Region: Augsburg Stadt

Der hilfsbedürftige Igel

Wildtier-Fachleute wissen, wie sie unterernährte Igel wie hier etwa „Agnes“ am besten auf den Winter vorbereiten

Tonia Olson ist Ihre Tierärztin im Augsburger Tierheim

Der Igel ist eines der am häufigsten in der Tierarztpraxis vorgestellten Wildtiere. Besonders im Spätherbst, am Übergang zum Winter, werden viele verletzte und kranke Igel zu Tierärzten gebracht.

Jedoch braucht nicht jedes scheinbar hilfsbedürftige Wildtier die Hilfe von Menschen. Es ist sogar gesetzlich verboten, Tiere grundlos aus der Natur zu entnehmen, selbst wenn dies in der Absicht geschieht, sie zu pflegen.

Davon ausgenommen ist lediglich die Aufnahme von verwaisten Jungtieren und von tatsächlich, zum Beispiel durch Bisse oder Verkehrsunfälle, verletzten oder kranken Wildtieren. Erkrankte Igel husten etwa oder haben Durchfall, sie erscheinen nicht rund, sondern haben eher eine schmale, birnenförmige Figur. Auch schlafen sie tagsüber und nach Wintereinbruch nicht, wie das gesunde Artgenossen tun würden, sondern laufen unruhig herum. Hilfe brauchen auch kleine, dünne Igel, die im Spätherbst noch nicht ein ausreichendes Gewicht von mindestens 500 g erreicht haben, um die Wintermonate zu überleben.

Wer einen behandlungsbedürftigen Igel findet, sollte ihn so schnell wie möglich in die Hände von sachkundigen Pflegepersonen übergeben, da die artgerechte Haltung und Pflege von Wildtieren viel Erfahrung und Wissen sowie die passenden räumlichen Möglichkeiten erfordert. Am besten stellt man den Igel einem fachkundigen Tierarzt vor oder wendet sich an einen Tierschutzverein oder eine Wildtierstation in der Nähe, die sich mit der Versorgung von Wildtieren auskennt. Im Anschluss an die (tiermedizinische) Versorgung und Pflege müssen Wildtiere unverzüglich wieder in die Freiheit entlassen werden – auch dies ist gesetzlich vorgeschrieben –, da sie in Gefangenschaft unter enormem Stress leiden.

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