Einschränkungen und ein "kleiner Plärrer": Wie der Leiter der "Wilden Maus" auf das Jahr zurückblickt

Die Wilde Maus auf dem "kleinen Plärrer" in Augsburg

Mit Sonnenbrille und entspanntem Gesichtsausdruck sitzt der Leiter des Fahrgeschäftes im Verkaufsschalter der "Wilden Maus". Neben dem täglichen Betrieb ist er auch für Auf- und Abbau zuständig. Stoisch gibt der Hamburger Tickets aus und nimmt dabei gleichzeitig Anrufe entgegen, doch Markus Haders ruhige Art kann nicht über die Probleme hinwegtäuschen, denen sich die ganze Schaustellerbranche im Moment stellen muss.

Erst seit einem Jahr betreibt Hader mit seinen Mitarbeitern das Fahrgeschäft, das mit seinen engen Kurven das Adrenalin der Besucher in die Höhe treibt und inzwischen in verschiedenen Ausführungen ein Klassiker in der Vergnügungsbranche geworden ist. Für den Start der Achterbahn hätte es wohl keine ungünstigere Zeit geben können. Veranstaltungen wie der "kleine Plärrer" in Augsburg seien für die Schausteller allerdings weit mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein, sagt Hader. "Sehr schwierig" sei es, klar, da müsse man sich nichts vor machen. Trotzdem seien er und seine Mitarbeiter froh, nach der langen Zeit des Stillstandes wieder nach draußen und zum Arbeiten zu kommen.

Besucherzahlen "wesentlich schlechter als normal"

Eigentlich wollte der Schaustellerbetrieb dieses Jahr mit einer neuen Attraktion, der "Wilden Maus XXL" auf den Plärrer kommen, doch das war nun durch die Publikumsbegrenzung nicht möglich. Der Andrang der Menschen sei zwar "wesentlich schlechter als normal", dennoch könnte mit den Einnahmen zumindest ein Teil der Kosten gedeckt werden. Diese hätten während des Stillstandes eine enorme Belastung für den Betrieb dargestellt. Obwohl alle Mitarbeiter in Kurzarbeit seien, sind die Personal- und Lagerkosten ein großes Problem für den Schaustellerbetrieb.

Allgemein sei die gesamte Branche sehr stark von den Einschränkungen betroffen, erzählt Hader. Viele befreundete Schausteller hätten deswegen in Berlin für mehr staatliche Hilfe und gegen das Vergessen der Berufsgruppe in der Krise demonstriert. Doch die Zuwendungen vom Staat, abseits vom Kurzarbeitergeld, sieht der Betriebsleiter als nicht ausreichend an.

Markus Hader habe zwar noch keine Insolvenzen in seiner direkten Umgebung miterlebt, hält es jedoch nur für eine Frage der Zeit, bis die Ersten aufgeben müssen. "Da kommt es natürlich auch darauf an, wie viele Rücklagen man in der Zeit vor Corona bilden konnte" meint er.

In Augsburg kam noch das schlechte Wetter mit Dauerregen hinzu, das die erste Woche für die Geschäfte ins Wasser fallen lies. "Bei gutem Wetter kommen die Leute aber gerne" meint Hader und blickt insgesamt positiv auf den "Vergnügungspark auf dem Plärrergelände", wie die Stadt Augsburg die coronaverträgliche Variante ihres größten Volksfestes beschreibt, zurück. Die Augsburger nähmen das Angebot sehr gut an und hielten sich auch an die Hygienemaßnahmen, wie das tragen von Masken im Bereich der Fahrgeschäfte.

Das sei auf dem Plärrergelände alles "sehr, sehr gut organisiert", findet der Schausteller. So könne sich jeder Besucher und Schausteller sicher fühlen. Während gerade eine ganze Schulklasse die "Wilde Maus" besucht, freut sich Hader über den Andrang und hofft, dass auch weiterhin die Wägen über die Metallschienen rattern können.

Weitere Bilder

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben

 

Neueste Kommentare

2 0 2 0 - die "Weltenburger Enge …
3 Tage 11 Stunden
Über 15.000 Austritte aus der katholischen Kirche …
3 Tage 18 Stunden
Neue Ausstellung von Uli Stein in Museum und …
1 Woche 1 Tag
Wege gehen
1 Woche 3 Tage
Fast ein alltägliches Bild, Indisches Springkraut …
1 Woche 6 Tage


X