1800 Stellen in Gefahr: MAN-Mitarbeiter demonstrieren

Mehrere Hundert Menschen demonstrieren gegen den geplanten Stellenabbau bei MAN Energy Solutions in Augsburg.

Mehrere Hundert Beschäftigte von MAN, Premium Aerotec, SGL, Faurecia, Showa Denko, Kuka und Manroland versammelten sich am Dienstag um 5 vor 12 Uhr vor dem Tor C an der Kreuzung Sebastianstraße/Heinrich-von-Buz-Straße, um ein klares Zeichen gegen den geplanten Stellenabbau bei MAN Energy Solutions in Augsburg zu setzen. 

In der vergangenen Woche hat das VW-Tochterunternehmen bekannt gegeben, dass rund 4000 der weltweit etwa 14 000 Stellen abgebaut werden sollen. 3000 Arbeitsplätze in Deutschland sind von den Plänen betroffen, am Augsburger Standort sind bis zu 1800 Stellen in der Schwebe, was etwa 40 Prozent der Beschäftigten in der Fuggerstadt entspricht.

Deshalb rief die IG Metall nach der Ankündigung des massiven Stellenabbaus ihre Mitglieder zu einer Demonstration um 11.55 Uhr auf. Die Uhrzeit habe symbolischen Charakter, denn noch sei es laut IG Metall nicht zu spät, um die Augsburger Arbeitsplätze zu retten.

In einem Demonstrationszug marschierten Hunderte Menschen bis zum Hochhaus an der MAN-Kreuzung und weiter in die Stadtbachstraße. Ihre Botschaft an die Vorstände des Mutterkonzerns Volkswagen war klar: „Wir werden nicht zulassen, dass die Kompetenz, die hier mühevoll aufgebaut wurde, mit Füßen getreten wird“, sagte Michael Leppek, Bevollmächtigter der IG Metall Augsburg. Denn wenn das Konzept der Vorstände in Wolfsburg umgesetzt würde, würde der Augsburger Standort mit bis zu 1800 Stellenstreichungen zu einem „Handelshaus“ verkommen.

Michael Leppek: „Wir schließen betriebsbedingte Kündigungen aus“

„1800 Stellen abbauen ist mit mir nicht zu machen, nie und nimmer“, kündigte Gesamtbetriebsratsvorsitzende Werner Wiedemann an. Bereits am Nachmittag sollten weitere Gespräche mit den Vorständen stattfinden. Leppek hofft, dass gemeinsam ein „tragfähiges, zukunftsfähiges Konzept“ gefunden werden kann. „Wir schließen betriebsbedingte Kündigungen aus“, stellte er klar. 

Durch die Corona-Pandemie wurden die Schiffskreuzfahrten eingestellt und somit brach folglich die Nachfrage nach Motoren für Kreuzfahrtschiffe zusammen. MAN will daher bis 2023 Kosten in Höhe von 450 Millionen Euro einsparen.

„Das ist kein Konzept, das ist ein absoluter Kahlschlag“, erklärte Wiedemann. Volkswagen plant zudem, MAN Energy Solutions zu verkaufen oder mit einem Partner zusammen zu bringen. Leppek konnte nicht glauben, dass die Finanzen nun plötzlich so düster aussehen und echauffierte sich über die Vorstandsriege von Volkswagen: „Habt ihr eigentlich geglaubt, ihr könnt uns verarschen und verkaufen? Wir sind Augsburg, wir sind MAN und wir gehören zur Familie. Wir sind der grüne Daumen von VW.“ 

Denn MAN ist Partner des Wasserstoffbündnis Bayern und treibt gemeinsam mit weiteren Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft die Entwicklung von Wasserstofftechnologien als wichtigen Energieträger der Zukunft voran. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat daher bereits die Unterstützung des Ministeriums für MAN angekündigt. Augsburgs Oberbürgermeisterin Eva Weber erklärte auf der Demonstration am Dienstag zwar, dass ihr bewusst gewesen sei, dass MAN vor einer großen Herausforderung stünde, die Ankündigung in der vergangenen Woche bezeichnete sie allerdings als Schock. Für sie steht zweifelsfrei fest: „Die MAN ist nicht nur Geschichte, die MAN ist auch Zukunft.“

Weitere Bilder

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben

 

Neueste Kommentare

Kritik an "heidnischen" Elementen: Wem …
2 Tage 56 Minuten
Licht+Schatten.
3 Tage 15 Stunden
VERLOSUNG: 3x2 Tickets für Festkonzert im …
6 Tage 15 Stunden
VERLOSUNG: 3x2 Tickets für Festkonzert im …
6 Tage 17 Stunden
Wasserrad
1 Woche 3 Tage


X