33-Jähriger erpresst 13-Jährige über Instagram mit Videos

Ein 33-jähriger Mann stand am Donnerstag wegen kinderpornografischer Schriften, Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen, versuchte Nötigung, Verbreitung pornografischer Schriften und Besitz jugendpornografischer Schriften vor dem Augsburger Amtsgericht.

Im Sommer vergangenen Jahres soll der Angeklagte der damals 13-jährigen Geschädigten über Instagram geschrieben und ihr im Laufe der Unterhaltung mitgeteilt haben, dass er Videosequenzen von ihr habe, die das junge Mädchen nur mit Unterwäsche bekleidet in aufreizender Weise vor der Kamera posierend zeigten. Zum Beweis hierfür soll er diese beiden Videos für etwa ein bis zwei Minuten in seiner Instagram-Story für jeden einsehbar veröffentlicht haben.

Treffen in Hotel "zum Vollzug des Geschlechtsverkehrs" vorgeschlagen

Im weiteren Verlauf des Gesprächs schlug der 33-Jährige dem Mädchen laut Anklage daraufhin "ein Treffen in einem Hotel zum Vollzug des Geschlechtsverkehrs" vor und erklärte, dass er danach die Videos von seinem Handy löschen würde. Sollte es nicht zu dem Treffen kommen, drohte er ihr damit, die Videos an Freunde und Familie der Geschädigten zu senden. Zu dem Treffen kam es jedoch nie.

Als eine Freundin der 13-Jährigen den Angeklagten kurze Zeit später zur Rede stellte, sandte er der damals 15-jährigen Freundin drei Videos zu, die ihn beim masturbieren zeigten. Zudem soll der Angeklagte zwei weitere Bilder besessen haben, die Mädchen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren nackt in aufreizender Pose zeigten.

Den Strafbefehl wegen Verbreitung kinderpornografischer Schriften, Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen, versuchte Nötigung, Verbreitung pornografischer Schriften und Besitz jugendpornografischer Schriften akzeptierte der Angeklagte und ist damit bereits rechtskräftig. Nur mit der Höhe der Geldauflage ist der 33-Jährige nicht einverstanden. 3800 Euro soll der Mann zahlen. "Das halte ich für zu hoch", erklärte sein Verteidiger Ralf Schönauer. Die Staatsanwaltschaft verwies jedoch auf die vielen Vorstrafen seines Mandanten, zu denen unter anderem unerlaubter Besitz von Betäubungsmitteln, unerlaubter Waffenbesitz, vorsätzliche Körperverletzung mit räuberischer Erpressung und Diebstahl zählen. Der Mann musste deshalb unter anderem Jugendarrest verbüßen und erhielt mehrere Bewährungs- und Geldstrafen. Angesichts dieser Vorgeschichte komme der 33-Jährige nach Ansicht der Staatsanwaltschaft also mit einer Geldstrafe noch gut davon.

Eine Entscheidung vertagte Richterin Ute Bernhard, da in Bezug auf einen beschlagnahmten Laptop noch Klärungsbedarf besteht. Auf diesem fanden die Polizisten die kinderpornografischen Schriften. Laut Verteidigung gehört das Gerät jedoch der Lebensgefährtin des Angeklagten, die den Rechner zurückverlangt, da auf der Festplatte Zeugnisse und andere wichtige Dokumente gespeichert wurden. (pb)

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