Bandenmäßig ausländische Arbeiter eingeschleust: Staatsanwaltschaft Augsburg lässt 30 Objekte durchsuchen

Die Augsburger Staatsanwaltschaft, die Bundespolizei und das Hauptzollamt Augsburg haben in dieser Woche 30 Objekte untersucht.

20 Schleuser sollen ukrainische Arbeiter als EU-Bürger getarnt haben

Die Staatsanwaltschaft Augsburg hat am Mittwoch und Donnerstag mit einer gemeinsamen Ermittlungsgruppe von Zoll und Bundespolizei 30 Objekte untersucht. Wie die Staatsanwaltschaft nun bekannt gegeben hat, ermittelt sie seit 2019 gegen nun über 20 Beschuldigte, die gewerbsmäßig Ausländer zum Arbeiten eingeschleust und diese nicht ordnungsgemäß zur Sozialversicherung angemeldet haben sollen.

Im Zuge der Durchsuchungen wurden auch Beweismittel beschlagnahmt und drei Haftbefehle vollzogen. Die Beschuldigten sollen als Bande agiert haben und ukrainische Arbeitskräfte unter falschen Angaben an deutsche Arbeitgeber vermittelt haben. Die Schleuser täuschten laut den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft etwa vor, dass es sich bei den Arbeitern um studentische Ferienarbeiter handelte, die mit falschen Dokumenten als EU-Bürger getarnt wurden und dadurch nicht ordnungsgemäß zur Sozialversicherung angemeldet wurden.

Die Durchsuchungsbefehle wurden nun vor allem in der Stadt und im Landkreis Augsburg vollzogen, allerdings auch in den Landkreisen Günzburg, Unterallgäu und Aichach-Friedberg sowie in Berlin und im Kreis Rendsburg-Eckernförde. Insgesamt waren 500 Einsatzkräfte der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamtes Augsburg und der Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung München sowie unterstützender Dienststellen im Einsatz.

Neben der Sicherstellung umfangreichen Beweismaterials, darunter elektronische Datenträgern sowie zahlreiche Mobiltelefone, habe man auch alle in den Objekten angetroffenen Personen auf die Rechtmäßigkeit ihres Aufenthalts und ihre Berufstätigkeit in Deutschland überprüft. Hierzu habe man die Logistik insbesondere im Hinblick auf die nötigen Hygienemaßnahmen mit dem Gesundheitsamt der Stadt Augsburg abgestimmt.

Bei der Überprüfung der rund 100 angetroffenen Arbeitskräfte wurden in 42 Fällen Verstöße gegen das Arbeits- und Aufenthaltsrecht festgestellt, so die Staatsanwaltschaft. Entsprechende Ermittlungsverfahren wurden eingeleitet und die Beschuldigten dann wieder entlassen. Entsprechende Ermittlungsverfahren wurden eingeleitet. Zudem wurden Vermögenswerte in Höhe von rund 2,6 Millionen Euro und zwei Fahrzeuge zur Vorbereitung von Vermögensabschöpfungen gesichert.

Alle drei auf Grund bestehender Haftbefehle vorläufig festgenommenen Beschuldigten, eine 43-jährige Deutsche, eine 48-jährige Polin und ein 38-jähriger Ukrainer, wurden zwischenzeitlich dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Die Haftbefehle wurden in Vollzug gesetzt.(pm)

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