Augsburger Fujitsu-Gelände ist verkauft: Walter AG plant einen "Technology Campus"

In dem "Technology Campus Augsburg" will die Walter AG neue Technologieunternehmen ansiedeln.

Das ehemalige Fujitsu-Werksgelände ist verkauft: Wie das Augsburger Immobilienunternehmen Walter nun bekannt gegeben hat, hat sie das rund 180.000 Quadratmeter große Industriegebiet von Fujitsu erworben. Der Standort soll künftig unter dem Namen "Technology Campus Augsburg" vermarktetet werden.

Die Besitzübertragung ist zum 1. Januar vorgesehen. Auf dem Gelände an der B 17, gegenüber von der Augsburger WWK-Arena, sollen sich dann Technologieunternehmen ansiedeln. Es liegt in unmittelbarer Nähe zum Augsburger Innovationspark, in dem die Walter AG bereits 2019 eine 70 000 Quadratmeter große Fläche mit Baurecht erworben hat. "Mit diesem Immobilieninvestment in direkter Nachbarschaft zum Augsburger Innovationspark schaffen wir ideale Bedingungen für die Ansiedlung von weiteren Technologieunternehmen und Startups", erklärt Ralf Walter, Vorstand der Walter AG, die Investition in den Fujitsu-Standort. "Hier ergänzen sich Forschung, Entwicklung und Fertigung auf optimale Weise". Im Innovationspark entwickelt das Unternehmen aktuell den "Innovationsbogen", ein Bürogebäude entworfen vom Hamburger Architekten Hadi Teherani. Weitere Projekte sollen folgen.

Mit den beiden Arealen könne die Walter AG künftig "alle immobilientechnischen Anforderungen von Industrieunternehmen abdecken" und entsprechend zur Anmietung anbieten, sagt Vorstand Roy Walter. Der geplante "Technology Campus" biete Büro- und Schulungsräume für Forschung und Entwicklung, kleine Hallenflächen für die Prototypen- und Kleinserienfertigung sowie große Produktionshallen für die Serienfertigung. Die Hallen nehmen den größten Teil des Fujitsu-Geländes ein, insgesamt übernimmt die Walter AG 100 000 an Hallenflächen. Für Büros stehen etwa 22 000 Quadratmeter zur Verfügung.

Auch sonst finden die Käufer bereits gute Bedingungen am Standort vor: Die Verkehrsanbindung sei dank der B 17 und einer Straßenbahnhaltestelle "optimal", das Objekt besitze eine Nahwärmeversorgung und ein Blockheizkraftwerk, Anschlüsse an das Glasfasernetz seien vorhanden. Außerdem erfülle das Gelände hohe Sicherheitsstandarts, "so dass es auch für sensible Forschung genutzt werden kann", so die Walter AG.

Augsburgs Oberbürgermeisterin Eva Weber begrüßte den Kauf durch "ein erfahrenes und professionelles Unternehmen aus dem lokalen Umfeld". Der "Technology Campus" biete beste Voraussetzungen, Augsburg in der Verknüpfung von Forschung, Entwicklung und Produktion voranzubringen. "Bereits beim Investment in den Augsburger Innovationspark hat die Walter AG tatkräftig unter Beweis gestellt, dass sie an den Standort glaubt und die zukünftige Entwicklung weiter fördern möchte", sagt Weber.

Auch Uwe Romppel, bisheriger Werksleiter bei Fujitsu, freute sich, "einen aus Augsburg stammenden Käufer gefunden zu haben, der über ein fundiertes Konzept für die künftige Entwicklung des Geländes als Campus für Unternehmen aus der Technologie- und Digital-Branche verfügt". Das IT-Unternehmen Fujitsu bleibt Augsburg in stark verkleinerter Form erhalten; es hat in der Melli-Beese-Straße einen neuen Standort mit rund 350 Mitarbeitern eröffnet. Statt der PC-Produktion kümmert sich der neue Betrieb vor allem um Serviceleistungen für Kunden und um die Verwaltung. Auf dem früheren Fujitsu-Werksgelände arbeiteten vor der Umstrukturierung des japanischen Unternehmens und dem daraus resultierenden Stellenabbau rund 1400 Mitarbeiter. (pm/lat)

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