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Corona-Regeln Corona in Augsburg: Diese Regeln gelten nun in der Stadt

Zur Unterstützung des Augsburger Einzelhandels beim Weihnachtseinkauf rief Eva Weber trotz der Einschränkungen auf, ob durch Online-Versand oder Gutscheine. ""Schauen Sie, was es alles gibt, wir müssen uns gegenseitig unterstützen", sagte die Oberbürgermeisterin.

In einer Pressekonferenz haben die Verantwortlichen der Stadt Augsburg und des Gesundheitsamts am Mittwoch über die aktuelle Corona-Lage in Augsburg informiert. Wie in ganz Bayern gelten in der Stadt seit diesem Tag verschärfte Maßnahmen. Das sei auch nötig, wurde auf der Pressekonferenz mehrmals betont.

Die aktuellen Zahlen aus dem Uniklinikum erhielt Oberbürgermeisterin Eva Weber während der Konferenz. Die Lage in dem Krankenhaus habe sich leider weiter verschlechtert, berichtete sie. Mit 159 Corona-Patienten hätte das Klinikum den "Höchststand" des bisherigen Pandemiegeschehens erreicht. An der Sieben-Tage-Inzidenz sei aber durchaus zu erkennen, dass "wir in Augsburg das Pandemiegeschehen gut im Griff haben", hatte Weber bereits davor betont. Im Vergleich zum Höchstwert von 380 sei die Inzidenz inzwischen mit Werten zwischen 220 und 230 auf einem Abwärtstrend.

Dieser sei aber weiterhin zu langsam, betonte Thomas Wibmer, stellvertretender Leiter des Gesundheitsamts. Selbst, wenn durch die verschärften Maßnahmen nur wenige Ansteckungen verhindert werden, könnte dies laut Wibmer aufgrund des exponentiellen Verlaufs der Infektionen einen großen Unterschied machen: Statt im März könnte die Stadt bereits im Januar wieder auf Inzidenzwerte unter 50 kommen. Möglichst schnell wieder niedrigere Zahlen zu bekommen, sei dabei sehr wichtig. Denn sowohl das Uniklinikum als auch viele andere Betriebe seien aktuell an der Belastungsgrenze. Um die Infektionen zu verringern, empfiehlt der stellvertretende Gesundheitsamtsleiter, auch selbst für einen besseren Schutz für sich und andere zu sorgen, besonders in geschlossenen Räumen, in denen sich viele Personen aufhalten, wie im öffentlichen Nahverkehr.

Besuche im Altenheim nur noch mit Corona-Test

Dabei helfen könne die richtige Maske. Nicht zu empfehlen seien laut Wibmer dünne Halstücher sowie Face-Shields aus Kunststoff, die beide keinerlei Schutzwirkung gegen Aerosole hätten. Es sei auch empfehlenswert, sich von Menschen, die einen solchen Mund-Nasen-Schutz tragen, fernzuhalten, so Wibmer. Als bessere Alternative zu den üblichen Alltagsmasken seien außerdem besonders in beengten Verhältnissen FFP2-Masken zu empfehlen. Auf keinen Fall solle man aber zu professionellen FFP2-Masken greifen, die in der Medizin und Pflege benötigt werden, ebenso wenig zu solchen mit einem Ausatemventil.

Aufgrund der zehnten Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung gilt in Augsburg nun, solange die Inzidenz über 200 liegt, eine Ausgangssperre zwischen 21 und 5 Uhr. Auf weitere Einschränkungen müssen sich auch die Bewohner von Pflegeheimen und deren Angehörige einstellen. Die Stadt und die freien Träger hätten sich hier auf eine gemeinsame Vorgehensweise geeinigt, sagte am Mittwoch Sozialreferent Martin Schenkelberg. Demnach darf jeder Bewohner aktuell nur einen Besucher pro Tag für maximal eine Stunde empfangen - und zwar nur, wenn dieser einen negativen Corona-Test vorweisen kann. Aktuell muss dazu wohl noch ein Labortest im Testzentrum oder beim Hausarzt gemacht werden. Die Träger seien noch in den Vorbereitungen, um Schnelltests in den Einrichtungen anbieten zu können, so Schenkelberg. Er bat Angehörige, die ihre Verwandten besuchen möchten, "den Pflegeeinrichtungen noch etwas Zeit zu geben". Wenn die Kapazitäten für die Schnelltests dann aufgebaut sind, soll in den städtischen Heimen zusätzliches Personal zur Besucherlenkung eingestellt werden, um die Pflegekräfte zu entlasten.

Silvester könnte still ausfallen

Allgemeine Erleichterungen der Maßnahmen treten an den Weihnachtstagen zwischen dem 23. und 26. Dezember in Kraft. Dann dürfen sich zehn Leute aus unterschiedlichen Haushalten treffen. Ausdrücklich gelte dies nicht für Silvester, betonte Weber: Sollte Augsburg zum neuen Jahr bei der Sieben-Tage-Inzidenz weiterhin über dem Schwellenwert von 200 liegen, dürfte es auch ohne Feuerwerk-Verbot ein ruhiges Silvester geben. Denn die allgemeine Ausgangssperre ab 21 Uhr, bei der das Haus nur mit bestimmten triftigen Gründen verlassen werden darf, gilt dann auch am 31. Dezember.

Zumindest ein Hoffnungsschimmer steht zum Jahreswechsel an: Im Januar soll das Augsburger Impfzentrum eröffnen. Inzwischen steht fest, dass dieses auf dem ehemaligen Fujitsu-Gelände eingerichtet wird, der entsprechende Vertrag sei unterschrieben, so Weber. Die Stadt ist überzeugt, mit dem Fujitsu-Gelände einen guten Standort gefunden zu haben: Das Gelände sei sowohl von der B17 aus mit dem Auto als auch mit der Straßenbahn gut für möglichst alle Augsburger erreichbar. Auch das Personal steht laut der Oberbürgermeisterin "bereits auf Abruf". 3000 Quadratmeter stehen in einem Bürogebäude auf dem Gelände für das Impfzentrum zur Verfügung. Die Zulassung des Impfstoffes sei aktuell für Ende Dezember angekündigt; dann sollen vorerst mobile Teams in den Pflegeeinrichtungen impfen. In den ersten Januarwochen könnte dann das Zentrum eröffnen. (lat)

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