Warum diese Skulptur jetzt am Hochablass steht

Eine Reh-Skulptur aus Müll aus dem Siebentischwald wurde nun am Hochablass aufgestellt.

Vor der Hochablass-Brücke ist nun eine Reh-Skulptur aufgestellt worden.

Hinter der Aktion stecken die Künstlergruppe GiKaMa, die Augsburger Stadtwerke und viele andere Partner. Die Skulptur besteht aus Müll – und soll damit auf das Müllproblem im Siebentischwald aufmerksam machen. Initiiert hatten das Projekt die Stadtwerke. Mehrere Augsburger Schulen sammelten mit ihren Schülern Müll, unter anderem im Siebentischwald und auf der Flugplatzheide, und fanden dabei rund 600 Kilogramm Plastikmüll.

Die Künstlergruppe GiKaMa, bestehend aus Ina Kapitola, Sebastian Giussani und Daniel Man, bekam den Zuschlag, aus diesen teilweise eher unapettitlichen Fundstücken eine Skulptur zu bauen. Verwendet wurde letztlich nur rund 20 Kilogramm sauberer Plastik- und Verpackungsmüll. Das entspricht laut den Stadtwerken in etwa der Menge an Müll, die ein Mensch in Deutschland pro Monat produziert.

Während der Corona-Zeit habe die Menge an Müll, die im Augsburger Stadtwald zurückgelassen wird, stark zugenommen, erzählte Jürgen Kirchen, Leiter der Augsburger Forstverwaltung bei der Vorstellung der Skulptur. Dass nun mehr Familien den Wald besuchten sei schön, „es ist ja ein Erholungswald“, sagte er. Die steigende Zahl an Spaziergängern zeige sich auch daran, dass sich in den Müllkörben nun rund zwölf Müllsäcke pro Woche sammeln, verglichen mit rund vier Säcken vor der Krise. „Unser Wunsch ist, dass dafür mehr Bewusstsein in der Bevölkerung entsteht“, so Kirchen. Der Müll solle nicht in dem Wasserschutzgebiet liegen bleiben.

Die Künstler hatten etwa drei Wochen Zeit, um die Skulptur zu bauen, was durchaus ein stressiger Zeitplan gewesen sei. "Das musste alles schnell passieren", erzählte Sebastian Giussani. Glücklicherweise seien keine größeren Probleme beim Bau aufgetreten, "das ist eigentlich üngewöhnlich für so ein Projekt", so Ina Kapitola. Die Skulptur besteht aus einem Holgestell auf einem 3,5 Tonnen schweren Fundament, das dann mit dem Müll ummantelt wurde.

Das Reh als Motiv wählten die Künstler, da in der Ausschreibung festgelegt war, dass es ein "publikumswirksames" Kunstwerk werden sollte. "Und mit einem Tier können sich eigentlich alle identifizieren", findet Giussani. Es sollte außerdem ein Tier werden, "das zu dem Ort passt". Wegen der Nähe zum Siebentischwald wählten die Künstler darum ein Reh, das für die heimischen Waldbewohner steht.

Die Skulptur soll voraussichtlich bis September am Hochablass stehen. Danach haben die Stadtwerke vor, das Reh dauerhaft auf dem Gaswerkgelände aufzustellen. Es sei ausdrücklich sehr dauerhaft gebaut worden, so ein Sprecher. "Wir hoffen, dass es noch sehr lange am Gaswerk steht."

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