Corona trifft Augsburger Klinikum mit Wucht – Versorgungskapazitäten bald erschöpft

Weil die Uniklinik zunehmend die steigende Zahl der Corona-Fälle zu spüren bekommt, wandte sie sich an die Stadt Augsburg. Die Versorgunskapazitäten würden sich bald erschöpfen, warnt das Krankenhaus.

Früher als im Rest Bayerns treten in der Stadt Augsburg die bundes- und landesweit angekündigten Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus in Kraft. Grund dafür sind die hohen Inzidenzwerte. Um strenge Regelungen bat auch das Uniklinikum die Stadt. Die Klinik betonte die große Wucht, mit der die jetzige Pandemiewelle das Krankenhaus treffe – weitaus mehr als noch im Frühjahr. Es sei abzusehen, dass die Kapazitäten der Uniklinik bald erschöpft seien.

Der Schwellenwert von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen wurde in Augsburg erstmals am 17. Oktober überschritten. Seitdem steigt der Inzidenzwert weiter an. Aktuell liegt er bei 250,7. Augsburg liegt damit deutlich über dem Signalwert von 100/100.000, dem sogenannten dunkelroten Bereich der bayerischen Corona-Ampel. Die steigenden Zahlen bekommt das Augsburger Universitätsklinikum zu spüren. Bereits am Montag habe sich die Uniklinik deshalb an die Stadt gewandt.

Während im Frühjahr der Höhepunkt der zu behandelnden Covid-19-Patienten 43 Patienten, inklusive Intensivpatienten, waren, versorge das Klinikum aktuell 65 Covid-positive Patienten stationär, davon 11 Patienten intensivpflichtig. Die steigenden Infektionszahlen schlügen sich zudem erst mit einer zehn- bis 14-tägigen Verzögerung in den Kliniken nieder, so dass das Klinikum in den kommenden sieben bis zehn Tagen mit 150 Covid-19-Patienten, davon 30 intensivpflichtig, rechnet.

Wegen der Zuständigkeit der Uniklinik als Maximalversorger auch für Patienten mit schweren Krankheitsverläufen und Krankheitsbildern in der Region, müsse auch zugleich deren Versorgung sichergestellt werden, heißt es aus dem Klinikum. Die Grenze bei der Versorgung liege bei circa 150 bis 180 Covid-19-Patienten.

Am Mittwoch dann informierte die Uniklinik die Stadt, dass sich die Anzahl der intensivpflichtigen Patienten innerhalb von zwei Tagen nahezu verdoppelt habe. Es sei bereits jetzt, anders als im Rest des Freistaats, abzusehen, dass sich die Versorgungskapazitäten des Uniklinikums bald erschöpfen werden. "Selbst bei sofortigem komplettem Stopp des Infektionsgeschehens in der Stadt steigen die Krankenhauszuweisungen absehbar mit der gleichen Dynamik, in der zehn Tage zuvor das Infektionsgeschehen vorangeschritten ist, für weitere zehn Tage", hält die Stadt Augsburg in ihrer Allgemeinverfügung fest.

Würden jetzt keine weiteren Maßnahmen zur Unterbrechung des Infektionsgeschehens unternommen, würden umso mehr Patienten krankenhauspflichtig werden, so die Stadt. Die Uniklinik habe zudem darauf hingewiesen, dass der gesamte Freistaat bei einer Sieben-Tages-Inzidenz von rund 105 pro 100.000 Einwohner liege. Mit 250 sind die Augsburger Inzidenzen mehr als doppelt so hoch. Daraus ergebe sich eine "exponentiell höhere Infektionswahrscheinlichkeit in Augsburg als im Rest Bayerns". (pm/kd)

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