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Corona-Einschränkungen treffen die Kanu Schwaben "sehr intensiv"

Paul Lehner von den Kanu Schwaben gewann Mitte Oktober beim Kanuslalom in Rosenheim im Kajak Einer bei den Schülern A. In Augsburg soll es aufgrund der Sanierung am Eiskanal erst wieder im Jahr 2022 Wettkämpfe geben. Deshalb sind die Kanu Schwaben von der Corona-Krise nicht ganz so stark betroffen wie andere Vereine.

Eine vom Deutschen Kanu-Verband initiierte Befragung seiner Mitgliedervereine zu den finanziellen Verlusten während der bisherigen Corona-Krise hat gezeigt, dass es in der diesjährigen Saison zu signifikanten finanziellen Einbußen gekommen ist.

Von 1300 Kanu-Vereinen in Deutschland haben sich innerhalb von drei Wochen 127 Vereine, dies entspricht circa zehn Prozent aller deutschen Kanu-Vereine, an dieser Befragung beteiligt. 98 Vereine gaben einen finanziellen Verlust zwischen 1000 Euro und 30000 Euro an. 29 Vereine teilten mit, nur geringe oder keine Einnahmeverluste zu verzeichnen. Der Gesamtverlust betrug bei den an der Umfrage rückgemeldeten Kanu-Vereinen gerundet 537000 Euro.

Die größten Verluste von 196400 Euro entstanden Vereinen durch den Wegfall von Start- und Meldegeldern aufgrund abgesagter Sportwettkämpfe während der Saison. Aber auch abgesagte Veranstaltungen, Kurse und Gemeinschaftsfahrten führten zu Einnahmerückgängen in Höhe von 171000 Euro. Zudem meldeten Kanu-Vereine 149600 Euro als Mindereinnahme aus abgesagten Vereinsfesten. Hochgerechnet auf der Basis der eingegangenen Meldungen könne man demnach von einem Gesamtverlust eines mittleren siebenstelligen Betrags für alle Kanu-Vereine im Jahr 2020 ausgehen.

„Unsere Kanu-Vereine finanzieren mit diesen Einnahmen ihren Trainings- und Wettkampfbetrieb und die Unterhaltung der Bootshäuser. Deshalb mache ich mir berechtigte Sorgen, dass wenn sich die Situation im nächsten Jahr nicht entspannt, einige unserer Kanu-Vereine unsicheren Zeiten entgegen gehen und gegebenenfalls ihre Angebote einschränken müssen“, sagt der Präsident des DKV Thomas Konietzko und ergänzt: „Es muss natürlich jeder Einzelfall geprüft werden, aber ich bin mir sicher, dass im nächsten Jahr einige Vereine finanzielle Unterstützung benötigen, um ihren Vereinsbetrieb wie gewohnt fortsetzen zu können.“

Allerdings spiegelt sich der Trend zu verstärkten Aktivitäten im heimischen Umfeld bei einigen der befragten Vereine auch in steigenden Mitgliederzahlen wieder. „Das macht mir Mut, dass unsere Vereine mit der nötigen Unterstützung diese Krise mittelfristig überstehen werden“, so Konietzko.

An der Umfrage des Deutschen Kanu-Verbands nahmen auch die Kanu Schwaben teil. "Erfreulicherweise sind wir in dieser Hinsicht praktisch kaum von Einbußen betroffen", sagt Hans Koppold, Vorsitzender der Kanu Schwaben Augsburg. Das liege insbesondere daran, dass seit Beginn des Jahres die Augsburger Olympia-Anlage bis Anfang 2022 umgebaut wird.

Allerdings hätten die Trainings- und Kontaktbeschränkungen den Verein "sehr intensiv" getroffen, so dass die diese massive Auswirkungen im Nachwuchstraining und bei allen sonstigen Vereinsaktivitäten haben.

Grundsätzlich finanzieren laut Koppold die Kanu Schwaben ihren Sportbetrieb im Wesentlichen aus den Einnahmen im Zusammenhang mit der Organisation und Durchführung von internationalen Wettkämpfen (Kanu-Slalom Welt-Cup, Rafting, Wildwasser-Sprint) am Augsburger Eiskanal. Allein aufgrund der Baumaßnahmen können jedoch in diesem und dem kommenden Jahr keinerlei Veranstaltung durchgeführt werden. "Dadurch ist die Corona-Pause in dieser Hinsicht ohne zusätzlichen Effekt", berichtet Koppold.

Bei den Mitgliederzahlen könne bisher kein nennenswerter Rückgang verzeichnet werden, so dass die Beitragseinnahmen weiterhin konstant sind. Durch den Ausfall zahlreicher Wettkämpfe fielen auf der Ausgabeseite auch weniger Startgebühren, Fahrkosten und Übernachtungskosten für die Sportler und Trainer an, so dass hier eine gewisse finanzielle Entlastung entstanden ist. Rücklagen für größere Investitionen (neuer Vereinsbus, Anschaffung von Vereinsbooten) können in diesen beiden Jahren, hauptsächlich wegen dem Umbau der Kanu-Anlage und eher weniger wegen Corona, nicht gebildet werden. (pb)

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