Sanierung des Brechthauses verschoben: Verein hofft auf größeres Museum rund um Bertolt Brecht

Neben einigen anderen Projekten in Augsburg wird auch die Sanierung und Neukonzeption des Brechthauses wegen des Coronavirus verschoben. Der Verein „Bert Brecht Kreis Augsburg“ möchte die Wartezeit nutzen, um Überlegungen über ein Museum anzustoßen, in dem der Dichter in seiner Geburtsstadt dauerhaft dargestellt werden könnte.

Die Pandemie nötige dem städtischen Haushalt Mehrausgaben und Mindereinnahmen auf, denen viele dringende Projekte zum Opfer fielen, schreibt der Verein in einer Mitteilung. Darunter auch die Sanierung des Brechthauses in der Augsburger Innenstadt. “Das ist sehr schmerzlich, denn am 10. Februar 2023 ist der 125. Geburtstag Brechts zu feiern, und nach der Kommunalwahl hätte – das war der Plan des vormaligen Kulturreferenten – mit der Planung der Umgestaltung begonnen werden sollen“, so der Verein.

Die neue Situation solle aber nun nicht dazu führen, sich keine Gedanken zu machen. „Vielmehr ist dadurch vielleicht Raum dafür, Überlegungen weiterzuverfolgen, wie Brecht in seiner Geburtsstadt in einem Museum dauerhaft dargestellt werden soll“, führt der Verein weiter aus. Autoren wie Goethe, Schiller, Kleist, die Brüder Grimm, Thomas Mann würden in ihren repräsentativen Elternhäusern gewürdigt oder man habe ihnen mittlerweile ein weitläufiges Museum erstellt. „Brecht dagegen, dessen sparsame Eltern sich bei seiner Geburt die erste Etage des Handwerkerhauses Auf dem Rain 7 mit zwei anderen Parteien teilten (und wegen der Enge und des Lärms nach einem halben Jahr auszogen), soll zeit seines Nachlebens nur innerhalb dieser engen Gemäuer gewürdigt werden?“, stellt der Brecht-Kreis in Frage.

Wunsch nach einem modernen Brecht-Museum

Schon länger gebe es den Vorschlag, auf dem Platz hinter der Stadtmetzg ein modernes Brecht-Museum zu errichten, unmittelbar nah am Brechthaus. Da das den städtischen Etat auf absehbare Zeit überfordere, müssten Sponsoren dafür gewonnen werden. „Augsburg mag arm sein, aber nicht alle Augsburger sind arm. Und es gibt Kulturförderung auf Landes- und Bundesebene. Da müsste doch was zu machen sein“, hofft der Verein.

Ein modernes Brecht-Museum würde die weltweite Wirkung des Dichters auf die Augsburger Stadtgesellschaft und ihr internationales Publikum zurück spiegeln, so die Hoffnung des Brecht-Kreises, „und manche seiner Fragen in Erinnerung rufen, auf die wir immer noch keine befriedigenden Antworten haben“. (pm/kd)

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