Corona-Fall in Augsburger Flüchtlingsunterkunft

In der Asylunterkunft am Kobelweg ist ein Corona-Fall aufgetreten.

Was ist, wenn Covid-19 in einer Massenunterkunft ausbricht? In einem Augsburger Flüchtlingsheim hat ein Corona-Fall nun Tumulte ausgelöst.

„Sie wollen uns nicht das Lager wechseln lassen. Wir wollen in ein sicheres Camp!" Diese Worte schrieb ein Bewohner einer Augsburger Flüchtlingsunterkunft in einer E-Mail, die auch an unsere Redaktion gesendet wurde. In der Nachricht hieß es, dass es in der Einrichtung einen Corona-Fall gäbe. „Eine Person hat das Coronavirus. Wir schlafen seit einer Woche mit beinahe 50 Personen in einem Raum. Die Mitarbeiter haben alle Handschuhe und Masken, uns geben sie keine.“ Und tatsächlich: Ein aus der Türkei stammender Flüchtling war positiv auf Covid-19 getestet worden. Am Donnerstag lag das Ergebnis vor.

Der Infizierte war in der Aindlinger Straße festgestellt worden, er wurde nach Inningen in Quarantäne geschickt. Diejenigen, die mit ihm Kontakt hatten, kamen in den Kobelweg in die Isolation.

In der Flüchtlingsunterkunft am Kobelweg kam es am selben Tag dann zu Tumulten. Die Polizei musste mit einem Großaufgebot anrücken.

Die Regierung von Schwaben erklärte am Freitag: "Der betroffene Neuzugang wurde sofort isoliert." Er sei in der eigens für diesen Zweck eingerichteten Quarantänestation in der Inninger Unterkunftsdependance untergebracht. "Dort wird er in häuslicher Absonderung betreut, medizinisch überwacht und darf die Einrichtung erst wieder verlassen, wenn eine Ansteckungsgefahr durch ihn nicht mehr gegeben ist", so die Behörde.

Seit dem 28. Februar wird auf Corona getestet

Bereits seit dem 28. Februar würden alle im Augsburger Behördenzentrum ankommenden Asylbewerber auf das Coronavirus getestet. Bislang seien alle Testergebnisse negativ gewesen. Bis zu dem Fall am Donnerstag.

Um eine Infektion weiterer Bewohner und Mitarbeiter des Behördenzentrums durch den positiv getesteten Bewohner auszuschließen, seien nun – gemeinsam mit dem städtischen Gesundheitsamt – sechs weitere Personen ermittelt worden, die möglicherweise einen relevanten Kontakt mit dem infizierten Bewohner hatten. Auch diese sechs seien umgehend von den übrigen Bewohnern getrennt und in einen neu geschaffenen Isolierbereich im zweiten Obergeschoss der Unterkunftsdependance Kobelweg gebracht worden.

Dort müssen die Kontaktpersonen nun die nächsten 14 Tage verbringen, bis ein erneuter Corona-Abstrich belegt, dass sie sich nicht angesteckt haben.

Für die übrigen Bewohner und Mitarbeiter des Behördenzentrums bestehe nach Aussagen der Gesundheitsbehörden nur ein geringes Ansteckungsrisiko, da sich der infizierte Bewohner erst seit einem Tag im Behördenzentrum aufgehalten und keinen direkten Kontakt zu ihnen hatte. Sie würden damit als Kontaktpersonen der Kategorie II gelten, für die das Robert-Koch-Institut keine häusliche Absonderung empfiehlt, erklärt die Regierung von Schwaben. (jaf)

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