Weihnachtsmarkt bis Januar? Was die Stadt für die Kultur- und Clubszene in den Wintermonaten plant

In diesem Jahr wird es wegen Corona kein Engelesspiel auf dem Augsburger Weihnachtsmarkt geben.

Das beliebte Engelesspiel auf dem Augsburger Christkindlesmarkt fällt in diesem Jahr wegen Corona aus. Das teilt die Stadt nun mit. Dafür könnte der Markt bis Mitte oder Ende Januar dauern. Die Stadt setzt sich aktuell nicht nur mit dem Weihnachtsmarkt sondern generell mit der Frage auseinander, wie es in der kalten Jahreszeit mit Clubs, kulturellen Veranstaltungen und der Gastronomie weitergehen soll. Der Stadtrat will in der kommenden Woche über ein Konzept für die Kultur- und Clubszene im Herbst und Winter beraten. Geplant ist zudem, einen "Corona-Bürgerbeirat" ins Leben zu rufen.

Wie schon länger bekannt ist, soll der Christkindlesmarkt heuer auf verschiedene Plätze in der Innenstadt verteilt werden. So sollen die Glühweinstände als beliebte Publikumsmagneten nicht mehr auf dem Rathausplatz verortet sein, sondern auf den Königsplatz, den Willy-Brandt-Platz, den Holbeinplatz sowie den Elias-Holl-Platz ausweichen. Durch die Umsiedlung der insgesamt zehn Glühweinstände erhofft sich die Stadt eine Entlastung des Rathausplatzes. Der Markt soll planmäßig am Montag, 23. November, beginnen. An Heiligabend selbst, an dem die Stände normalerweise bis 14 Uhr geöffnet haben, wird der Markt in diesem Jahr möglicherweise geschlossen haben. Dafür, so die aktuellen Überlegungen der Stadt, könnte man ihn bis Mitte oder sogar Ende Januar verlängern. Sollte das der Fall sein, will der Ordnungsreferent Frank Pintsch gemeinsam mit der Polizei ein Sicherheitskonzept für die Silvesternacht ausarbeiten, "um Chaos in jedweder Form zu vermeiden", wie die Stadt schreibt.

Besonders beliebt in der Weihnachtszeit ist das Engelesspiel, das nach dem Vorbild von Hans Holbeins berühmten Altarengeln in der Fassade des Augsburger Rathauses aufgeführt wird. In diesem Jahr soll es ausfallen. Als Begründung gibt die Stadt die Hygieneregeln wegen Corona an. Schon während der Proben, zu denen jährlich rund 100 Kinder mit ihren Familien kämen, sei es nicht möglich, die Abstandsregeln einzuhalten. Auch die Gewänder der kleinen Engel müssten nach jedem Kleiderwechsel desinfiziert werden. Das sei zeitlich und kostenmäßig nicht drin.

Neben dem Weihnachtsmarkt wünscht sich die Stadt für Herbst und Winter weitere kreative Formate unter freiem Himmel. "Was möglich ist, soll ermöglicht werden", so Oberbürgermeisterin Eva Weber. Die Stadt will auch die Bürger an der Planung beteiligen. So soll in Kürze ein "Corona-Bürgerbeirat" ins Leben gerufen werden. Dieser soll aus bis zu 20 Bürgern bestehen, die alle vier Wochen mit der Verwaltungsspitze neben praxisnahen Vorschlägen aus der Bevölkerung zur Bekämpfung der Pandemie auch Ideen diskutieren, wie öffentliches Leben in der Stadt trotzdem stattfinden kann.

Am 24. September will der Augsburger Stadtrat zudem ein umfassendes Konzept beauftragen, das dem Stadtleben in Corona-Zeit über den Herbst und Winter entgegenkommt. Im Oktober soll darüber beschlossen werden. Bis 31. Oktober sollen die erfolgreichen Maßnahmen zum Augsburger Stadtsommer, die der Stadtrat bereits im Juli beschlossen hatte, fortgeführt werden. Vorgesehen ist zum Beispiel, den ToGo-Verkauf wie bisher um 24 Uhr zu beenden und Außengastronomie in der ganzen Stadt so lange wie möglich zu belassen. „Dies ist insbesondere unter dem Gesichtspunkt der Entzerrung des Gästeaufkommens zu sehen und funktioniert mit einem Corona-angepassten Sitzplatzkonzept sehr gut. Das haben die Erfahrungen in den Sommermonaten gezeigt“, sagt Ordnungsreferent Frank Pintsch.

Auch die Kulturszene soll so gut wie möglich unterstützt werden. Laut Kulturamtsleiterin Elke Seidel geht die Aktion „Kultur vor dem Fenster“ weiter. Unter www.kultur-vor-demfenster.de/augsburg findet sich ein vielfältiges Angebot an unterschiedlichsten Augsburger Ensembles, die für Auftritte im Freien gebucht werden können. Auch das Mozartfest im Oktober findet statt. Der Brunnenhof des Zeughauses kann – solange es die Witterung zulässt – bespielt werden und auch Lab30 wird Corona-gerecht geplant. Nicht nur, dass auch das Staatstheater Augsburg seinen Spielbetrieb Ende September wiederaufnimmt – die Einrichtung will auch den ehemaligen Supermarkt Basic an der Ludwigstraße bespielen. Die freie Kulturszene soll diese Spielmöglichkeit ebenfalls mitnutzen können.

In der kommenden Woche sind Gespräche der Stadtspitze mit Vertretern aus der Kultur- und Clubszene geplant. Ziel sei, Anstöße für realisierbare Konzepte zu geben, heißt es von der Stadt. Auch die weitere Förderung von Betriebskosten des Club- und Kreativgewerbes durch die öffentliche Hand stehe zur Diskussion.

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