Augsburger Friedensbild 2020 gekürt: Freude in den Himmel geschickt

Die achtjährige Franziska Kaim ist die Preisträgerin des Augsburger Friedensbilds 2020. Es ist im Rahmen des Malwettbewerbs des Evangelisch-Lutherischen Dekanats Augsburg zum Motto „Immer wieder“ entstanden.

"Immer wieder" lautete das Thema des Malwettbewerbs des Evangelisch-Lutherischen Dekanats Augsburg. Die achtjährige Franziska Kaim, aus der 2c der Fröbel-Grundschule Augsburg-Haunstetten ist die diesjährige Preisträgerin. Am 10. Juli ist ihr Gemälde zum Augsburger Friedensbild 2020 gekürt worden. Es ziert das Plakat zum Augsburger Hohen Friedensfest, gab nun das Dekanat in einer Pressemitteilung bekannt.

„Ich habe das Augsburger Turamichelefest gemalt, weil ich da immer mit meiner Familie hingehe und mir das so gut gefällt“, sagte Franziska bei der Preisverleihung.

Die Jury würdigte die liebevolle und detaillierte Gestaltung des Augsburger Rathauses mit dem Perlachturm und die kräftigen, leuchtenden Farben. Das Bild stelle ein alljährliches Augsburger Ritual dar und wirke lebendig – in den Farben der Stadt, den fliegenden Luftballons, den guten Wünschen und vielleicht auch Gebeten – die in den Himmel geschickt werden. Noch dazu strahle das Bild Frieden aus.

Das Motto des Malwettbewerbs „Immer wieder“ nimmt Bezug auf das Thema „#Rituale“ des Rahmenprogramms zum Augsburger Friedensfest. Stadtdekan Michael Thoma erklärt dazu: „Als Christen glauben wir: Rituale bringen uns ganz nah zu Gott, stellen eine besondere Verbindung zu ihm her – Beten ist so ein Ritual, zum Beispiel das Tischgebet – oder die Taufe oder das Abendmahl – oder Gottesdienste feiern.“ Die Darstellung dieser und vieler weiterer Rituale sei den Kindern hervorragend gelungen. Thoma dankte den kleinen Künstlern für ihre Friedensbilder sowie den Eltern und Lehrern, die trotz der Herausforderungen des Corona-Lockdowns eine Beteiligung am Malwettbewerb ermöglicht hätten.

Alle prämierten Bilder sind in einer Ausstellung zu besichtigen: 10. bis 27. Juli: Atrium der Kreissparkasse Augsburg, Martin-Luther-Platz 5, 28. Juli bis 18. August Kreuzgang St. Anna Kirche, Im Annahof 2, 19. August bis 30. September Seniorenzentrum Servatius, Fritz-Hintermayr-Straße 6.

Das Kulturprogramm „#Rituale“ zum Augsburger Hohen Friedensfest läuft vom 30. Juni bis 8. August.

Hintergrund zum Malwettbewerb

Der Malwettbewerb steht in der Tradition der sogenannten „Augsburger Friedensgemälde“, die seit 1650 in den Gottesdiensten zum Augsburger Hohen Friedensfest an Kinder verteilt wurden.

In der Jury zur Prämierung der diesjährigen Arbeiten wirkten mit: Vertreter der evangelischen und katholischen Kirchen Augsburgs, Religions- und Kunstlehrer der beteiligten Schulen und Vertreter der Stadt Augsburg.

Zum Malwettbewerb eingeladen waren – unabhängig von Konfession und Religion – Schüler der weiterführenden Schulen aus Stadt und Landkreis Augsburg, Aichach-Friedberg sowie aus Wertingen. Eingereicht wurden rund 300 Kunstwerke.

Das Augsburger Hohes Friedensfest - Einzigartiger Feiertag: damals und heute

Das Augsburger Hohe Friedensfest geht zurück auf das Jahr 1650, als die evangelischen Christen Augsburgs erstmals ihre Gleichberechtigung mit den Katholiken feierten. Diese war zwar zuvor bereits formuliert worden – im Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) kam es aber zu blutigen Auseinandersetzungen. Katholiken und Protestanten unterdrückten sich wechselseitig. Kirchen wurden geschlossen und abgerissen. Den 14 evangelischen Predigern in Augsburg wurde am 8. August 1629 jede weitere Amtshandlung untersagt.

Erst mit Ende des Dreißigjährigen Krieges wurde schließlich im Westfälischen Frieden (1648) die Parität (Gleichheit) zwischen Katholiken und Protestanten hergestellt und entsprechend alle städtischen Ämter paritätisch (in einem gleichmäßigen Verhältnis) besetzt.

In Erinnerung an die endlich errungene Gleichstellung stifteten die Augsburger Protestanten im Jahr 1650 mit dem Hohen Friedensfest am 8. August einen weltweit einzigartigen Feiertag. Sie dankten für den geschenkten Frieden und die Möglichkeit, ihren Glauben frei und gleichberechtigt leben zu dürfen.

Ohne Unterbrechung wird seit 1650 jedes Jahr am 8. August ein Gottesdienst gefeiert. Seit 1950, dem 300. Jahrestag des Festes, ist der Tag für die Stadt Augsburg gesetzlicher Feiertag. "Das Friedensfest verbindet heute alle Religionen. Die Sehnsucht der Menschen nach Frieden, seine Gefährdung durch Intoleranz, Hochmut und Machtgier und die Aufgabe, in aller Unterschiedlichkeit von Glaubenstraditionen und kulturellem Herkommen friedlich zusammenzuleben, ist der Inhalt des Festes – damals wie heute", so das Evangelisch-Lutherische Dekanat Augsburg in einer Pressemitteilung. (pm)

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