Region: Augsburg Stadt

Diese neuen Corona-Regeln gelten in Augsburg: Wie die Stadtspitze die Maßnahmen begründet

Zur Eindämmung der Corona-Infektionen gelten in Augsburg ab Freitag neue Maßnahmen.

Von Freitagabend an gelten in Augsburg einige neue Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Größtenteils handelt es sich um die neuen bayernweiten Maßnahmen, die in Augsburg erneut etwas früher eingeführt werden. Auch einige Sonderregeln sollen für Augsburg allerdings gelten. Oberbürgermeisterin Eva Weber begründet dies vor allem mit der angespannten Lage im Augsburger Uniklinikum.

Alle neuen Regeln im Überblick:

  • Neu ist ab Freitag, 27. November, 18 Uhr, unter anderem eine weitere Verschärfung der Kontaktbeschränkung. Höchstens fünf Personen aus maximal zwei Haushalten dürfen sich nun noch privat treffen. Nicht dazu zählen Kinder unter 14 Jahren. 
  • In allen Schulen außer der Grundschule muss nun ab der siebten Klasse auf Wechselunterricht umgestellt werden, wenn kein Mindestabstand von 1,50 Metern zwischen den Schülern gewährleistet werden kann.
  • In Läden ab 800 Quadratmetern wird die zulässige Gesamtkundenzahl reduziert - auf einen Kunden pro 20 Quadratmeter. Für kleinere Läden bleibt es bei einem zulässigen Kunden pro 10 Quadratmeter.
  • Alle Märkte, die nicht der Lebensmittelversorgung dienen, sind verboten. Dies betrifft etwa Kunst- und Handwerkermärkte sowie Flohmärkte sowohl im Freien als auch in Hallen.
  • Präsenzveranstaltungen zur außerschulischen Bildung sind untersagt. Dies gilt für Hochschulen, die Erwachsenenbildung, Sprachschulen, Musikschulen und den theoretischen und praktischen Unterricht an Fahrschulen. Weiterhin erlaubt sind Integrationskurse, wenn der Mindestabstand eingehalten werden kann.
  • In den Bereichen der Stadt, an denen eine Maskenpflicht gilt, ist der Ausschank alkoholischer Getränke zum Mitnehmen ganztags verboten.
  • Eine Maskenpflicht gilt ab Freitag zusätzlich vor allen Einzelhandelsgeschäften und auf Parkplätzen.

Inzidenz in Augsburg sinkt "sehr, sehr langsam"

Augsburg befinde sich aktuell auf einem "Plateau", sagte OB Eva Weber am Donnerstag. Ähnliche Trends ließen sich bundesweit beobachten: Durch den kleinen Lockdown sei zwar der exponentielle Anstieg der Infektionen gestoppt, allerdings sinke der Anstiegsfaktor nur langsam. Der "Inzidenz-Höhepunkt" sei überschritten, erklärte Thomas Wibmer, stellvertretender Leiter des Gesundheitsamtes Augsburg. "Der positive Verlauf nimmt jetzt aber nicht weiter zu." In den vergangenen Tagen verzeichnet das Gesundheitsamt fast gleich bleibende Infektionszahlen, die nur hin und wieder sinken. "Der Abfall der Inzidenz ist sehr, sehr langsam", so Wibmer. Sollte es bei einem ähnlichen Verlauf bleiben, sei der Sieben-Tage-Inzidenzwert von 50 Neuinfektionen wohl erst Ende Februar erreicht.

"Das ist natürlich zu spät", betonte Wibmer. Denn die Behandlungskapazitäten am Uniklinikum "kommen an die Grenzen". Nur durch mehrfache Abverlegungen in andere Krankenhäuser könne aktuell noch die Behandlung aller Patienten sichergestellt werden. Aber: "Es hätte auch schlimmer kommen können", sagt Wibmer. Ohne die ergriffenen Maßnahmen sei heute eine Inzidenz von 1200 in Augsburg durchaus ein realistisches Szenario. Das Gesundheitsamt geht aktuell von einer hohen Dunkelziffer aus: Jeder 40. bis 80. Augsburger sei wohl bereits, teilweise unbemerkt, mit dem Virus infiziert gewesen oder aktuell infiziert, schätzen die Experten.

Ausgangssperren möglich

Um die Infektionszahlen in Augsburg schneller einzudämmen, treten die Maßnahmen in Augsburg nun erneut früher in Kraft. Auch weitere Maßnahmen wie eine Ausgangssperre schließt die Oberbürgermeisterin nicht aus, sollte Augsburg erneut mehrere Tage lang über einem Inzidenzwert von 300 liegen. (lat)

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben

 


X