"Das Theater wächst der Stadt über den Kopf": Grab fordert vollständige Übernahme des Staatstheaters durch den Freistaat

Die Sanierung des Staatstheaters kann weitergehen. Die hohen Kosten führen allerdings weiterhin zu Diskussionen in der Stadtpolitik.

Stadtrat will vollständige Übernahme der Betriebskosten des Staatstheaters durch den Freistaat.

Nach der Entscheidung des Stadtrats im Juli, die Sanierung des Augsburger Staatstheaters trotz der absehbaren Kostensteigerung von ursprünglich geplanten 186 Millionen Euro auf bis zu 321 Millionen Euro fortzusetzen, urteilt der Stadtrat und ehemalige Kulturreferent Peter Grab nun hart: "Das Theater wächst der Stadt Augsburg über den Kopf." Er spricht sich allerdings nicht für einen Baustopp aus, sondern fordert stattdessen von der Stadtspitze, mit dem Freistaat eine vollständige Übernahme der Betriebskosten zu verhandeln.

Bislang sieht der Freistaat eine 50-prozentige Betriebskostenbeteiligung vor, analog zum Staatstheater Nürnberg. Im Gegensatz dazu werden die Betriebskosten der drei Münchner Staatstheater laut Grab zu 100 Prozent vom Freistaat übernommen. Der Stadtrat der Bürgervereinigung "Wir sind Augsburg" wünscht sich diese Förderung nun auch für das Augsburger Theater. "Da Augsburg wohl nicht besser gestellt werden kann als Nürnberg, dürfte dies nur als gemeinsames Vorgehen der zweit- und drittgrößten Stadt Bayerns realisierbar sein", so Grab in seinem Antrag.

Aufgrund der Coronakrise in Verbindung mit den Schulden der Stadt kämen auf Augsburg laut Grab "harte Zeiten zu". Die einzige Lösung, damit nach der Kostensteigerung beim Theater nicht "andere Bereiche des städtischen Haushalts über Maßen unter den neuen Schulden leiden", sei eine Anhebung der Betriebskostenbeteiligung am Staatstheater, stufenweise oder "angesichts der drohenden Haushaltssituation gerne in einem Zug".

Grab fordert von Oberbürgermeisterin Eva Weber, möglichst schnell eine gemeinsame Vorgehensweise mit der der Stadt Nürnberg abzustimmen und mit dem Freistaat über die vollständige Übernahme der Betriebskosten zu verhandeln. "Bei einer vollständigen Übernahme der Betriebskosten durch den Freistaat Bayern würde die anstehende jährliche Abfinanzierung der Sanierungskosten mehr als ausgeglichen sein", so Grab. "Womöglich würde sogar die Sanierung der Freilichtbühne wieder in den Fokus rücken können." Dass diese nach der hohen Förderung der Häuser am Kennedyplatz und der Brechtbühne am Gaswerk Einsparungen zum Opfer fiel, bedauert der ehemalige Kulturreferent.

Außerdem geht Grab aufgrund der Sanierung künftig von deutlich höheren Instandhaltungskosten aus, "wenn die künftige Bausubstanz des Augsburger Theaters nicht wieder über Maßen verfallen soll". Diese Steigerung der Kosten für die Stadt Augsburg sei in der aktuellen Vereinbarung mit dem Freistaat überhaupt nicht thematisiert worden und könne eine Übernahme der Betriebskosten noch wichtiger machen. Grab fordert in der ersten Stadtratssitzung nach der Sommerpause einen Bericht, wie viel mehr Mittel die jährliche Instandhaltungspauschale künftig vom Augsburger Haushalt in Anspruch nehmen wird. (pm/lat)

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