33-Jähriger flüchtet vor der Polizei und erfasst einen Radfahrer frontal

Ein 33-jähriger Mann hat sich im Augsburger Univiertel am Donnerstagvormittag eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. Dabei raste der Mann mit mehr als 100 Stundenkilometern durch Tempo 30 Zonen und gefährdete dabei unter anderem eine Gruppe von Kindergartenkindern. Die Fahrt des Rasers endete mit einem frontalen Zusammenprall mit einem 21-jährigen Radfahrer. Die zuständige Ermittlungsrichterin hat nun gegen den 33-Jährigen Haftbefehl erlassen.

Nach Angaben der Polizei sollte gegen 10.40 Uhr am Donnerstag ein Autofahrer einer Kontrolle unterzogen werden. Als der 33-jährige Mann die Beamten bemerkte, fuhr er jedoch sofort mit quietschenden Reifen und deutlich überhöhter Geschwindigkeit davon.

Während der anschließenden Flucht gefährdete der 33-Jährige wiederholt andere Verkehrsteilnehmer, missachtete rote Ampeln, sowie Einbahnstraßen und raste selbst durch Tempo 30 Zonen mit Geschwindigkeiten von über 100 Stundenkilometern. "Hierbei wurden nicht nur andere Autofahrer, sondern auch Radfahrer und Fußgänger, unter anderem eine Gruppe von Kindergartenkindern, enorm gefährdet", teilt die Polizei mit. Mehr als einmal sei es nur der guten Reaktion der anderen Verkehrsteilnehmer zu verdanken gewesen, dass es nicht zum Unfall kam.

Nach diesen Fahrmanövern fuhr der Mann im Bereich der Salomon-Idler-Straße plötzlich von der Straße auf einen, durch einen Grünstreifen von der Fahrbahn abgetrennten, Geh- und Radweg, während die Beamten ihm parallel auf der danebenliegenden Fahrbahn folgten und noch versuchten, die anderen Verkehrsteilnehmer zu warnen. "Selbst als zwei Fußgänger sich nur noch knapp vor dem Mann retten konnten, hielt dieser noch immer nicht an, sondern fuhr in eine unübersichtliche Kurve des Gehwegs ein", beschreiben die Beamten die Fahrt des Rasers.

Ein 21-jähriger Fahrradfahrer, der dem Beschuldigten entgegenkam, wurde hierbei frontal von dem Auto erfasst und mit dem Kopf gegen die Windschutzscheibe und anschließend über die Motorhaube geschleudert.

Nach diesem Unfall endete die Fahrt des 33-Jährigen und er konnte von den Beamten vorläufig festgenommen werden. Der 21-jährige Radfahrer wurde unter anderem aufgrund der Kopfverletzungen durch den Rettungsdienst ins Uniklinikum Augsburg gebracht, wo er zur Beobachtung über Nacht stationär aufgenommen wurde.

Bei der anschließenden Überprüfung des Mannes und des Fahrzeugs zeigten sich sogleich die Beweggründe für seine gewissenlose Flucht. Kurz vor seiner Festnahme hatte der Mann, welcher auch nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis ist, eine Dose aus dem Fahrzeug geworfen. In dieser befanden sich Betäubungsmittel. In seinem Fahrzeug konnten neben mehreren Waffen (geladene Schreckschusswaffe und Messer) auch Utensilien aufgefunden werden, die auf einen Handel mit Betäubungsmitteln hindeuten.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ die zuständige Ermittlungsrichterin beim Amtsgericht Augsburg gegen den Beschuldigten einen Haftbefehl wegen des dringenden Verdachtes des vorsätzlichen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, des verbotenen Kraftfahrzeugrennens, der vorsätzlichen Körperverletzung, des vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, des unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln und des vorsätzlichen unerlaubten Besitzes einer Schusswaffe. Der Haftbefehl wurde gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt.

Polizei sucht Zeugen

Die Polizei bittet nun Zeugen, insbesondere Verkehrsteilnehmer, die durch den Mann gefährdet wurden, sich zu melden:

"Wer war am Donnerstag, 23.07.2020 zwischen 10.40 bis 11 Uhr im oben genannten Bereich unterwegs und konnte den lilafarbenen Honda Civic beobachten oder wurde sogar durch diesen gefährdet? Zeugen und Geschädigte werden gebeten sich mit der Verkehrspolizei Augsburg in Verbindung zu setzen: 0821/323-2010". (pm)

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