Illegales Autorennen in Augsburg: Polizei jagt zwei Männer durch die Innenstadt

War es ein illegales Autorennen? Vor dem Amtsgericht Augsburg wir derzeit ein Vorfall in der Augsburger Innenstadt verhandelt, der sich im vergangenen Jahr ereignet hat. (Symbolbild)

Die Polizei hat im August 2019 ein mutmaßliches Autorennen in der Innenstadt beendet. Nun stehen zwei Männer als Angeklagte vor Gericht.

Ein 26- und 28-Jähriger sollen sich in der Augsburger Innenstadt ein illegales Autorennen geliefert haben. Seit Donnerstag stehen sie vor Gericht. Den beiden Männer wirft die Staatsanwaltschaft vor, im August vergangenen Jahres gegeneinander ein Rennen gefahren zu sein. Als Rennstrecke hätten sie sich die Theaterstraße/Grottenau Richtung Leonhardsberg ausgesucht. An der dortigen Ampel sei gegen 0.30 Uhr der Startpunkt gewesen.

Die Angeklagten wollten laut Anklage nach der Ampelkreuzung so schnell wie möglich von 0 auf 100 Stundenkilometer beschleunigen – bei erlaubten 50 Stundenkilometern. Eine zufällig herannahende Polizeistreife wurde auf die beiden Fahrzeuge aufmerksam und nahm die Verfolgung auf. "Die Strecke des Rennens betrug circa 300 Meter", sagt ein 50-jähriger Polizeihauptkommissar, der während der Verfolgungsjagd Beifahrer im Polizeiwagen war und vor Gericht als Zeuge geladen ist. Danach hätten sich die beiden Autos getrennt. Die Polizisten blieben am Wagen des 28-Jährigen dran und folgten ihm bis vor die Haustüre eines Beifahrers. Eine zweite Streife, die zu Hilfe gerufen wurde, fuhr dem anderen Auto hinterher.

Pistole an den Kopf gehalten?

Während sich der 26-Jährige vor Gericht nicht zu den Vorwürfen äußern will, widerspricht der ältere Angeklagte der Darstellung der Staatsanwaltschaft. Gestützt wird seine Aussage von einem Zeugen, der mit ihm im Auto gesessen war. "Ich habe auf mein Handy geschaut und nicht mitbekommen, ob neben uns ein Auto steht". Gefühlt habe das Tempo eher 60 anstatt der von der Anklage behaupteten 100 Stundenkilometer betragen, sind sich die Mitfahrer der beiden Angeklagten einig. Dabei soll die Kontrolle durch die Polizisten besonders dramatisch abgelaufen sein. Die Zeugen berichten von an den Kopf gehaltenen Pistolen, was einer der Polizisten im Gerichtssaal nur mit einem Seufzen und Kopfschütteln kommentiert.

Ein Zeuge, ein nebenberuflicher Sanitäter, der in der Tatnacht zu Fuß an der fraglichen Strecke unterwegs war, erzählt vor Gericht, dass es für die auf dem Gehweg neben der "Rennstrecke" laufenden Fußgänger wegen der hohen Geschwindigkeit lebensbedrohlich hätte werden können. Aber auch seine Aussage deckt sich nicht vollständig mit den Angaben der Polizei. Ein Urteil konnte das Gericht am Donnerstag daher noch nicht fällen. Nun soll noch ein weiterer Zeuge gehört werden. Die Fortsetzung findet am kommenden Freitag statt. (ls)

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