte gespielt und gejubelt. Sportlich wurde der AEV in keinem Spiel während der regulären Spielzeit besiegt, und begleitet wurde er von immer mehr Fans selbst in die entlegensten Ecken Europas: Über 350 beim nördlichsten Teilnehmer Lulea, mehr als  800 beim westlichsten Team in Belfast, und dann die Sonderzüge nach Liberec, wo über 1000 Fans mitfuhren und zuletzt Biel, mit 1.500 in rot-grün-weiß an einem Dienstagabend. 

CVI HONOREM, HONOREM

Ein großes Dankeschön geht an die vielen gastfreundlichen Fans der gegnerischen Clubs, die auch die sehr gut besuchten Spiele im Curt-Frenzel-Stadion zu einmaligen Erlebnissen machten, an die Mannschaften aus Lulea, Belfast, Liberec und Biel-Bienne, die acht spannende Fights lieferten und natürlich an die Mannschaft des AEV.

Stort Tack! Thanks a lot! Mockrát děkuji! Merci beaucoup! Danke veumou!
Vielen Dank!

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