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Corona-Pandemie: Das ist der Plan für Augsburgs Schulen nach den Ferien

Für die Schüler an Grund-, Mittel- und Förderschulen bleibt es in Augsburg auch nach den Ferien beim Präsenzunterricht. (Symbolbild)

Nach den Herbstferien kommt es zu Änderungen im Augsburger Schulbetrieb. Die Kindertagesstätten bleiben laut Stadt geöffnet.

Nach den Herbstferien kommt es aufgrund des anhaltend hohen Infektionsgeschehen in Augsburg zu einigen Änderungen im Schulbetrieb. Diese sind Ergebnis eines Runden Tisches, an dem neben den staatlichen Schulaufsichten, dem Gesundheitsamt, dem Amt für Kindertagesbetreuung auch Oberbürgermeisterin Eva Weber, Gesundheitsreferent Reiner Erben und Bürgermeisterin Martina Wild, Referentin für Bildung und Migration, teilgenommen hatten, wie die Stadt mitteilt. Die Schulen wurden bereits am 24. Oktober über die bevorstehende Einführung eines Mindestabstands von 1,5 Metern an allen Schulen mit Ausnahme der Grund-, Mittel- und Förderschulen unterrichtet. "Die Kindertagesstätten bleiben weiterhin geöffnet", so die städtische Pressemitteilung.

Präsenzunterricht an Grund-, Mittel,-und Förderschulen

"Uns war es wichtig, gemeinsam mit den Expertinnen und Experten eine differenzierte Entscheidung mit Blick auf die Bedürfnisse der unterschiedlichen Schularten zu treffen", sagt Bürgermeisterin Martina Wild. Die Fortsetzung des Präsenzunterrichts an Grund-, Mittel- und Förderschulen sei ausdrücklich von Seiten der Staatlichen Schulaufsichten angeregt worden, "die hierzu in enger Rücksprache und Kooperation mit den Schulleitungen war". Deutlich hingewiesen wurde dabei auf das Risiko, eine Vielzahl an Schülern im Distanzunterricht nicht mehr zu erreichen. Insbesondere in der Grundschule stoße eine adäquate Teilnahme am Distanzunterricht in der Praxis oftmals an Grenzen. An den Mittel- und Förderschulen sei zudem ein höherer Anteil bildungsferner Schüler vertreten, "die einer engmaschigen Unterrichtung, Betreuung und Begleitung idealerweise in Präsenzform bedürfen", so Wild. "Gerade diese Schülerinnen und Schüler benötigen Struktur im Tagesablauf, starke pädagogische Präsenz sowie eine kontinuierliche Chance auf Bildung und auf ,Lernen'. Auch das Thema der Kindswohlgefährdung und des Kinderschutzes hat bei unserer Entscheidung natürlich eine wichtige Rolle gespielt", erklärt Wild.

Erhöhung des Infektionsschutzes

"Den prioritären Bedürfnissen des Infektionsschutzes wird angesichts der hohen Augsburger Sieben-Tage-Inzidenz Rechnung getragen, indem ein Großteil der Augsburger Schülerinnen und Schüler künftig bei Nichteinhaltung der 1,5 Meter-Abstandsregelung im Wechselunterricht beschult wird", so Martina Wild weiter. Neben der Maßnahme, dass der Mindestabstand in den Schulen eingehalten werde, sei auch der Kontakte auf dem Schulweg reduziert.

Wechselunterricht an den weiterführenden Schulen

Die hiervon betroffenen Schulen werden den Mindestabstand von 1,5 Metern in den Klassenzimmern in der Regel nur einhalten können, wenn die Klassen geteilt und in einem Wechselbetrieb zwischen Präsenz- und Distanzunterricht beschult werden. Dieser neue Modus wurde laut Stadt im Vorfeld intensiv zwischen der zuständigen Gesundheitsverwaltung und den staatlichen Schulaufsichtsbehörden besprochen. Das Referat für Nachhaltigkeit, Umwelt, Klima und Gesundheit hat am Freitag eine diesbezügliche Allgemeinverfügung veröffentlicht. Kindertagesstätten bleiben weiterhin geöffnet Auch die Einrichtungen für Kindertagesbetreuung bleiben weiterhin bis auf Weiteres ohne Einschränkungen geöffnet.

"Auch diese Entscheidung haben wir mit Blick auf Bildungsgerechtigkeit und den Schutz der Kinder getroffen. Viele Eltern haben zudem ihren Urlaub meist schon aufgebraucht und haben oft keine alternative Betreuungsmöglichkeit mehr. Ich möchte aber auch an die Eltern appellieren, ihr Kind bei Krankheitssymptomen nicht in die Einrichtung zu bringen – zum Schutz aller", sagt Martina Wild. In der Kita bleiben die Kinder wie bisher in festen Gruppen mit den gleichen Betreuungspersonen, damit die Kontakte übersichtlich bleiben. Die Kinder bleiben in ihrer Gruppe und bewegen sich nicht frei im Haus. Das offene Arbeiten wird derzeit ausgesetzt. Die pädagogischen Angebote finden in den festdefinierten Gruppen statt.

Schul- und Kitabesuch bei Krankheitssymptomen

Kinder mit milden Krankheitssymptomen (wie Schnupfen ohne Fieber und gelegentlicher Husten) dürfen die Schule beziehungsweise Einrichtungen der Kindertagesbetreuung mit Zustimmung der jeweiligen Einrichtungsleitung besuchen. Kinder mit Symptomen wie Fieber, Husten, Hals- oder Ohrenschmerzen, starken Bauchschmerzen, Erbrechen oder Durchfall dürfen die Schule beziehungsweise Einrichtungen der Kindertagesbetreuung nicht besuchen. Die Wiederzulassung zum Besuch der Schule beziehungsweise Einrichtung der Kindertagesbetreuung ist erst wieder möglich, sofern die Kinder bei gutem Allgemeinzustand mindestens 24 Stunden symptomfrei (bis auf leichten Schnupfen und gelegentlichen Husten) sind. Ein negativer Corona Test ist hier nicht nötig. Auf die Empfehlung, dass Kinder mit Krankheitssymptomen, wenn möglich zuhause bleiben, weist die Stadt nochmals ausdrücklich hin.

Aussetzung des Ampelsystems

Angesichts der von staatlicher Seite im Zuge eines sogenannten "Schulgipfels" am 4. November getroffenen Entscheidung, vom Stufen-Modell gemäß der Rahmenhygienepläne Schule und Kita abzurücken, werde ab sofort keine gesonderte Stufe mehr ausgerufen. Die getroffenen Regelungen stehen unter Vorbehalt der Infektionsentwicklung im Stadtgebiet Augsburg und der Überarbeitungen der Rahmenhygienepläne für Schulen und Kitas von Seiten des Kultus-, des Sozial- und des Gesundheitsministeriums. (pm)

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