Kuka fährt im ersten Halbjahr mehr als 80 Millionen Euro Verlust ein

Der Roboterhersteller Kuka musste im ersten Halbjahr einen Verlust von 80 Millionen Euro hinnehmen.

Der Augsburger Roboterhersteller Kuka hat in der ersten Jahreshälfte einen Verlust von 80,6 Millionen Euro eingefahren. Das teilte das Unternehmen am Mittwochmorgen mit. Demnach sei der Absatz in jedem Geschäftsbereich rückläufig gewesen. Im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres erwirtschaftete Kuka noch einen Überschuss von etwas mehr als 35 Millionen Euro.

Der Vorstandsvorsitzende Peter Mohnen bezeichnete das Halbjahr als "extrem und ungewöhnlich". Das hohe Maß an Unsicherheiten, das die Corona-Krise mit sich bringt, führe dazu, dass Kunden Investitionen verzögern und geplante Aufträge verschieben. So sank der Auftragseingang von 1,81 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2019 um 31,4 Prozent auf nun 1,24 Milliarden Euro. Die Umsatzerlöse gingen von 1,54 Milliarden Euro um 24,1 Prozent auf rund 1,17 Milliarden Euro zurück.

Um die Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung abzufedern, richtete Kuka bereits im Januar eine Corona-Taskforce ein, die ein Hygiene- und Sicherheitskonzept entwickelte, vorsorgliche Maßnahmen ergriff und die Mitarbeiter regelmäßig über die aktuellen Entwicklungen informierte. Die Aufrechterhaltung des Produktionsbetriebs stellte aufgrund der Störungen in den weltweiten Lieferketten eine besondere Herausforderung dar. Im Bereich Robotics beispielsweise wurden die Zulieferungen dank der Flexibilisierung von Bestell- und Anlieferkonzepten der Eigenfertigung in Ungarn und Augsburg nicht unterbrochen. So konnte die Roboterfertigung in Augsburg durchgehend produzieren und alle Kundenaufträge innerhalb der Standard-Lieferzeiten abgearbeitet werden. An anderen Produktionsstandorten, wie zum Beispiel in Italien und in den USA musste die Fertigung auch aufgrund behördlicher Anweisung vorübergehend geschlossen werden.

Außerdem wurde, wo es der Arbeitsplatz zuließ, auf Homeoffice umgestellt. Im Durchschnitt arbeitete bei Kuka 40 Prozent der Augsburger Belegschaft im Homeoffice. Aufgrund der vorhandenen technologischen Ausstattung und der langjährigen Erfahrungen mit Homeoffice konnte der Anteil der Mitarbeiter, die von zuhause aus arbeiten, innerhalb kürzester Zeit deutlich erhöht werden. Zur langfristigen Sicherung der Arbeitsplätze führte Kuka im April Kurzarbeit ein. Mithilfe dieser Maßnahme konnte der Betrieb aufgrund der schwierigen Auftragslage vorübergehend entlastet werden.

Aufgrund der schwierigeren Rahmenbedingungen durch die mangelnde Investitionsbereitschaft von Kunden rechnet Kuka für das laufende Geschäftsjahr mit einem Rückgang der Nachfrage. Der Roboterhersteller geht davon aus, dass sowohl der Umsatz als auch die Ebit-Marge deutlich unter dem Vorjahresniveau liegen. Die Ebit-Marge misst, wie viel Umsatz für den erwirtschafteten Gewinn notwendig war, und ist daher ein wichtiger Indikator für die Rentabilität eines Unternehmens. Für das Gesamtjahr rechnet Kuka mit einer negativen Ebit-Marge.

Für 2020 hat der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau ein Minus von mindestens 20 Prozent prognostiziert. Mittelfristig rechnet Kuka aber damit, dass gerade Robotik- und Automatisierungslösungen stärker nachgefragt werden. Darüber hinaus ist mit Nachholeffekten aufgrund verschobener Investitionen zu rechnen. „Wir befinden uns in einer Zeit des Umbruchs, wichtige Märkte wie der Bereich Automotive werden sich - auch unabhängig von Corona - langfristig verändern. Unser Fokus liegt darauf, die Weichen für die Zukunft zu stellen", erklärte Vorstandschef Peter Mohnen.

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