Wappentafel des Maximilianmuseums in Augsburg wird wiederhergestellt

Wappentafel des Großen und Kleinen Rates von Augsburg. Unbekannter Miniaturmaler, Werkstatt des Jörg Breu d. J. (um 1510 bis 1547), Augsburg, 1549

Ernst-von-Siemens-Kunststiftung macht Restaurierungsarbeiten auch in Corona-Zeiten möglich.

Die Kunstsammlungen und Museen Augsburg sind vor dem Hintergrund der Corona-Krise von der Ernst-von-Siemens-Kunststiftung in ein spezielles Förderprogramm aufgenommen worden. Es unterstützt Restauratoren sowie Wissenschaftler, die freiberuflich in Museen tätig sind. Gerade für diesen Personenkreis sind die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise deutlich spürbar. Sie sollen durch die unbürokratische Unterstützung abgemildert werden.

"Aufträge wichtiger als Kredite"

Die Corona-Förderlinie der Ernst-von-Siemens-Kunststiftung läuft seit gut vier Wochen. "Inzwischen haben wir über 600 000 Euro ausgeschüttet, mit denen wir freiberuflich Tätige an rund 60 Projekte unterstützen konnten. Für sie sind Aufträge wichtiger als Kredite, die sie im Zweifel nicht mehr zurückbezahlen können. Mein kleines Team ist für dieses Projekt super motiviert und wir bewilligen gemäß unserem Stiftungsmotto 'Machen statt Twittern' relativ schnell", erläutert Martin Hoernes, Generalsekretär der Ernst-von-Siemens-Kunststiftung.

Wappentafel des Großen und Kleinen Augsburger Rates

Im Rahmen der Stiftungs-Förderlinie wurde die im Maximilianmuseum aufbewahrte Wappentafel des Großen und Kleinen Rates von Augsburg aus dem Jahre 1549 ausgewählt, um sie zu restaurieren. Das Kunstobjekt ist von großer Bedeutung. Als eines der größten Werke der Augsburger Buchmalerei fügt es sich ein in die einzigartige Reihe der Familien- und Ehrenbücher Augsburger Patrizier und Kaufleute aus der Zeit zwischen 1540 bis 1620. Die Wappentafel stammt vermutlich aus der Werkstatt von Jörg Breu dem Jüngeren, einem der renommiertesten Augsburger Buchmaler aus der Renaissance-Zeit.

Anpassung an konservatorische Anforderungen

Die Tafel ist in einem stark restaurierungsbedürftigen Zustand. Sie weist zahlreiche Risse und Fehlstellen auf. Die Malschicht, zeigt bereits an etlichen Stellen Verluste. Alte Reparaturen sind ästhetisch unbefriedigend und mit nicht alterungsbeständigen Materialien ausgeführt worden. Nach ihrer Restaurierung wird die Wappentafel mit einem UV-Schutzglas versehen und damit den konservatorischen Anforderungen angepasst. Erstmals wird sie dann wieder in der Ausstellung "Dressed for Success. Matthäus Schwarz. Ein Augsburger Modetagebuch des 16. Jahrhunderts" der Öffentlichkeit präsentiert. Die Ausstellung ist von 28. November bis 28. Februar.2021 zu sehen. (pm)

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