Coronavirus: Auf Parkbänken darf durchgeschnauft werden

Der ärztliche Leiter der Führungsgruppe Katastrophenschutz der Stadt Augsburg, Dr. Axel Heller, stellt einen dreistufigen Notfallplan vor.

Die Stadtverwaltung wird das Niederlassungsverbot künftig noch stärker durchsetzen. Das gab Ordnungsreferent Dirk Wurm während einer Pressekonferenz der Stadt Augsburg zur aktuellen Lage in der Corona-Krise bekannt.

In Augsburg wurden inzwischen 201 Personen positiv auf das Coronavirus getestet, 51 dieser Patienten seien allerdings wieder genesen und aus der häuslichen Quarantäne entlassen worden. Im Vergleich zum Vortag sind es elf zusätzliche Infizierte.

„Wir sind froh, dass die Zahlen nicht drastisch steigen“, sagte Oberbürgermeister Kurt Gribl und erklärte: „Wir stehen voll und ganz hinter den klaren und restriktiven Ausgangsbeschränkungen, die der Freistaat Bayern verfügt hat.“ Denn das Durchschnittsalter der betroffenen Personen in Augsburg betrage 41 Jahre. Das zeige deutlich, dass eben nicht nur ältere und kranke Personen vom Coronavirus betroffen sind, sondern es durchaus eine Gefahr für alle Bürger darstellt.

Die Führungsgruppe Katastrophenschutz hat sich bereits am Mittwoch über das Thema Versorgungsengpässe beraten. Es ging laut Gribl vor allem um die Beschaffung von Desinfektionsmittel und Schutzmasken. Da die Masken in Krankenhäusern, Altenheimen und ambulanten Sozialdiensten ohnehin Mangelware wären, würde sich die Stadtverwaltung derzeit auch nicht mit einer generellen Maskenpflicht für alle Augsburger befassen, sondern vielmehr damit, wie qualitativ hochwertige Masken zügig beschafft werden können.

Stadt stellt dreistufigen Notfallplan vor

Mitglied dieser Führungsgruppe ist Dr. Axel Heller als medizinischer Leiter. Dieser erklärte, dass es einen dreistufigen Notfallplan gebe. Demnach würden derzeit 400 Betten für den Ernstfall bereitstehen, in einem weiteren Schritt könnte auf zusätzliche 400 Betten in anderen Einrichtungen zurückgegriffen werden und in der „dritten Eskalationsstufe“ würden Feldbetten in Messehallen aufgestellt sowie 100 weitere Betten im Aichacher Krankenhaus zur Verfügung stehen. Laut Heller handelt es sich bei den drei bislang in Augsburg verstorbenen Personen um Patienten, die den „palliativen Weg“ wählten, also eine weitere Behandlung ablehnten. Schließlich appellierte der ärztliche Leiter der Führungsgruppe Katastrophenschutz an die Augsburger: „Es war noch nie so einfach Menschenleben zu retten, wie einfach zu Hause zu bleiben.“

Wurm könne durchaus verstehen, dass sich gerade mit Blick auf das Wochenende mit guter Wetterprognose viele Bürger an die frische Luft begeben wollen. Dennoch verstärkt die Stadt nun die Durchsetzung des Niederlassungsverbots. Mit großen Hinweisschildern und Trassierband sollen die Wiesen im Wittelsbacher Park und am Kuhsee abgesperrt werden. Das Hinsetzen auf Parkbänke sei laut Wurm jedoch nicht grundsätzlich verboten. „Man darf sich auf den Bänken niederlassen um durchzuschnaufen“, erklärte der Ordnungsreferent. Es müsse jedoch der Mindestabstand von eineinhalb Metern gewahrt werden.

Wirtschaftlich gesehen spielt die Krise den Unternehmen übel mit. Die Regierung von Schwaben habe laut Wirtschaftsreferentin Eva Weber momentan 26 000 Anträge auf Soforthilfe für Unternehmen vorliegen. Die Bearbeitungszeit eines solchen Antrags betrage derzeit etwa eine Woche. „Am gravierendsten sind der Einzelhandel und die Gastronomie betroffen“, erklärte die Wirtschaftsreferentin auf der gestrigen Pressekonferenz.

Gute Neuigkeiten hingegeben gibt es von der Augsburger Tafel. Diese wird mit Hilfe der Stadt am Dienstag ihren Betrieb wieder aufnehmen. Die Essensausgabe soll im Freien stattfinden und zusätzlich ein Bringservice für Risikogruppen angeboten werden.

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