Coronavirus: Augsburg erreicht fast den kritischen Wert von 50 – Welche Regeln jetzt gelten

Der Signalwert von 35 ist in Augsburg am Wochenende überschritten worden. Der Schwellenwert von 50 ist fast erreicht. Eva Weber gab auf einer Pressekonferenz bekannt, welche Konsequenzen diese Entwicklung nun hat.

Über das Wochenende hat das Augsburger Gesundheitsamt 93 neue Corona-Fälle registriert. Am Montag gaben Oberbürgermeisterin Eva Weber, Zweite Bürgermeisterin Martina Wild und Thomas Wibmer vom Augsburger Gesundheitsamt in einer Pressekonferenz bekannt, welche Konsequenten dies nun haben wird.

Aktuell gebe es keine speziellen Hotspots, mit Ausnahme eines Inninger Seniorenheims. Insgesamt handle es sich in Augsburg um ein "diffuses Infektionsgeschehen, das die gesamte Bevölkerung betrifft", sagte Wibmer. Bei den jüngeren Menschen, die sich seit Sommer vermehrt anstecken, sei es zudem oft schwierig, den Ansteckungsort auszumachen. So sei bei 49 der neu infizierten Personen vom Wochenende die Infektionsquelle unbekannt.

Im Sommer hatten sich vor allem junge Menschen angesteckt, im Oktober aber seien auch wieder ältere Menschen dazugekommen. Das mache den Anstieg der Infektionen besonders problematisch. In den vergangenen sieben Tagen wurden 147 Corona-Neuinfektionen im Augsburger Stadtgebiet gemeldet. Das entspricht etwa 49,3 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Damit ist der Signalwert von 35 jetzt weit überschritten und der Schwellenwert von 50 fast erreicht.

Allgemeinverfügung ab Dienstag

Man gehe davon aus, "das spätestens am Mittwoch die 50 gerissen sein wird", sagte Eva Weber. Ab Dienstag, 0 Uhr, soll nun eine Allgemeinverfügung für sieben Tage gelten.

So lange der Wert unter 50, aber über 35 bleibt, gilt unter anderem folgendes: Bei privaten Zusammenkünften sind maximal zehn Personen erlaubt, bei Veranstaltungen dürfen maximal 50 Teilnehmer in geschlossenen Räumen zusammenkommen, maximal 100 unter freiem Himmel. Im Sport sind keine Zuschauer mehr zugelassen. Zudem gelte nun ein Mund-Nasen-Schutz auf dem Stadtmarkt und unter anderem für die am Samstag startende Lechhauser Kirchweih. Verkauf und Konsum von Alkohol im öffentlichen Raum ist von Donnerstag bis Samstag unter anderem in der Maximilianstraße, auf dem Königsplatz und in anderen Bereichen der Innenstadt von 21 beziehungsweise 23 bis 6 Uhr untersagt.

 

Sollte der Wert von 50 überschritten werden, soll für die Dauer von sieben Tagen gelten, dass Zusammenkünfte im Privaten auf maximal fünf Personen begrenzt werden. Hochzeiten und ähnliche Feste in geschlossenen Räumen werden dann nur mit maximal 25 Teilnehmer erlaubt sein, unter freiem Himmel seien maximal 50 Personen zugelassen. An stark frequentierten Plätzen und Straßen in der Innenstadt soll ab einem Wert von 50 für Fußgänger eine Maskenpflicht gelten. Maske müsse dann auch in Kinos und im Theater am Sitzplatz getragen werden. Zudem werde es eine Sperrstunde geben: die Ausgabe von Speisen und Getränken soll von 23 bis 6 Uhr untersagt werden. Besuche von Alten- und Pflegeeinrichtungen werden täglich auf eine Person pro Heimbewohner beschränkt.

Maskenpflicht ab der fünften Klasse auch im Unterricht

Die Zweite Bürgermeisterin und Bildungsreferentin Martina Wild sagte: "Unser Ziel ist es, komplette Schul- und Kitaschließungen so lange es geht, zu vermeiden." Am Dienstag werde ein Runder Tisch mit dem Schulamt und dem Ministerialbeauftragten stattfinden. Die Maskenpflicht soll danach wohl ab der fünften Klasse auch im Unterricht gelten. Im Kita-Bereich soll nun eine komplette Maskenpflicht für Erzieher gelten, es soll ausschließlich in festen Gruppen gearbeitet werden und es soll auf Feste, wie etwa das Lichterfest zu St. Martin, verzichtet werden. (jaf)

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