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Illegales Autorennen auf der Bürgermeister-Ackermann-Straße: Zwei Männer zu Geldstrafe verurteilt

von Freier Mitarbeiter Martina Dieminger aus Diedorf
(Symbolbild) Die Richterin ist von einem illegalen Autorennen auf der Bürgermeister-Ackermann-Straße überzeugt und verurteilt die Angeklagten zu einer Geldstrafe.

Ein 22 und ein 28 Jahre alter Mann rasen mit ihren Autos im Juni vergangenen Jahres viel zu schnell durch Augsburg. Die Polizei hatte mit einer Geschwindigkeit von 130 Stundekilometern keine Chance, hinterherzukommen.

Zwei Junge Männer haben am 28. Juni vergangenen Jahres gegen 4 Uhr in der Nacht die Bürgermeister-Ackermann-Straße in Augsburg zu ihrer Rennstrecke erklärt. Selbst die Polizei hatte mühe, den Rasern hinterher zu kommen. Die Staatsanwaltschaft hat die Autofahrer wegen eines illegalen Autorennens angeklagt, weshalb sich die 22 und 28 Jahre alten Männer nun vor Gericht verantworten mussten.

Der jüngere der beiden Angeklagten war damals in einem Fahrzeug mit 410 Pferdestärken unterwegs, während sich der 28-Jährige hinter dem Steuer eines 390 PS starken Autos befand. Laut Zeugenaussagen soll die Bürgermeister-Ackermann-Straße "menschenleer" gewesen sein.

Viel zu schnell waren die jungen Männer in ihren Sportwagen unterwegs, als zwei Polizeibeamte auf sie aufmerksam wurden. Die Beamten nahmen sofort die Verfolgung auf, die Raser sollen jedoch innerhalb weniger Sekunden schon mehr als 400 Meter weit entfernt gewesen sein.

Die Polizei konnte die Raser nicht einholen

Auch mit einer Geschwindigkeit von 130 Stundenkilometern konnten die Streifenbeamten die beiden Angeklagten nicht einholen. Erst dank einer roten Ampel an der Kreuzung zur B17 schlossen die Polizisten zu den Rasern auf. Die Männer standen mit ihren Autos direkt nebeneinander und "spielten mit dem Gas", berichtet einer der Polizisten als Zeuge vor Gericht. Als die Ampel dann auf Grün umschaltete, beschleunigten die Angeklagten rasch auf deutlich über 120 Stundenkilometer.

An der nächsten roten Ampel wollten die beiden Angeklagten links in die Hagenmähderstraße abbiegen. Die Polizisten schalteten das Blaulicht an und positionierten sich hinter dem Fahrzeug, das der 28-Jährige steuerte, der sich wiederum hinter dem 22-Jährigen befand.

Wie der tatsächliche Fahrzeughalter auf dem Beifahrersitz des 28-Jährigen aussagte, bemerkten sie die Polizisten hinter sich und hielten sich an das Tempolimit. Der 22-Jährige jedoch beschleunigte erneut rasant, weshalb sich die Beamten dazu entschlossen, diesen zu verfolgen. Am Kreisverkehr zur Polkstraße hielten die Polizisten den Raser schließlich an. Dieser soll sich vor Ort kooperativ gezeigt und sich entschuldigt haben.

Im Zeugenstand erwähnte der Beifahrer des 28-Jährigen, dass er in einem Gespräch mit dem Fahrer vertieft gewesen wäre und weder die Ampeln, noch die Geschwindigkeit oder den anderen Wagen wahrgenommen hatte. Er meinte jedoch zu wissen, dass der Angeklagte an der Ampel zur B17 nicht "stark beschleunigt" habe, da er nicht das Gefühl einer "Achterbahnfahrt" gehabt hätte, welches er sonst bei seinem Fahrzeug merken würde. Er hätte den Angeklagten mit seinem Auto fahren lassen, weil er auf einer Party zwei Bier getrunken hatte und sich nicht mehr in der Lage gefühlt habe, mit seinem Auto zu fahren.

Die Verteidiger forderten einen Freispruch für ihre Mandanten, da ihrer Meinung nach keine eindeutigen Beweise für ein verbotenes Kraftfahrzeugrennen vorliegen würden, lediglich eine Überschreitung der Geschwindigkeit. Die Teilnahme an unerlaubten Autorennen kann mit einer Geldauflage und bis zu zwei Jahren Freiheitsentzug bestraft werden.

Die Richterin verurteilte die Angeklagten schließlich zu einer Geldstrafe in Höhe von 3600 Euro. Zudem wurde den beiden Männern der Führerschein entzogen und eine Sperrfrist von sechs Monaten für die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis verhängt. Das eindeutige "Kräftemessen" an der Ampel, das rasche Beschleunigen, das überdurchschnittlich schnelle Fahren nebeneinander und die Bemühung, die Höchstgeschwindigkeit zu erreichen, sprächen aus Sicht der Richterin sehr wohl für ein illegales Autorennen.

Von Martina Dieminger

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