Tödlicher Beziehungsstreit: Caritas-Direktor Magg erschüttert über gewaltsamen Tod eines 15-Jährigen

Das Haus Noah des Caritasverbandes für die Stadt und den Landkreis Augsburg e. V. in der Friedrich-Ebert-Straße in Augsburg am späteren Samstagnachmittag. Das Haus war für die Ermittlungen durch die Polizei abgeriegelt worden.

15-Jähriger stirbt nach Auseinandersetzung in einer Einrichtung der Caritas im Augsburger Stadtteil Göggingen.

Das Scheitern der Beziehung zwischen einem 29-Jährigen und einer 24-Jährigen hatte am Samstagnachmittag dramatische Folgen: In einem Streit unter den Familienangehörigen im Haus Noah im Augsburger Stadtteil Göggingen wurde ein 15-Jähriger getötet. Der Tatverdächtige, sein 29-jähriger Schwager, sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft wegen des Verdachts auf Mord und vierfachen versuchten Mord.

Das Haus Noah ist eine Einrichtung der Caritas. Seit dem März 2017 wohnen Geflüchtete aus verschiedenen Ländern in der Flüchtlingsunterkunft des Caritasverbandes für die Stadt und den Landkreis Augsburg an der Friedrich- Ebert-Straße. Heute leben dort etwa 80 Flüchtlinge, Frauen, Männer, Jugendliche, Mädchen und Buben, insgesamt elf Familien und mehrere alleinerziehende Mütter aus Afghanistan, Syrien, Nigeria und Uganda zusammen. Darunter Muslime und Christen.

Am Samstag nun, kurz nach 15 Uhr, ging bei der Polizei ein Notruf ein, dass in der Wohnunterkunft ein massiver Streit innerhalb einer afghanischen Familie ausgetragen werde. Auch von einem Messer berichtete der Anrufer.

Beim Eintreffen der ersten Streifen stellte sich heraus, dass ein 29-Jähriger mit einem Messer auf einen 15-jährigen Verwandten losgegangen war und ihm dabei tödliche Verletzungen zugefügt hatte. Auch weitere Familienmitglieder erlitten Verletzungen: der 41-jährige Vater, die 37-jährige Mutter und zwei Töchter, 16 und 20 Jahre alt, wobei die Mutter laut Polizei die schwerste Stichverletzungen erlitten hatte und notoperiert werden musste. Sie befinde sich inzwischen außer Lebensgefahr. Die 20-jährige Tochter befinde sich wegen einem Stich in den Rücken ebenfalls in stationärer Behandlung, die Verletzungen bei den beiden anderen Familienmitgliedern seien eher leichterer Natur, so die Polizei.

Der 29-jährige Tatverdächtige wurde noch am Tatort festgenommen. Er erlitt bei dem Streit ebenfalls Verletzungen, die in einer Klinik unter polizeilicher Bewachung medizinisch versorgt wurden. Er wurde am Sonntagmittag dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Augsburg vorgeführt, der den von der Staatsanwaltschaft beantragten Haftbefehl wegen Mordes und vierfachem versuchten Mordes jeweils zusammentreffend mit gefährlicher Körperverletzung erließ und in Vollzug setzte. Der Täter befindet sich mittlerweile in Untersuchungshaft.

"Der Täter gehört nicht der Hausgemeinschaft von Haus Noah an und hatte deshalb auch dort nicht gewohnt", erklärt die Caritas in einer eigenen Pressemitteilung. Wie die Polizei inzwischen mitteilte, handelt es sich bei dem Tatverdächtigen um den Schwiegersohn, der mit einer weiteren, 24 Jahre alten Tochter liiert war. Diese befand sich zur Tat allerdings nicht in der Wohnung, weshalb sie nicht verletzt wurde. "Die gescheiterte Beziehung und deren Umstände dürften nach derzeitigem Erkenntnisstand auch tatursächlich sein", so die Polizei.

Augsburgs Diözesan-Caritasdirektor Domkapitular Andreas Magg, der kurz zuvor die Heilige Messe zum Palmsonntag in der Haus-Kapelle des Caritas-Hauses gefeiert hatte, reagierte erschüttert auf die Nachricht. "Diese schreckliche Tat macht mich zutiefst traurig. Flüchtlinge aus Afghanistan, Syrien, Somalia, Nigeria und Uganda haben dort Frieden gefunden, auch dank der hervorragenden Betreuung durch den Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Augsburg und die Ehrenamtlichen, die sich hier für ein gutes friedliches Miteinander eingesetzt haben. Diese Gewalttat zeigt einmal mehr, dass wir nie davon ablassen sollen, uns für das Gute im Zusammenleben einzusetzen. Ich werde die Familie, die ihren Sohn und Bruder verloren hat, in mein Gebet mit einschließen."

Der Augsburger Stadt-Caritasverband hat mit der Unterkunft, der sie den Namen Haus Noah gegeben hatte und die aus vier Wohnhäusern besteht, ein Vorzeigeobjekt geschaffen, das weit über Augsburg hinaus Anerkennung fand. Kümmerer vor Ort, ein Seelsorger, Ehrenamtliche aus der unmittelbaren Umgebung und der katholischen Pfarrgemeinde haben zusammen mit den Flüchtlingen dafür die täglichen Grundlagen geschaffen. "Das Zusammenleben hier war wirklich super", sagte Maria Hüttenhofer, Kümmerin des Caritas-Stadtverbandes, am späten Samstagnachmittag. Doch dieses friedliche Miteinander wurde am Samstagnachmittag durch die schreckliche Gewalttat durchbrochen.

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